Er lebt schon mehr als zehn Jahre in Österreich und stammt aus Burkina Faso: der Sänger und N'Goni-Spieler Adama Dicko, der mit Seno Blues im Kino Ebensee gastiert. Seine Band besteht aus einer Saxophonistin, einem Schlagzeuger, einem Conga-Spieler, einem Bassisten (Emanuel Kopf) und einem E-Gitarristen (Paul Oberndorfer). Schon die ersten Takte zeigen, wohin die Reise geht. Die Band spielt und Adama Dicko singt den von mir so geliebten Sahel-Blues (Desert-Blues) mit seinem treibenden Rhythmus, der mich kaum eine Minute auf meinem bequemen Kino-Sessel verharren lässt, sondern zum Durchtanzen für die Dauer des Konzerts animiert, wie es fast der ganze Saal bald ebenfalls macht. Diese Musik hat etwas Hypnotisches an sich, vor allem verursacht einerseits durch die Gesangsstimme und die Melodien auf der Kamale Ngoni, andererseits durch den eindringlichen Rhythmus, erzeugt von den Drummern und dem Bassisten, der eine besondere akustische Bassgitarre verwendet. Das Kamale Ngoni ist eine westafrikanische Harfenlaute mit bis zu 18 Saiten und einem Korpus aus einem Kalebassenkürbis. Tenorsaxophon und E-Gitarre tragen wesentlich zum vollen Band-Sound bei. Dass Blues und Reggae in Afrika ihre Wurzeln haben, wird mit dieser Musik offenkundig. Nach fast zwei Stunden musikalischer Reise durch die Wüsten und Steppen von Mali und Burkina Faso kommen Musiker und Publikum schließlich zu ihrer wohlverdienten Ruhe. Diese Musik hat mir sehr gut getan.
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