Freitag, 12. Juni 2026
Lisa Hofmaninger & Helene Glüxam im OKH Vöcklabruck
Die beiden Musikerinnen kenne ich ja schon ziemlich lange, dennoch freut es mich immer wieder, sie in Livekonzerten zu erleben. Im OKH Vöcklabruck bietet sich im Rahmen von thursdays4jazz nun eine neuerliche Gelegenheit. Lisa Hofmaninger hat ihr Instrumentarium erweitert und tritt nun zusätzlich zu Altsaxophon und Bassklarinette auch mit Tenorsaxophon auf. Helene Glüxam zupft, streicht und schlägt den Kontrabass. Schon das erste Stück (ohne Titel) sagt viel aus über die Musikauffassung der Künstlerinnen: Musik entsteht im Augenblick und entfaltet sich am besten, wenn sie durch spontanes Improvisieren zustande kommt. Eine weiteres frei improvisiertes Stück sollte noch folgen. Dazwischen gibt es selbst Komponiertes zu hören, das ebenfalls viel Raum offen lässt fürs Improvisieren, wobei jede der Frauen ihre Eigenheiten hervorkehren kann. Das klangspielerische Experimentieren ist die Sache von Lisa Hofmaninger, die ihren Instrumenten allerlei originelle Sounds entlockt, indem sie diese bisweilen zerlegt und wieder (neu) zusammenbaut. Ohne Mundstück kann sie am Altsaxophon zischende Geräusche bilden, die sonst nicht möglich wären. Und ohne Mundstück lässt sich die Bassklarinette zu einem Perkussionsinstrument umbauen, das fast einer zarten Trommel ähnelt. Helene Glüxam erweitert ihren musikalischen Ausdruck durch vokale Zutaten, die ihr neue (emotionale) Möglichkeiten bieten. Die Beiden machen Musik, die für mich jeden Moment spannend ist und der ich noch viel länger folgen könnte, als die Stücke tatsächlich dauern. Auch im Publikum ist diese Spannung zu spüren, die sich in hoch konzentriertem Zuhören zeigt. Kein Wunder bei der Musik, die so viel zu sagen hat.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen