Freitag, 14. August 2026

Unorthodox Radio im OKH Vöcklabruck

Auf Ö3 wird man die Songs dieser Band nicht spielen, dafür sind sie zu unorthodox arrangiert, wie der Bandname bereits verrät. Obwohl die Lieder gut ins Pop-Genre mit all seinen Schattierungen passen, sind sie nicht Pop-Radio tauglich, weil sie allzu viele Elemente des Jazz enthalten, vor allem ausgedehnte Solo-Improvisationsausflüge insbesondere durch den Saxophonisten Armin Jambor und den jungen Mann am E-Piano. Das Highlight des Quintetts ist für mich die hervorragende Rhythmusgruppe (E-Bass, Schlagzeug und E-Piano), wobei mir das Spiel der neu dazugekommenen Schlagzeugerin Gloria Handler besonders gut gefällt. Die Sängerin und Bandleaderin ist Michaela Fröhlich, von der auch die poppigen Lieder stammen, die vor allem recht persönliche Hintergründe haben. Der Großteil der Songs sind Eigenkompositionen, bisweilen wird allerdings auch ein allseits bekannter, "unorthodox" arrangierter Popsong eingestreut (z. B. "Can't Take My Eyes Off You"). Die stilistische Bandbreite ist dabei durchaus beachtlich, Uptempo und Slowtempo wechseln sich ab, manchmal wird es recht soulig und zur Abwechslung gibt es auch ein Lied im Dreivierteltakt. Armin Jambor's Improvisationen am Tenorsax sprühen vor Kraft und Ideenreichtum und lassen vor dem Hintergrund der grandiosen Rhythmussektion mein Jazzer-Herz höher schlagen. Auch das Publikum in der Bar des OKH Vöcklabruck zeigt sich von der Performance dieser Grazer Band an diesem thursday4jazz recht positiv beeindruckt.
 

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