Dienstag, 15. September 2026

Brad Mehldau & Kirill Gerstein im Brucknerhaus Linz

Brad Mehldau ist wahrscheinlich einer der vielseitigsten Jazz-Pianisten, denn seine künstlerische Tätigkeit erstreckt sich auch in die Welt der Popmusik und in die der klassischen Musik, in der er auch ausgebildet worden ist. Im großen Saal des Linzer Brucknerhauses führt er einen musikalischen Dialog mit Kirill Gerstein, einem Pianisten des klassischen Genres, dem Jazz allerdings auch keineswegs fremd ist, da er schon als Teenager eine Ausbildung zum Jazzmusiker absolviert hat, bevor er sich später der Klassik zugewendet hat. So bekommt man an diesem Abend eine Mischung aus notierter und improvisierter Musik zu Gehör, wobei die Grenzen dazwischen verschwimmen und an Bedeutung verlieren. Brad Mehldau trägt mehrere Eigenkompositionen dazu bei, die wiederum angeregt worden sind durch Werke von Gabriel Fauré oder György Ligeti. Eine Bearbeitung einer Stücks von Anton Bruckner darf aus gegebenem Anlass (Brucknerfest) natürlich auch nicht fehlen. Musikalisch geht es dabei weniger bombastisch als viel mehr subtil-virtuos zu, wobei ich von den improvisatorischen Fähigkeiten von Kirill Gerstein besonders überrascht bin. Die Musik der Beiden geht sowohl über Jazz als auch über Klassik weit hinaus, indem beide Spielweisen gleichberechtigt nebeneinander und miteinander verwoben ihren Ausdruck finden. Mir gefällt das und dem Publikum im fast ausverkauften Brucknerhaus wohl auch.
 

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