Sonntag, 3. Mai 2026

Debasish Gangopadhyay & Paul Zauner im Rossstall Lambach

Seit ich in den 1970er Jahren Ravi Shankar, den bekanntesten Vertreter klassischer indischer Musik, auf Platte gehört habe, hat mich die Faszination dieser Musik nicht mehr losgelassen. In den 1980ern hatte ich dann das erste Mal die Gelegenheit, indische Musiker live auf der Bühne im Kammerhofsaal in Gmunden zu erleben. Dank des Inntöne-Organisators und Posaunisten Paul Zauner kann ich nun schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit den Sitar-Virtuosen Debasish Gangopadhyay im Rossstall Lambach bestaunen. Die ersten 40 Minuten bestreitet dieser durchgehend allein auf seinem komplexen, an Obertönen reichen Instrument. Anfangs zart, langsam und sparsam an Tönen entfaltet sich ein immer facetten- und variantenreicheres Klanggemälde, das die gesamte Bandbreite des Instruments ausschöpft, in höchster Intensität gipfelt und allmählich wieder zur angestammten Ruhe zurückkehrt. Nach dieser musikalischen Höchstleistung ist erst einmal Pause. Im zweiten Set gesellt sich dann Paul Zauner auf der Posaune dazu und jazzigere Klänge verbinden sich organisch mit den Sitar-Lauten, ein magisch anmutendes Miteinander entsteht. Den Abschluss des Konzerts bildet wieder ein Solo-Vortrag von Debasish Gangopadhyay. Was das Sitar-Spiel musikalisch so interessant macht, ist neben des Oberton-Reichtums auch die Möglichkeit durch das seitliche Ziehen der Saiten auf den Bünden die Tonhöhe fließend zu zu verändern, was Verzierungen und Glissandi ermöglicht. Dass musikalische Welten nicht so weit auseinander liegen, wie man vielleicht glauben könnte, beweist dieses Konzert. Im Gegenteil, Musik ist jene Kraft, die die Welt vereint.
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen