"Seit mehr als 30 Jahren um und auf" (so der Titel des Konzertabends) ist nun schon das Trio, das sich dem "Neuen Wienerlied" widmet. Fast ebenso lang bin ich ein begeisterter Fan der drei Musiker: Heinz Ditsch (Akkordeon und singende Säge), Paul Skrepek (Kontragitarre) und Wolfgang Vincenz Wizlsperger (Gesang, Kamm, Euphonium). Vincenz Wizlsperger begibt sich dabei in die Rolle morbider Verlierer, von Widrigkeiten geprägter Randfiguren der Gesellschaft, die ihren Liebes- und sonstigen Kummer im Alkohol zu ertränken versuchen. Musikalisch lehnt sich die Band an das traditionelle Wienerlied an oder verwendet bekannte Melodien aus dem Fundus der Popularmusik, wie z. B. von Songs der Beatles. Die Lieder von "Kollegium Kalksburg" sind kleine Dramen voller Anklage aber auch Pamphlete des Widerstands gegen ein missliebige Weltsicht. Meist ergeben sich allerdings die dargestellten Typen ihrem Schicksal, schauen zurück auf zerbrochene Liebesbeziehungen, saufen sich zu Tode oder versuchen ihrem Leben anderweitig ein Ende zu bereiten. Sie ergeben sich ihrem unausweichlichen Schicksal, das auch Thema des berühmten Wienerlieds "Wenn der Herrgott net will" ist, zu dem die Kalksburger einen englischen Text geschrieben haben. Die Texte sind sonst im Wiener Dialekt verfasst, einer Sprache, die heute eher vom Aussterben bedroht ist, als dass sie noch weite Verbreitung finden würde. Für mich sind die Lieder des Kollegium Kalksburg voller Poesie und üben in Verbindung mit den meist melancholischen Melodien eine starke Faszination auf mich aus. Obwohl ich das Trio nun schon so oft live erleben durfte, wird ihr Auftritt beim Kultursommer Wien im Stadtpark Atzgersdorf für mich sicher nicht der letzte gewesen sein.
Freitag, 31. Juli 2026
Leléka im Stadtpark Atzgersdorf, Wien
Seit dem Corona-Jahr 2020 gibt es in Wien die sechswöchige Gratis-Veranstaltungsreihe "Kultursommer Wien" mit zahlreichen Freiluftkonzerten in verschiedenen Wiener Parkanlagen. Mich zieht es heuer in den Stadtpark Atzgersdorf im Bezirk Liesing, um dort wieder einmal "Kollegium Kalksburg" zu hören. Doch vorher gibt es noch ein anderes Konzert, und zwar das von der mir bislang unbekannten Band Leléka. Gar so unbekannt dürfte das Quartett um die in Berlin lebende Sängerin Viktoria Leléka allerdings auch wieder nicht sein, hat doch die Künstlerin den Beitrag der Ukraine beim diesjährigen Eurovision Song Contest bestritten. Die Besetzung gleicht der eines klassischen Jazz-Quartetts mit E-Piano, Kontrabass, Schlagzeug und einer Sängerin. Was es bietet, ist auch eine Art von Jazz, die man als Folk-Jazz bezeichnen kann, sind es doch hauptsächlich ukrainische Volkslieder, die die Sängerin vorträgt mit der Freiheit, die den Jazz auszeichnet, und mit dem Freiraum für Improvisation der Bandmitglieder, der vor allem von der Berliner Jazz-Pianistin Anna Wohlfahrth auch reichlich genutzt wird. Was die Frontfrau auszeichnet, ist erstens eine wunderbare Stimme, deren Umfang und Intensität beachtlich ist, und zweitens eine Bühnenpräsenz und Körpersprache, die mich in Erstaunen versetzt. Mit spielerischer Leichtigkeit stellt sie umgehend den Draht zum Publikum her und gewinnt es mit berührenden Ansagen die Herzen der Anwesenden. Auch wenn ich kein Wort Ukrainisch verstehe, üben die Lieder eine fast magische Wirkung auf mich als Zuhörer aus, allein durch die Stimmung, die die Sängerin imstande ist, damit zu vermitteln. Auch den Song-Contest-Beitrag trägt Leléka vor. Dass er "nur" auf Platz neun gelandet ist, liegt wohl an seiner künstlerischen Komplexität, die die Chancen beim Wettsingen nicht gerade vergrößert. An diesem heißen Sommerabend im Stadtpark Atzgersdorf hat er sich harmonisch ins Gesamtprogramm eingefügt.
Donnerstag, 30. Juli 2026
Secret Life - Songs of Leonard Cohen im Schl8hof Wels
Bald werden es zehn Jahre, dass der große Poet und Musiker Leonard Cohen das Zeitliche gesegnet hat und er seine Musik nicht mehr selbst darbieten kann. Dafür können das andere, wie z. B. das Oktett um den obösterreichischen Sänger und Gitarristen Martin Primetshofer, das sich schon seit ein paar Jahren dem Liedschatz Cohen's widmet und eine Auswahl seiner LIeder wiederbelebt und dem Publikum zu Gehör bringt. Karin Brandmayer und Christina Sturmeir sind dabei die wichtigen Frauenstimmen, Edi Grinninger und Geri Ritt steuern die subtilen Gitarrensounds bei, Werner Enzlmüller spielt den Bass, Nik Haider das Keyboard und Andi Primetshofer das Schlagzeug. Die Arrangements orientieren sich recht schnörkellos nahe am Original, der Gesang spielt dabei die wichtigste Rolle, sind es doch vor allem die Texte voller Poesie, die neben den eingängigen Melodien den Reiz dieser Songs ausmachen. Die Songauswahl ist eine Mischung aus allseits Bekanntem und weniger populären Werken wie einerseits "Suzanne", "So Long, Marianne" und "Dance Me to the End of Love" oder andererseits "If It Be Your Will", "On the Level" und "You Have Loved Enough". Martin Primetshofer's Stimme klingt dabei oft wirklich wie die von Leonard Cohen, die Frauenstimmen haben auch hier die überaus wichtige Funktion, die sie bei den Live-Konzerten des Künstlern aus Kanada hatten. Cohen-Songs auch nach dem Tod Cohen's live erleben zu können, schätze ich sehr, sodass ich immer wieder die sich mir bietenden Gelegenheiten dazu nutze. Kein Wunder also, dass ich nun schon zum dritten Mal Zuhörer bei diesem Songs-of-Leonard-Cohen-Programm bin. Der große Publikumsandrang im Freigelände des Schl8hof Wels zeigt, dass es dabei anscheinend nicht nur mir so geht.
Montag, 27. Juli 2026
Mulo Francel Quartett im Living Room Salzburg
Der bayrische Saxophonist Mulo Francel ist mir als Bandleader von "Quadro Nuevo" 2013 im Barocktheater des Stiftes Lambach zum ersten Mal begegnet. Meine Begeisterung war groß, sodass ich in der Zwischenzeit mehrere Gelegenheiten ergriffen habe, eines seiner Projekte zu bestaunen. Im Living Room Salzburg bietet sich nun wieder die Möglichkeit, ihn zusammen mit Chris Gall am E-Piano, D.D. Lowka am Kontrabass und Lokalmatador Robert Kainar am Schlagzeug zu hören. Tief in der Jazztradition verwurzelt hat sich Mulo Francel der Weltmusik geöffnet und verarbeitet in seinen Eigenkompositionen deren Einflüsse (Mulo's Mambo, Mocca Swing, Die Reise nach Batumi). Auch Chris Gall steuert einige Kompositionen bei. Besonders interessant dabei ist seine Bearbeitung von Debussy's "Claire de Lune". Mulo Francel bietet im Laufe des Abends ein breites Klangspektrum, das vom Tenorsaxophon über das Sopransaxophon, das antiquierte C-Melody-Saxophon und die B-Klarinette bis zur Bassklarinette reicht. Seine Improvisationen vermitteln für mich eine virtuose Leichtigkeit. Natürlich gibt es auch viel Freiraum für die spontanen Ideen der anderen Bandmitglieder, wobei die Soli des Pianisten besonders hervorstechen. Das Weltmusik-Konzept von Quadro Nuevo findet auch in diesem Quartett seinen stimmigen Ausdruck. Große musikalische Offenheit, verbunden mit großer Spielfreude zieht das Publikum in ihren Bann. Der Abend lässt keine musikalischen Wünsche offen, außer vielleicht den Wunsch nach einer zweiten Zugabe.
Sonntag, 26. Juli 2026
Fiva beim OKH-Open-Air Vöcklabruck
Hip-Hop ist ja nicht gerade mein musikalisches Zuhause. Dennoch hat dieses Genre auch für mich seinen Reiz. Nun habe ich die Gelegenheit, die bekannte deutsche Rapperin Fiva (Nina Sonnenberg) beim OKH-Open-Air live zu erleben. Was mir gefällt, ist die sparsame Instrumentierung mit Bass, Schlagzeug und Keyboard, wodurch Fiva mit ihrer Stimme und ihrer Bühnenpräsenz den Raum dominieren kann. Es geht auch nicht um spezielle Soundeffekte, die treibenden Elemente bilden das Schlagzeug und der brilliante Bass. Was Fiva zu erzählen hat, betrifft zutiefst Persönliches und ebenso Gesellschaftliches, oft miteinander in Verbindung gebracht bis hinein ins Politische: "Große Katastrophen haben kleine Geister". Ihr gelingt es von Anfang an, einen intensiven Kontakt zum Publikum herzustellen und sie spricht die Leute auch direkt an: "Könnt ihr da unten hören, was ich hier oben sage?", oder sie erzählt von Außergewöhnlichem, das sie beeindruckt hat. Ihre Performance macht trotz der oft recht ernsten Inhalte einen sehr entspannten Eindruck, die Leichtigkeit überwiegt, bejahende Botschaften gewinnen die Oberhand: "Du bist nicht mein Monster", "Das Beste ist noch nicht vorbei", "Die Stadt gehört wieder mir". Fiva gibt die volksnahe, unverkrampfte musikalische Widerstandskämpferin voller positiver Energie, womit sie beim Vöcklabrucker Publikum (und auch bei mir) auf große Gegenliebe stößt. Nicht zuletzt ist es allerdings auch das wunderbare Ambiente des OKH-Freigeländes, das diesen Konzertabend zu einem bezaubernden Fest werden lässt.
Donnerstag, 23. Juli 2026
Der Nino aus Wien im Schl8hof Wels
Ich weiß gar nicht, wie oft ich den Nino aus Wien schon live erlebt habe, so zahlreich waren meine Besuche seiner Auftritte. Dieses Mal spielt er mit seiner bewährten "Aus Wien Band" mit Raphael Sas an Gitarre und Keyboard, David Wukitsevits am Schlagzeug und PauT (Paul Schreier) am Bass und an der Klarinette. Einige Lieder sind neu und kommen im rockigen Gewand daher. Nicht fehlen dürfen dann auch gleich einmal die Klassiker "No a bissl foischer" und "Unentschieden gegen Ried". Welche seiner Lieder Nino Mandl am meisten am Herzen liegen (und mir auch), erfährt man im Verlauf des Konzerts, nämlich die gelungene Bob-Dylan-Bearbeitung "Der Mai ist vorbei" (Simple Twist Of Fate), das wunderbare "Unter Fischen", der Klassiker "Plurabelle", "Taxi Driver" mit der einprägsamen Verszeile "Die Wöd is a unglaublich düsteres Loch" und schlussendlich "Es geht immer ums Vollenden", in dem der Künstler seine Künstlerexistenz reflektiert. In diesen Liedern kommt die poetische Ader Nino Mandl's am überzeugendsten zum Ausdruck. Seine Wien-Verbundenheit unterstreichen noch Songs wie "Praterlied" und "Waschechter Weana" recht eindrücklich. Das angenehme Freiluft-Ambiente des Schl8hofs Wels (Flavour Yard) veredeln den Musikgenuss zusätzlich und das zahlreich erschienene Publikum zeigt sich zurecht hellauf begeistert. Ich kann den Nino aus Wien noch so oft hören und sehen, und es zieht mich immer wieder zu seinen Konzerten hin.
Sonntag, 19. Juli 2026
Johannes Dickbauer & Jiří Slavik im Hollengut
Einmal im Jahr übersiedelt das Rossstall-Team von Lambach in das nicht weit entfernte Hollengut, um dort Freiluft-Konzerte zu veranstalten. Zwei hervorragende Musiker, Professoren-Kollegen an der Bruckner-Uni, bestreiten diesen Musik-Abend: Johannes Dickbauer an der Violine und Jiří Slavik am Kontrabass. Wenig Eigenes, dafür allerdings viel Bekanntes aus dem großen Fundus der Jazz-, Pop-und Folk-Traditon kommt dabei zur Aufführung. Mit Bob Dylan's "Blowing In The Wind" geht es los und mit Kenny Dorham's "Blue Bossa" endet das Konzert. Dazwischen finden sich Jazz-Standards wie "Skylark", "Summertime" und "There Will Never Be Another You", Django-Reinhardt-Kompositionen, Lateinamerikanisches und tschechische und heimische Volksweisen. Allen Stücken ist gemeinsam, dass sie die Basis bilden für das, was die beiden Virtuosen mit ihrem Spiel daraus machen, wie sie rhythmisch und tonal damit umgehen und welche Improvisations-Einfälle sie dazu haben. Die Instrumente erklingen unverstärkt, so wie sie sind, was für mich immer das schönste Klangerlebnis garantiert. Die Spielfreude der Musizierenden ist nicht zu übersehen und zu überhören, die Qualität des Gebotenen ist überragend. Somit genießt die Zuhörerschaft dieses Abends ein wunderbares Konzert in einem ebensolchen Ambiente.
Samstag, 18. Juli 2026
"Nothing Causes Anything" im Jazzit Salzburg
"Nothing Causes Anything" nennt sich ein 2024 gestartetes Projekt der österreichischen Musiker:innen Yvonne Moriel (Altsaxophon), Vincent Pongrácz (Bassklarinette) und Alex Kranabetter (Trompete und Electronics), ergänzt durch den Schweizer Schlagzeuger Hannes Prisi. Was im Jazzit Salzburg sofort auffällt, ist das spezielle Setting. Das Quartett nimmt einander zugewandt in der Mitte des Saals Platz. Rundherum postiert sich das Publikum. Recht verhalten und minimalistisch beginnt die Vorstellung, gleich wird auch klar, dass hier auch elektronisch Erzeugtes eine wichtige Rolle spielt. Es braucht einige Zeit, bis die Musik beginnt, mich in ihren Bann zu ziehen. Bald schwillt sie zu kollektiven Kraftausbrüchen an, dann herrschen wieder zarte, fragile Klänge. Im Laufe des Konzerts spielt Rhythmik eine immer dominierendere Rolle und nimmt Techno affine Züge an. Bassklarinette und elektronische Sounds sorgen für mitreißende Basslinien. Die Darbietung lebt von ihrem großen Abwechslungsreichtum was stilistische Einflüsse betrifft, sodass beispielsweise sowohl Bezüge zu Barockmusik als auch zu Bebop offenkundig werden. Stilistische Vielfalt und Eigenständigkeit gehen eine wunderbare Verbindung ein, aus der großartige, spannende Musik entsteht, die auch viel Freiraum für Improvisiertes offen lässt. Das konzentriert lauschende Publikum reagiert darauf mit großer Begeisterung.
Freitag, 17. Juli 2026
"Im Puls der Zeit" an der Universität Mozarteum Salzburg
An der Universität Mozarteum gibt es ein Förderprogramm für Nachwuchskünstlerinnen auf dem Karriereweg zur Hochschulprofessorin (FAiR - Female Artists in Residence). Die junge deutsche Schlagwerkerin Vivi Vassileva hat in dieser Funktion ein Programm mit Studierenden und dem schwedischen Pianisten Per Rundberg zusammengestellt und bringt es im Max-Schlereth-Saal unter dem Titel "Im Puls der Zeit" zur Aufführung. Das Repertoire reicht von Steve Reich über Béla Bartók, Friedrich Cerha, Johanna Bayer, Edgar Varese und John Cage bis zu Andy Akiho. Unzählige Perkussionsinstrumente plus Klavier kommen dabei zum Einsatz, mit dabei sind auch Haushaltsutensilien wie Glasflaschen und Kochtöpfe. Je nach Komposition sind vier bis über zehn Musiker:innen auf der Bühne. Das komplexeste Stück ist "Sorces" von Friedrich Cerha, das den Aufführenden vollste Konzentration abverlangt. Emotional am meisten berührt bin ich allerdings von einer Komposition von John Cage aus dem Construction-Zyklus, die mich sehr an Gamelanorchester und auch an tibetanische Musik erinnert. Beim letzten Programmpunkt, dem Stück "Ionization" von Edgar Varese, kommt auch noch der gefeierte Perkussionsvirtuose und nunmehrige Uni-Professor Martin Grubinger (als einfacher Schlagwerker) hinzu. Die Leistungen der Studierenden sind großartig, der Applaus des Publikums ist dementsprehend groß und lange anhaltend.
Freitag, 10. Juli 2026
Rifftett im OKH Vöcklabruck
Ein Sextett, das sich nach dem Saxophonisten Rafael Denkmayr Rifftett nennt, ist an diesem Jazz-Donnerstag in der OKH-Bar in Vöcklabruck zu Gast. Nach eigener Definition ist es Pop-Jazz, was die sechs Musiker da spielen. Das liegt wahrscheinlich an den in den Eigenkompositionen verwendeten Melodien, die durchaus Pop tauglich sind. Auch geht es phasenweise recht pathetisch-schmalzig zu, wie man das ja auch aus der Popmusik kennt. Verantwortlich dafür sind vor allem die beiden Bläser (neben Rafael Denkmayr noch Isaac Knapp an der Trompete). Felix Heiß am Keyboard, Alexander Kreisbichler am Schlagzeug und Daniel Zoglauer am Bass schaffen dazu das Rhythmusfundament. Konstantin Sieghart an der E-Gitarre macht das auch bisweilen, gefällt mir allerdings dann am besten, wenn er die Gelegenheit bekommt, mit seinen ansprechenden Soli Geschichten zu erzählen. Die Kompositionen sind geprägt von ausgedehnten Unisono-Passagen und oft auch von ostinaten Mustern, eher selten wird auch kurz improvisiert. Dennoch sind die Kompositionen keinesfalls glatt gebügelt, sondern zeigen mit vielen Rhythmuswechseln Ecken und Kanten, und auch das aufgetürmte Pathos wird immer wieder rhythmisch gebrochen. Bisweilen klingt das Ganze auch recht funky und kann ebenso relaxte Züge annehmen. Das Rifftett hat damit durchaus einen eigenständigen Fusion-Stil kreiert, der die Band interessant macht. Das Publikum im OKH hat daran jedenfalls seinen Gefallen gefunden.
Donnerstag, 9. Juli 2026
UNIverse Chor und Bigband der LMS Wels im Schl8hof Wels
Die Sommerkonzertreihe auf der Open-Air-Bühne des Schl8hof Wels (Flavour Yard 2026) hat bereits begonnen und präsentiert am zweiten Abend zwei Bands. Die erste Band, der UNIverse Chor, ist das Ergebnis eines Inklusionsprojekts der Bruckner-Uni, das von der Musikpädagogin und Sängerin Petra Linecker geleitet wird. Ihr ist es gelungen, Menschen mit Behinderung in eine Band zu integrieren, die Erstaunliches zustande bringt. Mit spielerischer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit wird dabei gesungen und musiziert, bekannte Popsongs werden modifiziert und Eigenkompositionen aufgeführt. Die Spielfreude steht im Vordergrund und das mit beachtlicher musiklischer Qualität. Der zweite Act des Abends ist das Big-Band-Projekt der Landesmusikschule Wels unter der Leitung des Saxophonisten Andreas See. Er konnte eine fast komplette Bigband aus Musikschüler:innen zusammenstellen, die in der Lage ist, komplexe Kompositionen zur Aufführung zu bringen, darunter "Splanky" von Neil Hefti und das wunderbare "Sir Duke", das Stevie Wonder als Hommage an Duke Ellington und andere Jazzgrößen geschrieben hat. Die Band versteht sich als Work in Progress mit großem Entwicklungspotenzial. Dabei gelingt es der Band auch jetzt schon, das Publikum auf hohem musikalischen Niveau zu unterhalten und zu begeistern.
Dienstag, 7. Juli 2026
Monday Night Orchestra im Schl8hof Wels
Jeden dritten Montag im Monat spielt das Monday Night Orchestra im Welser Schl8hof, eine Bigband, geleitet von den Posaunisten Hermann Miesbauer und Manfred Aschauer. Meist ist auch ein Sänger und/oder eine Sängerin dabei. Dieses Mal sind es Bonnie Sinkovics und Rainer Lanzerstorfer. Auch ein bestimmtes Motto gibt es jedes Mal, das heute "Cuba Libre cinco" lautet und heiße Rhythmen verspricht. Viel Bekanntes ist darunter wie "Too Darn Hot", "Girl Of Ipanema" und "Children Of Sanchez". Besonders hervorgehoben werden Stücke, die Bruno Mars und Michael Bublé (neu) interpretiert haben wie "I Just Might" oder "It Had Better Be Tonight". Die größte Freude habe ich allerdings mit einem wunderbaren Arrangement (Peter Herbolzheimer) von Chick Corea's "La Fiesta" und dem 70er-Jahre-Disco-Hit "Street Life", zu dem ich schon damals gerne getanzt habe. Daher halte ich auch jetzt das brave Sitzen auf meinem Stuhl nicht sehr lange aus und will mich zu den Rhythmen mitbewegen. Was das "Monday Night Orchestra" nun schon zum 73. Mal auf die Beine stellt, erfreut das recht zahlreich erschienene Publikum, mich eingeschlossen, immer wieder. Schön, dass es diesen lebendigen Big-Band-Jazz im Welser Schl8hof gibt.
Samstag, 4. Juli 2026
Italee mit Moby Stick im Jazzit Salzburg
Meine ersten Reggae-Erfahrungen gehen zurück auf die frühen 1970er Jahre, als ich Bob Marley zum ersten Mal auf Tonträger zu hören bekam. Ein fanatischer Reggae-Fan ist aus mir allerdings nicht geworden. Dennoch hat dieser Rhythmus natürlich auch für mich etwas Bewegendes. Moby Stick ist eine Salzburger Reggae-Band, die es schon seit gut 20 Jahren gibt und die ich nun zum ersten Mal live kennen lerne. Sie tritt im ersten Teil des Konzerts allein als Septett (drei Gitarren, Schlagzeug, Keyboard und zwei Bläser) auf und heizt dem vollen Jazzit-Saal mit Reggae ordentlich ein, erweitert durch Rock- und Soulelemente. Später kommt der eigentliche Hauptact des Abends hinzu: die aus Jamaica stammende Sängerin und Entertainerin Italee. Und die ist eine Stimmungskanone mit einer kraftvoll-durchdringenden Stimme. Sie macht nicht nur zusammen mit Moby Stick Musik, sondern will von Anfang an auch die Leute im Saal mit einbeziehen, sowohl gesanglich als auch was Bewegung betrifft. Sie animiert dabei das Publikum zu Call and Response und Singalong und zu allerlei Bewegungsmustern ganz im Stil einer Aerobic-Trainerin aus den 1980ern. Stimmung, Stimmung, Stimmung lautet die Devise. So stelle ich mir jamaicanische Bierzelt-Atmosphäre vor. Das muss man mögen. Wer sich dem kollektiven Gute-Stimmung-Taumel gerade nicht ganz gewachsen fühlt, wird vielleicht in ruhigeren Gefilden Zuflucht suchen. Wer die Hochstimmung allerdings teilen kann, hat an diesem Abend im Jazzit jedenfalls einen Riesen-Spaß.
Freitag, 3. Juli 2026
Jordina Millà und Camile Nebbia im Jazzit Salzburg
Jordina Millà ist eine Pianistin aus Spanien, die in Salzburg lebt und sich der improvisierten Musik verschrieben hat. Sie betreibt hier auch eine eigene Konzertreihe mit improvisierter Musik unter dem Namen PRISMA. Im Jazzit Salzburg tritt sie gemeinsam mit der in Berlin lebenden Argentinierin Camile Nebbia auf, die ebenfalls als Improvisationsmusikerin am Tenorsaxophon in Erscheinung tritt. Beide versuchen das Klangspektrum ihrer Instrumente derart zu erweitern, dass diese nur für kurze Zeit wie ein Klavier bzw. ein Saxophon klingen. Vor allem Jordina Millà gelingt es vorzüglich, aus dem Klavier untypische Klänge und Geräusche hervorzuzaubern, indem sie mit dem Innenleben des Instruments mithilfe allerlei kleiner Hilfsmittel so einiges anstellt. Da prasselt und klopft es auf perkussive Art oder es ertönen lang anhaltende, penetrante Sinusschwingungen aus dem Klavierkorpus. Auch wenn die Pianistin die Tastatur bedient, klingt das Klavier meist nicht originär, sondern gibt sich klanglich modifiziert. Der Saxophonistin stehen weniger Mittel zur Modifikation ihres Instruments zur Verfügung. Neben diversen Anblastechniken verwendet Camile Nebbia diverse Klangdämpfer, die Töne
weit abseits des üblichen Saxophonklangs ermöglichen. Oft erklingen leise Passagen, bisweilen ergeben sich Spannungsbögen und Momente hoher Intensität, manchmal dominieren perkussive Elemente das Klanggeschehen. Jedenfalls entsteht hier ein musikalisches Ganzes, zu dem beide Künstlerinnen ihren Beitrag leisten, was großes gegenseitiges Verständnis voraussetzt. Das Publikum als dritte Kraft trägt durch konzentrierte Aufmerksamkeit seinen Teil zu diesem gelungenen Experiment bei. (Musikalische) Freiheit ist wahrlich etwas Wunderschönes.
weit abseits des üblichen Saxophonklangs ermöglichen. Oft erklingen leise Passagen, bisweilen ergeben sich Spannungsbögen und Momente hoher Intensität, manchmal dominieren perkussive Elemente das Klanggeschehen. Jedenfalls entsteht hier ein musikalisches Ganzes, zu dem beide Künstlerinnen ihren Beitrag leisten, was großes gegenseitiges Verständnis voraussetzt. Das Publikum als dritte Kraft trägt durch konzentrierte Aufmerksamkeit seinen Teil zu diesem gelungenen Experiment bei. (Musikalische) Freiheit ist wahrlich etwas Wunderschönes.
Donnerstag, 2. Juli 2026
Xianmei Fang im großen Saal des Mozarteums Salzburg
Meine Liebe zur Orgel treibt mich immer wieder in Kirchen und Konzertsäle, wo dieses wunderbare Instrument erklingt. Im großen Saal des Mozarteums in Salzburg bietet sich mir die Gelegenheit, das Master-Konzert der Studienabsolventin Xianmei Fang aus der VR China zu hören. Trotz ihrer Jugend hat sie schon Auftritte im Salzburger Dom, im Wiener Konzerthaus und sogar in der New Yorker Carnegie Hall hinter sich. Was sie zu ihrem Studienabschluss in Salzburg bietet, ist ein großartiges Programm, das Werke von Louis Vierne, Organist in der Kathedrale Notre-Dame de Paris, Olivier Messiaen, Johann Sebastian Bach und Julius Reubke versammelt. Die monumentale Orgelsymphonie Nr. 3 von Vierne verlangt der Organistin alles ab, vor allem was die Arbeit an den Pedalen anbelangt. Ruhiger und klanglich höchst interessant geht es bei Messiaen zu. Auch die leisen Orgeltöne üben auf mich ihre Faszination aus. Am meisten beeindruckt hat mich, was der junge, schon 24-jährig an Tuberkulose verstorbene Deutsche Julius Reubke geschaffen hat. Nicht umsonst wird seine Sonate in c-Moll "Der 94. Psalm" als die bedeutendste Orgelkomposition des 19. Jhdts. bezeichnet. Mit seinen Dissonanzen klingt dieses Werk höchst modern. Wie Xianmei Fang diese großen Kompositionen interpretiert, lässt für mich keine Wünsche offen. Mit allergrößter Selbstverständlichkeit und Sicherheit im Ausdruck ist sie am Werk, wahrlich eine Meisterin an diesem königlichen Instrument. Mit großer Dankbarkeit für das Gebotene verlasse ich das Konzertsaal-Juwel des Salzburger Mozarteums im Bewusstsein, etwas Einmaliges erlebt zu haben.
Mittwoch, 1. Juli 2026
River im Schl8hof Wels
"River", so nennt sich das Quartett der jungen österreichischen Bassistin Nina Feldgrill, die fantastische Musiker um sich versammelt hat. Der aus Kärnten stammende Robert Unterköfler bläst Tenor- und Sopransaxophon, Simon Springer sitzt am Schlagzeug und Erik Asatrian (mit armenischen Wurzeln) spielt Klavier und elektronische Keyboards. Die Kompositionen stammen allesamt von den Bandmitgliedern selbst und sind im Jazz-Fusion-Bereich angesiedelt. Diese bieten ausgedehnte Freiräume für individuelle Improvisationen, wobei mich jene von Robert Unterköfler am Tenorsax am intensivsten ansprechen und den Wunsch in mir erwecken, dass sie nie enden sollten. Der präzise, treibende E-Bass von Nina Feldgrill ist das grundlegende Fundament, an dem sich das musikalische Geschehen orientiert. Die Stücke sind sowohl was ihre rhythmischen Strukturen anbelangt als auch melodisch und harmonisch ansprechend und unterhaltsam. Die elektronischen Sounds der Keyboards verdichten dabei das Klanggeschehen auf wunderbare Weise. Was ich im Rahmen der Musikwerkstatt Wels dieses Mal zu hören bekomme, gehört zum Besten, was die jüngere österreichische Jazz-Szene zu bieten hat. Dieser Auftritt lässt keine Wünsche offen und lässt ein begeistertes Publikum im Schl8hof Wels zurück.
Montag, 29. Juni 2026
Gustav Mahler's 3. Symphonie in der Steinbach Halle
Das Gustav-Mahler-Festival findet nun schon zum 10. Mal in Steinbach am Attersee statt, an dem Ort, an dem der berühmte Musiker seine Dritte Symphonie komponiert hat. Daher steht sie auch heuer am Programm und wird vom Bruckner-Orchester unter der Leitung von Markus Poschner und mit Beteiligung von drei Chören in der Steinbach Halle aufgeführt. 1000 Besucher:innen bekommen in der überhitzten Sporthalle dieses spannende, 100 Minuten dauernde Werk Mahler's zu Gehör. Obwohl ich weit entfernt von klassischer symphonischer Musik sozialisiert worden bin, hat Gustav Mahler mit seiner Klangmacht schon in meiner Studentenzeit mein Interesse erweckt. Dass ich nun die Möglichkeit habe, dieses große Werk live zu erleben, freut mich sehr. Vor dem Hintergrund meines reichhaltigen musikalischen Erfahrungsschatzes erscheinen für mich so einige Auffälligkeiten. Der Wechsel zwischen zackigem Militärmarsch und getragenem Trauermarsch prägt den ersten Satz. Auf Phasen hoher Intensität und großer Lautstärke folgen immer wieder sparsam instrumentierte leise Passagen. Volksliedhaftes fließt ein. Auch der Tempowechsel ist ein auffälliges Stilelement. Das Orchester bildet mit seinem reichen Instrumentarium ein sehr breites Spektrum an Klangfarben, wobei Mahler mit dem Hornklang seine besondere Freude gehabt haben dürfte. Auch die menschliche Stimme wird sowohl solistisch als auch in Form der Chöre eingesetzt. Einen besonders ruhigen und festlich-feierlichen Charakter nimmt die Symphonie im letzten Satz an, der bei mir und wohl auch bei anderen ein besonderes Wohlgefühl erzeugt. Erstaunlich für mich ist, welcher Luxus an personellen und instrumentalen Möglichkeiten den Musikschaffenden im Klassik-Genre zur Verfügung steht. Damit lässt sich schon ordentlich was anfangen, wie ich mit Begeisterung feststellen kann.
Donnerstag, 25. Juni 2026
Fabulous Austrian Trio (FAT) im Jazzit Salzburg
"Ist er der neue Jazz-Fusion-Gott?", hört man Leute sagen, und ein etablierter Jazz-Fusion-Gott, John McLaughlin, meint "Alex Machacek's music starts where other music ends." Ich darf mir nun im Jazzit von diesem österreichischen Gitarristen, der in LA lebt, und seinen Trio-Kollegen Raphael Preuschl (E-Bass) und Herbert Pirker (Schlagzeug) selbst ein Bild machen. Klar wird sogleich, dass hier kompositorisch Komplexes geboten wird, sowohl harmonisch als auch rhythmisch. Das Schlagzeug nimmt dabei ein bedeutende Stellung ein und kehrt auch seine melodische Seite stark hervor. Auch der Bass wird zur eigenen Stimme (und klingt bisweilen auch so). Alex Machacek spricht sowohl was die Akkorde betrifft als auch mit seinen melodischen Kreationen eine eigene Sprache. Bisweilen erinnert er mich allerdings auch an John Scofield, der ja wie Franz Zappa und Allan Holdsworth als eines seiner Vorbilder gilt. Rhytmisch geht es meist rockig und funky zu, wobei immer wieder teils extreme Brüche im Rhythmusgebäude zutage treten, die sich in Harmonik, Lautstärke und Intensität fortsetzen. Gefallen finde ich auch an Herbert Pirker's "Super Ballad", einem langsamen, getragenen Stück, das alle Instrumente noch plastischer hervortreten lässt. Wen ich bei manchen Stücken heraushöre, ist der späte Miles Davis, dessen Trompete ich mir in dieser Klangumgebung gut vorstellen könnte. Bei manchen Passagen tauchen in mir dann auch noch Erinnerungen an das Mahavishnu Orchestra der 1970er Jahre auf, wobei ich wieder bei John McLaughlin wäre. Ja, das Fabulous Austrina Trio macht dort weiter, wo Jazz-Fusion-Bands des vergangenen Jahrhunderts aufgehört haben, und forscht und experimentiert, wie sich dieses Genre innovativ noch weiter entwickeln lässt. Vom neuen erreichten Level bin ich sichtlich beeindruckt.
Mittwoch, 24. Juni 2026
Hotel Bossa Nova im Schl8hof Wels
Meist bekommt man ja österreichische Bands im Rahmen der Musikwerkstatt Wels zu hören. Dieses Mal ist es allerdings ein Quartett aus Hessen, das von Liza Da Costa, einer Sängerin und Komponistin mit mütterlicherseits portugiesischen Wurzeln geleitet wird. Begleitet wird sie vom Gitarristen Tilmann Höhn, vom Bassisten Alexander Sonntag und vom Schlaglzeuger Wolfgang Stamm. Weltmusik mit portugiesisch-brasilianischem Einschlag und reichlich Jazz-Elementen bekommt man zu hören. Gesungen wird auf Portugiesisch mit klarer, akrobatischer Stimme, für die es keine Grenzen zu geben scheint. Selbst Scat-Gesang kommt zum Einsatz, wenn der Worte genug gesungen sind. Kongenialer musikalischer Partner ist vor allem Tilmann Höhn, ein wahrer Zauberer sowohl auf diversen akustischen Gitarren als auch auf der E-Gitarre, wobei er auf diverse elektronische Hilfsmittel zur Klangvariation zurückgreifen kann. Dabei geht es allerdings auch ganz ohne solche, was eine Unplugged-Session am Ende der Vorstellung bestätigt. Der im Bandnamen vorkommende Bossa Nova ist nur eine der vielen lateinamerikanischen Rhythmen, auf die die Eigenkompositionen aufbauen. Stark vertreten sind dabei die Sambarhythmen. Das Ganze ergibt eine hochemotionale, temperamentvolle Musik, musikalisch hochklassig und voller Spielfreude. Das Markenzeichen des Jazz, die Soloimprovisation aller Beteiligten hat dabei einen hohen Stellenwert. Hotel Bossa Nova ist eine Band, die vom ersten Ton an demonstriert, welche Kraft in Musik und Gesang stecken und die dieses hohe Energielevel bis zum Schluss hochhält, ja sogar noch zu steigern weiß. Dass sich das wie immer hoch konzentrierte Publikum im Schl8hof Wels von diesem Sturm mitreißen lässt, nur allzu verständlich. Mehr als Hingabe braucht es dazu nicht.
Montag, 22. Juni 2026
NYCE Contemporary Composers' Ensemble im Musikpavillon Linz
Sommerzeit ist Musikpavillon-Zeit. Jeden Sonntagabend gibt es den Sommer über ein Gratis-Jazzkonzert im schön gelegenen Linzer Musikpavillon an der Donau-Promenade. Den Beginn macht heuer ein Ensemble der Bruckner-Uni unter der Leitung des Uni-Professors Chris Kronreif, der dabei meist auf der Bassklarinette zu hören ist. Neun Studierende der Uni bilden mit ihm ein ansehnliches, an Klangfarben reiches Orchester, das neben Kontrabass, Schlagzeug, Gitarre und E-Piano auch noch ein Cello, zwei Geigen und zwei Trompeten mit einbringt. Gespielt werden Kompositionen zeitgenössischer Komponisten, darunter auch welche der teilnehmenden Musiker:innen. Die Musik klingt also recht modern, die Kompositionen sind ziemlich komplex, spannend und abwechslungsreich. Sie ermöglichen Solo-Improvisationen der Bandmitglieder und beinhalten auch Passagen, die ein kollektives Improvisieren vorsehen. Simon Hartl's Trompetenspiel ist für mich dabei besonders bemerkenswert, ebenso die Kompsitionen des zweiten Trompeters (leider weiß ich seinen Namen nicht). Das Konzert zeigt das hohe künstlerische Niveau der Bruckner-Uni und seiner Studierenden recht eindrucksvoll. Um den Nachwuchs hochkarätiger Jazz-Musiker:innen brauche ich mir also keine Sorgen zu machen.
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