Mittwoch, 29. April 2026

Lady Blackbird im Jazzit Salzburg

"Lady Blackbird", eine Sängerin aus Los Angeles war mir bisher unbekannt. Nun habe ich sie bei ihrem (ausverkauften) Auftritt im Jazzit Salzburg kennengelernt. Mit sparsam besetzter Band (Chris Seefried, Gitarren und Klavier, Jon Flaugher, E- und Kontrabass, Tamir Barzilay, Schlagzeug) tritt Marley Munroe (ihr bürgerlicher Name) mit schriller, weißer Afro-Perücke auf die Bühne. Schon nach den ersten Liedzeilen scheint es mir, als würde ich die längst verstorbene Ikone Nina Simone hören, so stark ähneln sich die beiden Stimmen. Und auch stilistisch, was Soul und Gospel anbelangt, gibt es große Ähnlichkeiten. Kein Wunder also, dass schon das zweite Lied eine Coverversion von Nina Simone's "Blackbird" ist, von dem sich auch der Künstlername "Lady Blackbird" herleitet. Besonders beeindruckt haben mich die Gospel-Walzer-Stücke der Sängerin. Allerdings kann die Band auch funkige Töne anschlagen und rocken, z. B. bei der Beatles-Coverversion von "Come Together". Neben eigenen Songs erweist Marley Munroe auch noch David Bowie und Bob Dylan mittels Coverversionen die Ehre. Der Kontakt zwischen "Lady Blackbird" und dem Publikum kann an diesem Abend besser nicht sein. Die Hochstimmung überträgt sich wechselseitig. Selbstermächtigung ist ein dominierendes Thema der Lieder, das schließlich auch im letzten Stück zum Ausdruck kommt, dem wunderbaren "I Am What I Am" aus dem 1980er-Musical "La Cage aux Folles", das die "Disco-Queen" Glora Gaynor berühmt gemacht hat. Ein berührender Abend, ein Fest voll positiver Stimmung geht damit zu Ende.
 

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