Mittwoch, 24. Juni 2026

Hotel Bossa Nova im Schl8hof Wels

Meist bekommt man ja österreichische Bands im Rahmen der Musikwerkstatt Wels zu hören. Dieses Mal ist es allerdings ein Quartett aus Hessen, das von Liza Da Costa, einer Sängerin und Komponistin mit mütterlicherseits portugiesischen Wurzeln geleitet wird. Begleitet wird sie vom Gitarristen Tilmann Höhn, vom Bassisten Alexander Sonntag und vom Schlaglzeuger Wolfgang Stamm. Weltmusik mit portugiesisch-brasilianischem Einschlag und reichlich Jazz-Elementen bekommt man zu hören. Gesungen wird auf Portugiesisch mit klarer, akrobatischer Stimme, für die es keine Grenzen zu geben scheint. Selbst Scat-Gesang kommt zum Einsatz, wenn der Worte genug gesungen sind. Kongenialer musikalischer Partner ist vor allem Tilmann Höhn, ein wahrer Zauberer sowohl auf diversen akustischen Gitarren als auch auf der E-Gitarre, wobei er auf diverse elektronische Hilfsmittel zur Klangvariation zurückgreifen kann. Dabei geht es allerdings auch ganz ohne solche, was eine Unplugged-Session am Ende der Vorstellung bestätigt. Der im Bandnamen vorkommende Bossa Nova ist nur eine der vielen lateinamerikanischen Rhythmen, auf die die Eigenkompositionen aufbauen. Stark vertreten sind dabei die Sambarhythmen. Das Ganze ergibt eine hochemotionale, temperamentvolle Musik, musikalisch hochklassig und voller Spielfreude. Das Markenzeichen des Jazz, die Soloimprovisation aller Beteiligten hat dabei einen hohen Stellenwert. Hotel Bossa Nova ist eine Band, die vom ersten Ton an demonstriert, welche Kraft in Musik und Gesang stecken und die dieses hohe Energielevel bis zum Schluss hochhält, ja sogar noch zu steigern weiß. Dass sich das wie immer hoch konzentrierte Publikum im Schl8hof Wels von diesem Sturm mitreißen lässt, nur allzu verständlich. Mehr als Hingabe braucht es dazu nicht.
 

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