Dem Verein der Orgelfreunde Schlierbach ist es zu verdanken, dass diesen Sommer Orgelkonzerte in der wunderbaren Barock-Kirche des Stifts Schlierbach stattgefunden haben. Beim letzten bin ich dabei, weil mich die Kombination aus Kirchenorgel (gespielt von Mona Hartmann) und Akkordeon (mit Pavel Efrenov) neugierig gemacht hat. Allerdings hat die extreme Sommerhitze dazu geführt, dass sich die Stimmung der Orgel merkbar erhöht hat, was das Zusammenspiel mit dem Akkordeon fast unmöglich macht. So gehen Orgel und Akkordeon meist getrennte Wege und führen gemeinsam nur wenige Stücke auf. Ich kann mich daher besonders auf die Solo-Performance des aus der Republik Moldau stammenden und nun in Deutschland lebenden Akkordeonisten Pavel Efrenov konzentrieren. Und die ist überaus beeindruckend. Sowohl mit zeitgenössischen Werken (von Martynas Levickis und Mikolaj Majkusiak) als auch mit Barockmusik (von Francois Couperin und Antonio Vivaldi) kann mich der Akkordeon-Virtuose vollauf begeistern. Das Akkordeon füllt dabei unverstärkt den Kirchenraum klanglich vollkommen, wirkt erstaunlich dynamisch und kommt dabei in den höheren Lagen dem Sound der Kirchenorgel bisweilen sogar ziemlich nahe. Wer immer mir eine besondere Freude bereiten will, nimmt ein Stück von Astor Piazzolla in sein Programm auf. Hier sind es gleich zwei: "Chiquilin de Bachin" interpretiert Pavel Efrenov solo, "Oblivion" intonieren die Musiker:innen zusammen. Orgelwerke von Mozart und Bach - von Mona Hartmann eindrucksvoll dargeboten - vervollständigen den magischen Konzertabend. Die Offenbarung des Abends ist für mich allerdings der junge Akkordeon-Artist, den ich gerne wieder hören möchte.
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