Beim letzten Konzert des "Domorgelsommer 2026" im Linzer Mariendom bin ich wieder dabei. Den Organisten gibt dieses Mal der Engländer Andrew Dewar, zurzeit Titularorganist an der Pariser American Cathedral. Das Programm ist der musikalischen Form der Chaconne gewidmet, die im 16. Jhdt. aus einem mexikanischen Tanz hervorgegangen sein soll. Barocke Komponisten haben dazu Orgelwerke verfasst, Dieterich Buxtehude, John Blow oder auch Johann Sebastian Bach. Auch modernere Künstler haben das auf Wiederholung setzende Harmonieschema der Chaconne verwendet. So stehen auch ein Werk von Johann Nepomuk David aus dem 20. Jhdt. und ein Stück des zeitgenössischen englischen Künstlers Jonathan Dove auf dem Programm des Abends. Nach diesem letzten Musikstück - dem musikalischen Höhepunkt des Konzerts - ist dieses auch benannt: The Dancing Pipes (aus dem Jahr 2014). Ein ständig präsentes, sich immer wiederholendes Thema wird umrankt sowohl von klangfarbenreichen, sanften Melodien als auch von mächtigen Soundgebilden, bei denen alle Register gezogen werden. Obwohl die Chaconne ursprünglich als Tanzmusik verwendet worden ist, so sind die Stücke dieses Abends weit davon entfernt, tanzbar zu sein, sondern es sind anspruchsvolle, klanglich-harmonisch virtuos gestaltete Kunstwerke, die alles andere als leichte Kost darstellen. Die musikalische Wirkung des Abends empfinde ich als reinigend und befreiend. Das Publikum zeigt sich so wie ich jedenfalls davon schwer beeindruckt.
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