Den in Wien lebenden und aus Missouri stammenden Singer-Songwriter Ian Fisher habe ich bisher nicht gekannt. Schnell wird mir bei seinem Solo-Aufritt mit Akustik-Gitarre allerdings klar, wohin die Reise geht. "Die Gedanken sind frei", verkündet Ian Fisher bereits in seinem ersten Song, mit einem Lied des großen Woody Guthrie beendet er den Konzertabend. Dazwischen liegt eine Vielzahl an Eigenkompositionen, die mich an andere Folk-Musiker wie Townes Van Zandt oder Billy Bragg erinnern, auch Anklänge an Bob Dylan höre ich heraus. Politisches - er ist übrigens studierter Politologe - so wie auch sehr Persönliches beinhalten seine hauptsächlich englischsprachigen Songs, auch die Wut über gesellschaftspolitische Zustände kommt dabei zum Ausdruck. Mit Leichtigkeit gelingt es dem sympathischen Alleinunterhalter den Draht zum Publikum herzustellen und es zum Mitmachen einzuladen. Durchdringend wie seine Texte ist auch seine expressive Stimme, mit der er seine Botschaften (manchmal auch auf Deutsch) an die Zuhörenden richtet: "... ich will kein Ami sein, ich will kein Deutscher sein, ich will gar nichts sein, außer was ich bin." Diese unverstellte Authentizität, die in seiner Kunst herrscht, weiß ich sehr zu schätzen. Das aufmerksame Publikum in der Kurdirektion Bad Ischl anscheinend auch.
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