Das Gustav-Mahler-Festival findet nun schon zum 10. Mal in Steinbach am Attersee statt, an dem Ort, an dem der berühmte Musiker seine Dritte Symphonie komponiert hat. Daher steht sie auch heuer am Programm und wird vom Bruckner-Orchester unter der Leitung von Markus Poschner und mit Beteiligung von drei Chören in der Steinbach Halle aufgeführt. 1000 Besucher:innen bekommen in der überhitzten Sporthalle dieses spannende, 100 Minuten dauernde Werk Mahler's zu Gehör. Obwohl ich weit entfernt von klassischer symphonischer Musik sozialisiert worden bin, hat Gustav Mahler mit seiner Klangmacht schon in meiner Studentenzeit mein Interesse erweckt. Dass ich nun die Möglichkeit habe, dieses große Werk live zu erleben, freut mich sehr. Vor dem Hintergrund meines reichhaltigen musikalischen Erfahrungsschatzes erscheinen für mich so einige Auffälligkeiten. Der Wechsel zwischen zackigem Militärmarsch und getragenem Trauermarsch prägt den ersten Satz. Auf Phasen hoher Intensität und großer Lautstärke folgen immer wieder sparsam instrumentierte leise Passagen. Volksliedhaftes fließt ein. Auch der Tempowechsel ist ein auffälliges Stilelement. Das Orchester bildet mit seinem reichen Instrumentarium ein sehr breites Spektrum an Klangfarben, wobei Mahler mit dem Hornklang seine besondere Freude gehabt haben dürfte. Auch die menschliche Stimme wird sowohl solistisch als auch in Form der Chöre eingesetzt. Einen besonders ruhigen und festlich-feierlichen Charakter nimmt die Symphonie im letzten Satz an, der bei mir und wohl auch bei anderen ein besonderes Wohlgefühl erzeugt. Erstaunlich für mich ist, welcher Luxus an personellen und instrumentalen Möglichkeiten den Musikschaffenden im Klassik-Genre zur Verfügung steht. Damit lässt sich schon ordentlich was anfangen, wie ich mit Begeisterung feststellen kann.
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