Ich kenne die meisten der Songs, die Willy Bell, ein vor der Einberufung zum Militärdienst in Vietnam nach Vöcklabruck geflüchteter Amerikaner, im Programm hat, allerdings nicht so, wie er sie singt. Das Repertoire besteht aus Folk-, Country-, Blues-, Rock 'n Roll und Pop-Nummern bekannter Künstler wie Bob Dylan, Lou Reed, Chuck Berry, Steve Earle, Jim Croce, Kris Kristofferson, Leonard Cohen, Paul Simon, den Rolling Stones u. a. Dazu kommen noch vereinzelt eigene Kompositionen. Willy Bell ist ein wunderbarer Sänger und ein perfekter Begleiter auf der akustischen Gitarre. Und er macht die Lieder, die er interpretiert zu etwas Eigenem: Durch seine Stimme, seine Intonation und seine eigenwillige Phrasierung entsteht etwas Neues, etwas So-noch-nicht-Gehörtes. Mit Erstaunen stelle ich fest, wie man sich gewohnte Klassiker wie "Walk on the Wild Side" (Lou Reed) oder "Suzanne" (Leonard Cohen) zu eigen machen und quasi neu erfinden kann. Auch wenn Willy Bell hauptsächlich Coverversionen zum Besten gibt, so ist es seine starke Musiker-Persönlichkeit, die dabei in Erscheinung tritt und konzentrierte Aufmerksamkeit verdient. Das zahlreich erschienene Publikum weiß das, so wie ich, zu schätzen.
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