Samstag, 18. Juli 2026

"Nothing Causes Anything" im Jazzit Salzburg

"Nothing Causes Anything" nennt sich ein 2024 gestartetes Projekt der österreichischen Musiker:innen Yvonne Moriel (Altsaxophon), Vincent Pongrácz (Bassklarinette) und Alex Kranabetter (Trompete und Electronics), ergänzt durch den Schweizer Schlagzeuger Hannes Prisi. Was im Jazzit Salzburg sofort auffällt, ist das spezielle Setting. Das Quartett nimmt einander zugewandt in der Mitte des Saals Platz. Rundherum postiert sich das Publikum. Recht verhalten und minimalistisch beginnt die Vorstellung, gleich wird auch klar, dass hier auch elektronisch Erzeugtes eine wichtige Rolle spielt. Es braucht einige Zeit, bis die Musik beginnt, mich in ihren Bann zu ziehen. Bald schwillt sie zu kollektiven Kraftausbrüchen an, dann herrschen wieder zarte, fragile Klänge. Im Laufe des Konzerts spielt Rhythmik eine immer dominierendere Rolle und nimmt Techno affine Züge an. Bassklarinette und elektronische Sounds sorgen für mitreißende Basslinien. Die Darbietung lebt von ihrem großen Abwechslungsreichtum was stilistische Einflüsse betrifft, sodass beispielsweise sowohl Bezüge zu Barockmusik als auch zu Bebop offenkundig werden. Stilistische Vielfalt und Eigenständigkeit gehen eine wunderbare Verbindung ein, aus der großartige, spannende Musik entsteht, die auch viel Freiraum für Improvisiertes offen lässt. Das konzentriert lauschende Publikum reagiert darauf mit großer Begeisterung.

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