Donnerstag, 2. Juli 2026

Xianmei Fang im großen Saal des Mozarteums Salzburg

Meine Liebe zur Orgel treibt mich immer wieder in Kirchen und Konzertsäle, wo dieses wunderbare Instrument erklingt. Im großen Saal des Mozarteums in Salzburg bietet sich mir die Gelegenheit, das Master-Konzert der Studienabsolventin Xianmei Fang aus der VR China zu hören. Trotz ihrer Jugend hat sie schon Auftritte im Salzburger Dom, im Wiener Konzerthaus und sogar in der New Yorker Carnegie Hall hinter sich. Was sie zu ihrem Studienabschluss in Salzburg bietet, ist ein großartiges Programm, das Werke von Louis Vierne, Organist in der Kathedrale Notre-Dame de Paris, Olivier Messiaen, Johann Sebastian Bach und Julius Reubke versammelt. Die monumentale Orgelsymphonie Nr. 3 von Vierne verlangt der Organistin alles ab, vor allem was die Arbeit an den Pedalen anbelangt. Ruhiger und klanglich höchst interessant geht es bei Messiaen zu. Auch die leisen Orgeltöne üben auf mich ihre Faszination aus. Am meisten beeindruckt hat mich, was der junge, schon 24-jährig an Tuberkulose verstorbene Deutsche Julius Reubke geschaffen hat. Nicht umsonst wird seine Sonate in c-Moll "Der 94. Psalm" als die bedeutendste Orgelkomposition des 19. Jhdts. bezeichnet. Mit seinen Dissonanzen klingt dieses Werk höchst modern. Wie Xianmei Fang diese großen Kompositionen interpretiert, lässt für mich keine Wünsche offen. Mit allergrößter Selbstverständlichkeit und Sicherheit im Ausdruck ist sie am Werk, wahrlich eine Meisterin an diesem königlichen Instrument. Mit großer Dankbarkeit für das Gebotene verlasse ich das Konzertsaal-Juwel des Salzburger Mozarteums im Bewusstsein, etwas Einmaliges erlebt zu haben.
 

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