Meine erste literarische Begegnung mit Thomas Bernhard hatte ich Mitte der 1970er, als ich seinen ersten großen Roman "Frost" aus dem Jahr 1963 gelesen habe. Meine Thomas-Bernhard-Begeisterung hat mich seither nicht mehr losgelassen und zu den zahlreichen literarischen sind einige persönliche Begegnungen gekommen. Der Schriftsteller ist zwar jetzt schon seit 37 Jahren tot, mein Interesse an ihm ist bei mir allerdings ungebrochen. So habe ich nun auch seinen letzten großen Roman gelesen, der im Herbst 1986 erschienen ist. Thomas Bernhard, der u. a. auch ein Haus in Blickweite von Schloss Wolfsegg besessen hat, beschreibt hier mittels eines ausgedehnten Monologs des Erben dieser Besitzung die Lebensverhältnisse dort und in seinem römischen Exil und lässt dabei kein gutes Haar an den österreichischen Verhältnissen am Beispiel seiner Familie und ihres Umfelds. Neben der harschen Kritik daran stellt sich der Protagonist allerdings auch immer wieder selbst in Frage und kehrt sogar das Liebenswerte an den Wolfsegger Verhältnissen hervor. Die in seinen Texten immer wiederkehrende Hassliebe und die Kunst der maßlosen Übertreibung sind auch in "Auslöschung" die wesentlichen Stilmerkmale. Vielleicht sind es neben dem Lokalkolorit gerade diese Merkmale, die meine besondere Nähe zu diesem großen österreichischen Autor begründen.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen