Donnerstag, 7. Mai 2026

Nils Petter Molvaer Trio im Jazzit Salzburg

Der norwegische Trompeter Nils Petter Molvaer ist bereits 1997 mit seinem Album-Debut "Khmer" in Erscheinung getreten, das auch gleich den Preis der deutschen Schallplattenkritik einheimste. Fast 30 Jahre später erlebe ich den Norweger nun mit seinem Trio (Jo Berger Myhre, Bassgitarre und Erland Dahlen, Percussion) im Salzburger Jazzit zum ersten Mal live. Er hat einen eigenen, unverkennbaren Stil entwickelt, der auf elektronische Hilfsmittel sowohl beim Trompetensound wie auch im Bassbereich setzt. Heraus kommen dabei einerseits sphärische Trompetenklänge und Dub-Elemente bei den tiefen Frequenzen. Das Ganze hat eine magische Anziehungskraft und kann durchaus tranceartig wirken. Die Bandbreite, was Intensität und Lautstärke betriffe, ist enorm und reicht von sanften, melodischen Tönen bis zu exsaltierten Ausbrüchen aller Beteiligten. Was die Soundgebung anbelangt, ist alles genauestens kalkuliert, nichts passiert zufällig. Die dem Jazz eigene Improvisation hat dabei Raum genug, um sich zu entfalten, und zwar bei allen Bandmitgliedern. Der Percussionist und Schlagzeuger hat dafür auch ein besonders breites Angebot an metallischen Klängen (wie z. B. große Glocken) zur Verfügung. Selten erzeugen Klänge bei mir derart angenehme Gefühle wie jene dieses Trios. Es ist, als würde ich ein Klangbad nehmen. "Future Jazz" nannte die Kritik das, was Nils Petter Molvaer hervorgebracht hat. Eine Zukunft voller Schönheit und Wärme.
 

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