Samstag, 27. März 2010

Kreisky im Kino Ebensee

Jetzt habe ich sie also auch gehört: die hochgelobte oberösterreichische Rockband Kreisky. Den Sänger der Band Franz Adrian Wenzl kenne ich ja schon länger als Austrofred. Aber bei Kreisky sind andere Töne angesagt. Hier regieren der Ernst und metallische Schwere. Das klassische Rocktrio wird dabei erweitert durch ein Keyboard, mit dem der Frontman immer wieder seine musikalischen Akzente draufsetzt auf das pulsierende Getriebe seiner Begleiter. Was das Sänger zu sagen hat, bringt er mit Bestimmtheit zum Ausdruck. Bald schreit er sie auch hinaus, seine Botschaft, wie das desillusionierende "Wir kommen nie heim!"
Die Band hat Potenzial und man darf gespannt sein, was sie uns noch alles bieten wird. Sie hat mich neugierig gemacht.

Sonntag, 21. Februar 2010

Harry Ahamer & Band im C'est la vie Vöcklabruck

Wahrscheinlich Vöcklabrucks größter Funk- und Bluesmusiker trat zu einem Heimspiel an. Mit seinem Mundart-Programm hat Harry Ahamer wirklich musikalisch zu sich gefunden. Es sind seine Lieder, seine Texte, aus denen seine Erfahrungen sprechen. So ehrliche Musik hört man selten. Harry Ahamers Hang zu den großen Gefühlen bringt er nicht nur durch seine Stimme zum Ausdruck, sondern auch durch seine expressiven Gitarrensoli. Zugespitzt wird die Dramatik durch die Sängerin der Band, Diana Jirkuff. Ihre und Harry Ahamers Gitarren-Stimme treiben sich bisweilen gegenseitig in einen Gefühlsrausch, der an Intensität kaum zu überbieten ist.

Freitag, 19. Februar 2010

Christoph Winder im Rossstall Lambach

Wer die Tageszeitung "Der Standard" kennt, kennt auch ihn: Christoph Winder. Er betreut die Wochenendbeilage "Album", schreibt dort eine Kolumne und ist Autor der Serie "Winders Wörterbuch zur Gegenwart". Ausgewählte Beiträge dieser Reihe sind 2009 in Buchform erschienen unter dem Titel: "Da muss man durch".
Winder ist nicht nur einer, der sein Augenmerk auf unsere Sprache und ihre Blüten legt, er kann auch erzählen und somit unterhalten. Kostproben aus seinem Buch und aus seinen Kolumnen brachten das Publikum in der Wohnzimmer-Atmosphäre des Rossstalls immer wieder zum Schmunzeln und zum Lachen.

Sonntag, 3. Januar 2010

[rema'su:ri] beim Grünbergwirt in Gmunden

Wer von der Wiener Band Remasuri Wiener Lieder erwartet, wird enttäuscht. Vielmehr erwartet einen Funk, Blues, Folk und Rock - und deutsche Texte, die allesamt "aus dem Leben gegriffen" sind. Den Gesangspart übernehmen Christoph Michalke als Wirt und Maria Pammesberger, zwischen denen es auf der Bühne bisweilen zu inniger Interaktion in Form von Duetten kommt. Für gute Stimmung und beste Unterhaltung ist gesorgt, nicht zuletzt weil der "Wirt" den Schmäh drauf hat und Alltagsgeschichten aus dem Wiener Kleine-Leute-Milieu zu erzählen und gesanglich zu interpretieren weiß.

Freitag, 1. Januar 2010

"Das weiße Band" im Kino Lenzing

Spät, aber doch habe ich mir nun den neuen, preisgekrönten Film von meinem verehrten Regisseur Michael Haneke angesehen und bin natürlich nicht enttäuscht worden. Von der Stimmung her hat er mich am ehesten an seinen Film "Caché" erinnert, in dem auch ein Geheimnis im Hintergrund den Ton angibt. Gesellschaftliche Machtstrukturen, die bis ins Privateste vordringen, bestimmen das Handeln der Figuren. Ein Aufbäumen dagegen wird zwar versucht, meist jedoch mit roher Gewalt beantwortet. Hinter Masken und Lügen verbergen sich die Charaktere des Films, die Erwachsenen wie auch die Kinder. Dennoch gibt es ein paar Figuren, die positiv hervorstechen, was aber auch bedeutet, dass sie diese Gesellschaft verlassen müssen. Ein schmerzender Film mit vielen Nuancen und sehr zu empfehlen.

Dienstag, 15. Dezember 2009

"Whatever Works" im Kino Lenzing

Woody Allen hat wieder einen Film gemacht. Dieses Mal fühlt man sich an frühere Filme erinnert, in denen Woody Allen selbst die Hauptrolle gespielt hat. In diesem Film spielt sein Alter Ego der Schauspieler Larry David. Dass Liebe unberechenbar ist und dort einschlägt, wo sie eben gerade hinfällt, zeigt sich in der Handlung des Films. Dass sich am Ende glückliche Paare, wie in Komödien eben üblich, gebildet haben, ändert jedoch nichts an der Tragik des wiederkehrenden Verlassens und Verlassen-Werdens, das ein Hauptmotiv des Films bildet. Überheblichkeit und Verzweiflung paaren sich in der Figur des Protagonisten. Seiner weltverneinenden Haltung steht, wenn es darauf ankommt, eine Kraft gegenüber, vielleicht Zufall zu nennen, die der Zerstörung immer wieder entgegen wirkt. Die Frage ist nur: Kann auf Zufall wirklich Verlass sein?
Das Bild zeigt den Regisseur mit den beiden jugendlichen Haupdarstellern.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Saxofour im Soundtheatre Wels

Weihnachtslieder von Saxofour, dem österreichischen Saxofon-Quartett, gibt es schon seit mehreren Jahren auf CD. Nun habe ich am 11. Dez. die Gelegenheit genutzt, das Weihnachts-Programm live zu erleben und zugleich einen neuen Veranstaltungsort kennen zu lernen: das Soundtheatre Wels.
In einem großen ehemaligen Kinosaal mit Galerie und eingebauter Bar stellt sich dennoch eine angenehme Atmosphäre ein. Die Band selbst sorgt ohnedies für glänzende Unterhaltung, sind doch Florian Bramböck, Christian Maurer und Wolfgang Puschnig talentierte Entertainer. Theatralisch wird es, wenn die Band am Ende eines Stückes kollektiv einschläft oder, auf ihren Instrumenten improvisierend, einen gemeinsamen Ausflug durch den Saal unternimmt.