Freitag, 3. Juli 2026

Jordina Millà und Camile Nebbia im Jazzit Salzburg

Jordina Millà ist eine Pianistin aus Spanien, die in Salzburg lebt und sich der improvisierten Musik verschrieben hat. Sie betreibt hier auch eine eigene Konzertreihe mit improvisierter Musik unter dem Namen PRISMA. Im Jazzit Salzburg tritt sie gemeinsam mit der in Berlin lebenden Argentinierin Camile Nebbia auf, die ebenfalls als Improvisationsmusikerin am Tenorsaxophon in Erscheinung tritt. Beide versuchen das Klangspektrum ihrer Instrumente derart zu erweitern, dass diese nur für kurze Zeit wie ein Klavier bzw. ein Saxophon klingen. Vor allem Jordina Millà gelingt es vorzüglich, aus dem Klavier untypische Klänge und Geräusche hervorzuzaubern, indem sie mit dem Innenleben des Instruments mithilfe allerlei kleiner Hilfsmittel so einiges anstellt. Da prasselt und klopft es auf perkussive Art oder es ertönen lang anhaltende, penetrante Sinusschwingungen aus dem Klavierkorpus. Auch wenn die Pianistin die Tastatur bedient, klingt das Klavier meist nicht originär, sondern gibt sich klanglich modifiziert. Der Saxophonistin stehen weniger Mittel zur Modifikation ihres Instruments zur Verfügung. Neben diversen Anblastechniken verwendet Camile Nebbia diverse Klangdämpfer, die Töne
weit abseits des üblichen Saxophonklangs ermöglichen. Oft erklingen leise Passagen, bisweilen ergeben sich Spannungsbögen und Momente hoher Intensität, manchmal dominieren perkussive Elemente das Klanggeschehen. Jedenfalls entsteht hier ein musikalisches Ganzes, zu dem beide Künstlerinnen ihren Beitrag leisten, was großes gegenseitiges Verständnis voraussetzt. Das Publikum als dritte Kraft trägt durch konzentrierte Aufmerksamkeit seinen Teil zu diesem gelungenen Experiment bei. (Musikalische) Freiheit ist wahrlich etwas Wunderschönes.

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