Bereits zum fünften Mal findet am Areal des ehemaligen Seebahnhofs Gmunden das zweitätige Seebahnhof-Festival des Kulturvereins "Schreiantn" statt. Eine der Hauptattraktionen ist die Lokal-Heroin Anja Sodnikar, besser bekannt als SODL. Vor einem Jahr habe ich im OKH Vöcklabruck bereits einen ihrer Solo-Auftritte bewundert, nun ist sie in Begleitung von Paulina Scholz (Violine), Leo Weidinger (Bass) und Matthias Pfaffl (Schlagzeug) zu hören. Dadurch wird ihr Auftritt deutlich rockiger und fetziger, büßt allerdings gleichzeitig an subtiler Intimität ein. Das Songmaterial reicht von einfachen Pop-Songs und Schunkelliedern bis zu recht harten rockigen und funkigen Nummern. SODL agiert dabei ganz im Stil eines Rockstars mit überschwänglichen Rockgitarrenriffs und einer beachtlichen körperlichen Bühnenperformance. Dabei wirkt nichts gekünstelt. Sie lässt sich einfach gehen, wie es ihr gerade passt, ist mein Eindruck. Die Songs von SODL drehen sich im Kern um persönliche Reflexionen über zwischenmenschliche Beziehungen, innere Gefühlswelten und die Natur. Die expressive Art ihres Gesangs, der Schreie als Stilmittel inkludiert, ist dabei besonders beeindruckend. Überhaupt ist es ihre erfrischend unbekümmerte Art, sich mittels Musik auszudrücken, die den Reiz ihres Auftritts ausmacht. „Würde ich auf Deutsch singen, würde mir die Pumpe gehen. Auf Englisch bin ich geschützt", sagt Anja Sodnikar in einem Interview. In Gmunden hat sie nun doch auch ein Lied auf Deutsch gesungen. Ich bin gespannt, was von SODL in Zukunft noch alles kommen wird, bei dem großen Potenzial, das die junge Frau schon jetzt offenbart.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen