Donnerstag, 24. September 2026
Max Nagl Quintett im Schloss Puchberg, Wels
Es gibt Bands, die ich mir gerne mehrmals anhöre, auch wenn wie in diesem Fall nur ein gutes halbes Jahr vergangen ist, seit ich sie im Salzburger Jazzit gehört habe. Es hat sich auch gegenüber diesem Konzert nicht viel geändert. Die Besetzung (Georg Vogel am E-Piano, Gregor Aufmesser am Kontrabass, Phil Yaeger an der Posaune, Max Nagl am Altsax und Martin Eberle an der Trompete) ist die gleiche und auch das Programm. Der Raum allerdings, so optisch schön der Spiegelsaal im Schloss Puchberg auch sein mag, kann dem Jazzit akustisch bei Weitem nicht das Wasser reichen. Max Nagl ist in erster Linie ein Komponist kurzer, kompexer Stücke mit sonderbaren Titeln wie Shoklad, Schalf oder Vascolita. Ohne unterstützende Notenblätter sind sie nicht zu bewältigen. Dennoch bieten sie auch Freiraum für kollektives oder solistisches Improvisieren, wobei mich vor allem Georg Vogel's Klavierspiel immer wieder stark beeindruckt. Stilistisch enthalten die Kompositionen Einflüsse aus unterschiedlichsten Bereichen von der Volksmusik über Salonmusik und Big-Band-Jazz bis zu Neuer Musik. Emotional am meisten sprechen mich dabei die lyrischen Passagen an, insgesamt wirken Nagl's Stücke allerdings eher intellektuell. Auch beim zweiten Hören bleibt die Darbietung für mich spannend wie beim ersten Mal und auch das Publikum im vollen Schlosssaal bringt seine Begeisterung durch viel Applaus zum Ausdruck.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen