Sonntagabend ist im Sommer Jazztime im schönen Ambiente des Musikpavillons Linz an der Donaupromenade. Ein paar Konzerte darf dabei "Jazz point Linz" kuratieren. Diesen Sommerabend bestreitet das Bernhard Osanna Quintett, bestehend aus Bernhard Osanna (E-Bass, Kontrabass), Markus Gaudriot (E-Piano), Christian Stolz (Schlagzeug), Josef Fuchsberger (Trompete, Flügelhorn) und Ilse Riedler (Saxophone). Die Kompositionen liefert allesamt der Bandleader, und die sind stilistisch recht bunt gemischt. Bebop und Hard Bop Beeinflusstes gibt es zu hören, lateinamerikanische Rhythmen und Jazz-Walzer und reichlich Funky Jazz und auch eine Jazz-Ballade. Unbestritten ist die professionelle Qualität der Musizierenden in Verbindung mit ungetrübter Spielfreude. Abwechselnd bieten sich, wie im traditionellen Jazz üblich, Gelegenheiten für solistische Einlagen der Beteiligten mit großartigen Einzelleistungen, wobei mich der Trompeter dabei am meisten angesprochen hat. Das musikalische Ergebnis der Band ist wie aus einem Guss und macht es mir möglich, mich darin zeitweise völlig zu versenken. Das Quintett erfindet Jazz nicht neu, liefert allerdings im Rahmen des allseits Bekannten eine beeindruckende Performance, die mit viel Applaus goutiert wird.
Montag, 3. August 2026
Sonntag, 2. August 2026
Fennesz in der evangelischen Kirche Attersee am Attersee
Im Rahmen des Kunstfestivals "Perspektiven Attersee" gibt es auch heuer wieder Musikevents. Eines davon ist eine Performance von Christian Fennesz, die in der kleinen evangelischen Kirche im Ortszentrum von Attersee am Attersee stattfindet. In dem nur 155 Quadratmeter großen Kirchenraum lässt Fennesz seine kunstvollen elektronischen Geräuschgebilde (mit Gitarrenunterstützung) mit teils ohrenbetäubender Lautstärke los, was dazu führt, dass viele der Zuhörenden den Kirchenraum früher oder später fluchtartig verlassen. Die Veranstalter:innen sind zwar bemüht, die Lautstärke auf ein für alle erträgliches Maß zu drosseln, allerdings spricht sich der Künstler vehement dagegen aus. Ich halte relativ lange durch (eine gute halbe Stunde), dann habe auch ich genug. Dabei ist das, was Fennesz an Klängen produziert, durchaus hörenswert und künstlerisch anspruchsvoll. Von Melodik ist nicht viel vorhanden, auch um Rhythmik geht es kaum, dafür um Geräusche und Klänge jeglicher Art, im Bassbereich, in den mittleren Lagen und auch im Hochtonbereich angesiedelt. Vielfach erinnern mich die Sounds an Alltagsgeräusche, darunter durchaus auch Glockengeläute, das ja zum Aufführungsort passt, allerdings auch an den Lärm im Walzwerk der VOEST, den man sich am besten nur mit gutem Gehörschutz aussetzt. Sinustöne mit unterschiedlichen Frequenzen und weißes Rauschen treten stellenweise markant hervor. Geräuschkunst elektronischer Natur ist mir durchaus nicht fremd und ich konnte sie auch schon in so mancher Live-Aufführung genießen. Das wäre auch in der kleinen Kirche in Attersee möglich gewesen, hätte nicht der Künstler, den Dezibel-Wert an die oberste Stelle seiner Prioritätenliste gesetzt. Weniger ist oft mehr. In diesem Fall wäre der Mehrwert sogar ziemlich hoch ausgefallen.
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