Kennengelernt haben sich die Drei an der Kunstuni Graz und bilden schon seit zehn Jahren ein Jazz-Trio, das die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen trägt (Lukas Kleemair am Schlagzeug, Urs Hager am Klavier und Tobias Steinrück am Kontrabass). Dass sie alte Jazz-Standards immer noch beherrschen, zeigen die Musiker gleich zu Beginn mit "No Moon At All". Später gibt es dann viel Eigenes, vor allem recht komplexe Kompositionen des Pianisten, dann wieder Material von Wayne Shorter (Infant Eyes), Erik Satie und den Beatles (Blackbird). Das virtuose und ideenreiche Klavierspiel von Urs Hager hat mich dabei am meisten angesprochen. Er hat das Geschichten-Erzählen am Klavier drauf. Zwar selbst sehr angetan von McCoy Tyner ist er eher der Pianist der sanfteren Töne eines Bill Evans oder Keith Jarrett. Auch die unaufgeregte, originelle und präzise Spielweise von Lukas Kleemaier am Schlagzeug gefällt mir und ebenso macht der Bassist seinen Job ausgezeichnet. Freiraum fürs Improvisieren hat der Pianist jedenfalls genug und auch seine Mitspieler dürfen sich hin und wieder einmal austoben. Die Musik ist aus einem Guss, die Band versteht sich blind, sie ist ein eingespieltes Team und fühlt sich im Rahmen der Musikwerkstatt Wels sichtlich wohl. Das aufmerksame Publikum im Schl8hof Wels zeigt sich jedenfalls sehr zufrieden mit dem Gebotenen und ich bin es auch.
Mittwoch, 22. April 2026
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