Sonntag, 15. Januar 2012

"The Walkabouts" im Kino Ebensee

Wenn es so etwas gibt wie einen musikalischen Nostalgietrip, dann war die Reise heute nach Ebensee so einer. Die Walkabouts aus den USA haben in den 80ern und 90ern Akzente gesetzt mit ihrem melancholischen Folkrock und tun es auch heute noch. Vor allem Bühnenpräsenz und Ausdruckskraft von Frontfrau Carla Torgerson faszinieren wie immer. Und wer glaubt, die Gruppe wäre nach längerer Bühnenabstinenz in Vergessenheit geraten, der irrt. Selten hat man den Kinosaal in Ebensee so voll gesehen wie an diesem Abend mit alten, treuen Fans und neugierigem jungem Publikum.

Freitag, 6. Januar 2012

Ebenseer Glöcklerlauf

Wer sich am Vorabend des Dreikönigstags den Glöcklerlauf in Ebensee anschauen möchte, sollte sich eine größere Portion Kleingeld mitnehmen. Das Glöckeln ist nämlich eine Form des Bettelns, die ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert hat. Als 900 Holzarbeiter der Saline wegen Umstellung auf Braunkohle arbeitslos wurden, zogen sie mit verzierten und beleuchteten Kartonschachteln am Kopf durch den Ort, um Unterstützung zu erbetteln. Das tun sie auch heute noch. Aus den einfachen Schachteln sind jedoch kunstvolle Riesengebilde geworden, die die weiß gekleideten Männer (und neuerdings auch Frauen) auf ihren Köpfen tragen. Umgeschnallte Glocken verschiedenster Stimmlagen erzeugen einen rhythmisch pulsierenden Klangteppich. So wird dem Publikum trotz des herrschenden Regenwetters ein visuell und akustisch beeindruckendes Spektakel geboten.

Freitag, 23. Dezember 2011

"Melancholia" im Kino Lenzing

"Was tun, wenn die Welt untergeht?"  - Diese Frage stellt sich in Lars von Triers jüngstem Film. Aber wenn schon Endzeitstimmung herrscht, dann in traumhaft schönen Bildern und untermalt mit schwermütig-pompöser Wagner-Musik. Das Handeln der Menschen in der Erwartung des Endes durch den Zusammenprall der Erde mit dem Planeten Melancholia macht diesen Film besonders reizvoll. Verdrängung, Panik, aber auch hingebungsvolle Gelassenheit kommen zum Vorschein. Und wer die Melancholie als Grundstimmung schon in sich trägt, der versteht die Welt auch dann noch, wenn Melancholia auf sie einstürzt.

Montag, 12. Dezember 2011

INSINGIZI & Roland Guggenbichler im Spielraum Gaspoltshofen

Am 8. Dezember darf schon Weihnachten gefeiert werden - und zwar auf Afrikanisch mit drei Männerstimmen aus Zimbabwe und Roland Guggenbichler am Flügel, das nennt sich dann MoZuluArt und verbindet europäische (Mozart) und traditionelle südafrikanische Musik auf wundersame Weise. Was die vier auf der Bühne bieten, ist beeindruckend: Man glaubt es kaum, dass der voll tönende A-capella-Chor aus nur drei Männern besteht. Man staunt darüber, welche Klangdichte die Stimmen mit Klavier und Trommel erzeugen können. Man erfreut sich an den Bewegungen und Tänzen der drei Afrikaner und fasst es kaum, dass man schließlich selbst Teil dieser Inszenierung ist - mitklatschend, mitsingend und am Ende mittanzend in wildesten afrikanischen Rhythmen.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Scott Matthew im Kino Ebensee

Das Kino Ebensee ist immer eine Konzert-Reise wert, auch dann, wenn man so wie dieses Mal den angekündigten Künstler nicht kennt. Wenn dann das Kinofoyer schon eine halbe Stunde vor Konzertbeginn gerammelt voll ist mit durchmischtem und auch recht jungem Publikum, dann weiß man: Der Mann ist angesagt - und zwar zurecht. Was Scott Matthew hier auf die Bühne zaubert an Atmosphäre voller Wehmut, Sehnsucht und Leidenschaft mit seiner fast himmlisch zu nennenden Stimme, ist schon erstaunlich. Dennoch kommt in ihm auch der abgebrühte Entertainer zur Geltung, wenn er, von einem jungen Mann aus dem Publikum der Lüge überführt, lakonisch antwortet: "That's showbusiness!" Hier im Kino Ebensee bekommt der "Country Boy" aus Australien aber auch so viel an herzlicher Zuwendung von Seiten des Publikums, dass es scheint, als würde er die Bühne gar nicht mehr verlassen wollen. So ist der feierliche Akt seines Auftritts erst nach einer halben Stunde voller Zugaben beendet, und wer wolle, könne ja mit ihm noch an der Bar abhängen.

"Der Gott des Gemetzels" im Kino Lenzing

(Quelle: www.filmstarts.de)
Es lohnt sich auch immer wieder ins Kino zu gehen. Einige interessante Filme sind im Spätherbst in unsere Kinos gekommen. Neben "Melancholia" (Lars von Trier) und "Le Havre" (Aki Kaurismäki) verspricht auch Roman Polanskis neuer Film einiges. "Der Gott des Gemetzels" ("Carnage") ist die Verfilmung eines Theaterstück von Yasmina Reza, in dem es darum geht, wie dünn die Decke der Zivilisation ist, die über uns gebreitet ist und wie leicht sie zerreißen kann. Dies wird gezeigt an zwei Ehepaaren, die sich in einer New Yorker Wohnung treffen anlässlich eines Streits ihrer 11-jährigen Söhne, bei dem der eine dem anderen zwei Zähne ausgeschlagen hat. Auch unter den Erwachsenen eskaliert schließlich die Situation und der "Gott des Gemetzels" übernimmt die Regentschaft.

Freitag, 2. Dezember 2011

Hans Eichhorn beim Kulturverein Dickau, Nussdorf a. A.

Der noch junge Kulturverein Dickau hat sich hauptsächlich Literaturdarbietungen ins Programm geschrieben. Im renovierten Kuhstall des bäuerlichen Anwesens bekommt am 26.11. "Local Hero" Hans Eichhorn seine Bühne. Der in Attersee wohnhafte Schriftsteller und Fischer präsentiert sein Sammelband mit Dramoletten mit dem Titel "Handlungsbedarf". Für die szenische Lesung hat er sich ein paar LaienschauspielerInnen eingeladen, mit denen er gemeinsam die sprachspielerisch-humorvollen Mikrodramen zur Aufführung bringt. Damit ist der Abend aber noch nicht gelaufen. Im zweiten Teil wird der zweite Teil von Eichhorns Produktion aufgetischt: Ein reicher Fischfang in geräucherter Form mit feinen Weißweinen bildet die Grundlage für das Verweilen bei angeregten Gesprächen.