Der deutsche Schlagzeuger Christian Marien, den ich früher schon mit der Insomnia Brass Band im Schl8hof Wels gehört habe, ist nun mit seinem eigenen Quartett im Jazzit Salzburg zu Gast. Tobias Delius spielt Tenorsax und Klarinette, Antonio Borghini den Kontrabass und Jasper Stadhouders die Gitarre. Schon mit den ersten Tönen wird recht klar, wohin die (musikalische) Reise geht. Kompositionen mit recht offenen Strukturen werden geboten, die viel freien Raum für kollektive als auch solistische Improvisation bieten und sich durch höchste Intensität auszeichnen. Der Gitarrist macht von seiner Freiheit regen Gebrauch und erinnert mich an Fred Frith, wenn er seine Gitarre mit Metallstäben und einem Esslöffel traktiert, um ihr schrille Sounds zu entlocken. Das macht auch Tobias Delius auf seine Art und Weise am Saxophon wie auch auf der Klarinette. Er reizt die Möglichkeiten dieser Instrumente aus, indem er z. B. der Klarinette die höchstmöglichen Töne durch mehrfaches Überblasen entlockt. Bisweilen erinnert er mich auch an den verstorbenen Peter Brötzmann mit seinem Saxophongebrüll und sogar an den legendären Albert Ayler, wenn er bisweilen ins Hymnische verfällt. Für die rhythmischen Finessen sorgen naturgemäß Bass und Schlagzeug. Das Quartett verbindet die einzelnen Stücke oft mittels fließender Übergänge, was dies Spannung über einen längeren Zeitraum aufrecht erhält. Höchste Virtuosität, eine extreme Klangdichte und großer Einfallsreichtum zeichnen diese Band aus. Sie bietet ein musikalisches Erlebnis, das man nicht allzu oft erfährt.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen