Wie so viele Jazzbands aus Österreich ist auch dieses Trio in der Studienzeit (beim Studium an der BrucknerUni) entstanden. Die drei Tiroler Studenten haben sich zum Trio Tirol zusammengefunden und sich später in Triol umbenannt. Das sind Andreas Tentschert an Klavier und Synthesizer, Walter Singer am Kontrabass und Florian Baumgartner an den Drums. Die Band, die nur Eigenkompositionen zum Besten gibt, spielt Modern Jazz auf eine recht persönliche, eigenwillige Art. Dazu tragen auch die subtilen elektronischen Sounds des Pianisten bei, die manchen Stücken eine besondere Atmosphäre verleihen. Zwischen den Musikern herrscht Gleichberechtigung, wobei allerdings Andreas Tentschert doch den größeren Improvisationsspielraum zur Verfügung hat und dabei Vorbilder wie Herbie Hancock und McCoy Tyner aufblitzen. Seinen solistischen "Erzählungen" höre ich dabei gespannt zu. Überhaupt ist das Spiel der Gruppe vom Beginn bis zum Ende von Spannung und auch von überraschenden Wendungen geprägt. Ein wahres rhythmisches Glanzstück ist der Titel "Jazzi", ebenso rhythmisch stark bewegt geht es auch beim Stück "Shinkansen" zu, wobei der japanische Schnellzug in Wirklichkeit doch etwas ruhiger unterwegs sein dürfte. Auch Bassist und Schlagzeuger stellen ihre Solo-Künste unter Beweis. Als Zugabe gibt es ein wunderbares Arrangement der Jimi-Hendrix-Nummer "Hey Joe", mit dem das Konzert zur großen Zufriedenheit des erfahrenen Jazz-Publikums im Schl8hof Wels endet.
Mittwoch, 27. Mai 2026
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