Samstag, 16. Mai 2026

Allan Praskin Quartett im Rossstall Lambach

Der aus Los Angeles stammende, 77-jährige Altsaxophonist Allan Praskin lebt schon seit über 50 Jahren in Europa (zurzeit in Berlin) und hat viele Jahre an der Bruckner-Uni unterrichtet. Hatte es sich in den 1960er noch dem Free-Jazz verschrieben, so spielt er nun Modern Jazz auf höchstem Niveau. Seine Mitglieder im Quartett sind die in der österreichischen Jazzszene beheimateten Oliver Kent am Klavier, Johannes Strasser am Kontrabass und Mario Gonzi am Schlagzeug. Sichtlich erfreut über diesen großartigen Rückhalt kann Praskin seine Improvisationskünste voll entfalten. Sein Spiel beeindruckt durch eine ganz eigenständige Phrasierungsweise und großer Kreativität. Er ist einer jener Sorte von musikalischen "Erzählern", denen ich stundenlang lauschen und auf die Finger schauen könnte. Neben ein paar Eigenkompositionen werden auch bekannte Stücke der Jazzliteratur interpretiert, wie z. B. Burt Bacharach's "Alfie", Cy Coleman's "Witchcraft", Duke Ellington's "Prelude to a Kiss" (eines meiner Lieblingslieder) und der schöne Jazz-Walzer "Fire Waltz" von Mal Waldron. Natürlich kommen auch Praskin's musikalische Partner mit viruosen Soloeinlagen voll zum Zug. Was insgesamt dabei herauskommt, ist Musik, wie ich sie mir schöner und gekonnter nicht vorstellen kann. Allen Praskin's Bühnenpräsenz zeigt mir einen Mann, dessen höchste Freude es ist, sich hier musikalisch entfalten und gleichzeitig die Begleitung seiner Band voll genießen zu dürfen. So viel Glück strahlt selten ein Musiker von der Bühne herab aus. Ebenso glücklich scheint die begeisterte Zuhörerschaft an diesem Abend im Rossstall Lambach gewesen zu sein.
 

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