Mittwoch, 1. April 2026

"Stabat mater" im Stift Lambach

"Stabat mater dolorosa" ist ein Gedicht aus dem 13. Jhdt., das den Schmerz der Mutter Gottes über den Tod Jesu beschreibt und in der katholischen Liturgie eine Rolle spielt. Es gibt bereits zahlreiche Vertonungen dieses Werks (z. B. von Haydn, Rossini oder Dvorak). Nun hat der Pianist Martin Gasselsberger eine weitere hinzugefügt, Martin Mucha hat den Text dazu adaptiert. Neben Martin Gasselsberger am Klavier musiziert mit ihm sein langjähriger Weggefährte Tim Collins am Vibraphon und Marimbaphon. Den Gesangspart übernimmt die Kantorei St. Michael Mondsee mit einem gemischten Chor und drei Solist:innen unter der Leitung von Gottfried Holzer-Graf. Die Aufführung findet in dem herrlichen und akustisch ausgezeichneten Barocksaal des Sommerrefektoriums im Stift Lambach statt. Martin Gasselsberger hat ein Werk geschaffen, das stilistisch breit angelegt ist und sowohl Merkmale der klassischen Musik als auch solche aus Jazz- und Popmusik enthält. Den Jazz-Part mit Improvisation übernehmen natürlich Gasselsberger selbst und Tim Collins mit beeindruckenden Soli auf dem Vibraphon und dem faszinierend klingenden Marimbaphon, dessen tiefe Tonlagen mich besonders beeindrucken. Der Chor und die Solist:innen klingen dabei recht unterschiedlich, bisweilen ähnlich einem mittelalterlichen Chor, manchmal popmusikalisch anmutend. Dennoch enthält die Komposition keine Stilbrüche, sondern ergibt trotz der stilistischen Vielfalt ein organisches Ganzes. Was ich an Martin Gasselsberger und seiner Musik besonders mag, ist ihr Hang zur Romantik mit schönen Melodien, die mein Herz berühren. Ihm ist mit "Stabat mater" etwas ganz Wunderbares gelungen. Das Publikum im vollen Saal des Stifts Lambach bedankt sich mit überschwänglichem Applaus.
 

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