Montag, 17. August 2026

Andi Weiss Quintett im Musikpavillon Linz

"Thank you Mr. Blakey" nennt der österreichische Schlagzeuger Andi Weiss sein Programm am letzten Abend der sommerlichen Musikpavillon-Konzertsaison an der Linzer Donaupromenade. Er würdigt damit den Einfluss des US-Schlagzeugers Art Blakey, der mit seinen "Jazz Messengers" (1955 - 1990) Jazz-Geschichte geschrieben hat. Mit Andi Weiss spielen Karl Sayer am Kontrabass, Erwin Schmidt am E-Piano, Thomas Huber am Tenorsax und Simon Plötzeneder an der Trompete und am Flügelhorn. Die dargebotenen Kompositionen stammen großteils aus den frühen 1960er Jahren, der Blütezeit des Hard Bop. Hank Mobley, Lee Morgan, Blue Mitchell und sogar Herbie Hancock sind die Autoren. Dazu kommen noch ältere Stücke wie "Con Alma" (Dizzy Gillespie) und die Jazz-Standars "Lover Man" und "My One and Only Love". All das klingt ganz im Stil der 1950er und 1960er Jahre, auch was die abwechselnden soliden Solo-Improvisationen der Beteiligten anbelangt, wobei die Bläser und das Piano den Hauptanteil daran haben. Was damals als "Modern Jazz" gegolten hat, ist nach fast 70-jähriger Weiterentwicklung schon lange nichts Neues mehr und klingt daher recht vorhersehbar. Schon 1980, als ich Art Blakey mit seinen "Jazz Messengers" (mit den gerade neu entdeckten Marsalis-Brüdern) beim Jazz-Festival Wiesen live erleben konnte, wirkte sein Stil für mich schon leicht antiquiert. Allerdings hat neben dem Bestreben nach Innovation auch die gepflegte Tradition in der Musik ihren Sinn und ihre Berechtigung.
 

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