Mittwoch, 23. Juli 2025

Lenny Riepler & Friends in der Jazzit-Bar Salzburg

Dienstags ist immer Session-Tag in der Bar des Jazzit Salzburg. Eingeleitet wurde der Abend dieses Mal vom Saxophonisten Lenny Riepler, der begleitet wurde von Lex O´Brien am Schlagzeug und Bene Hallus-Woll am Kontrabass. Das Trio spielte einige Standards aus dem modernen Jazz-Repertoire von Charlie Parker aufwärts. Was mir dabei besonders gefallen hat, ist Rieplers unaufgeregtes, etwas cool wirkendes Spiel am Altsaxophon. Technisch perfekt und einfallsreich kamen seine Improvisationen zu den vorgetragenen Stücken herüber. Auch der Bassist hat mich mit seinem soliden und ideenreichen Spiel beeindruckt. Nicht zu unterschätzen ist auch Lex O'Briens Schlagzeugspiel, das sich überaus einfühlend in das Spiel seiner Partner integriert. Somit gibt diese Band ein sehr überzeugendes Gesamtbild ab und bietet eine musikalische Kost, die es einem leicht macht, sie zu genießen. Die Anschließende Jam-Session musste ich leider auslassen, da die Zugsverbindungen nach Hause ein weiteres Verweilen nicht zulassen. Ich habe allerdings nicht den Eindruck, dass mir etwas an diesem musikalischen Abend gefehlt hat.
 

Montag, 21. Juli 2025

Ensemble 013 im Living Room Salzburg

Auch heuer wieder finden sonntags im Rahmen der Konzertreihe "Arkadenkultur" Musikveranstaltungen im Living Room Salzburg in den Sommermonaten statt. Das "Ensemble 013" war dieses Mal zu Gast, und das sind neun Musiker:innen, die ein Programm mit Bezug auf Musik zum Salzburger Jedermann-Stück zur Aufführung bringen. Dabei entsteht ein ziemlich buntes Programm, das viele Stilrichtungen vom Trauermarsch über Tango und Samba bis zum Modern Jazz beinhaltet. Die Instrumentierung von Keyboard (Hannes Löschel) über Akkordeon (Paul Schuberth), Violine (Joanna Lewis), Gitarre (Chris Neuschmid), Kontrabass (Gernot Haslauer), Schlagzeug (Robert Kainar) und drei Bläser:innen (Christian Kronreif, Marc Osterer und Sophie Hassfurther) ermöglicht ausgefeilte Arragements, Klangfarbenreichtum und viele solistische Darbietungen. Für mich hat diese Band für positive Überraschung gesorgt und mich durch ihre Spielfreude und ihr musikalisches Können begeistert. 
 

Sonntag, 20. Juli 2025

Das UAJO mit Richard Galliano im Mezzo Ohlsdorf

Über drei Jahrzehnte besteht das Upper Austrian Jazz Orchestra unter der Leitung von Christian Maurer bereits, ein Zeitraum, in dem ich diese Bigband des Öfteren live erlebt habe. Immer wieder hat sich das Orchester prominente Gastsolist:innen eingeladen, wie es nun der französische Akkordeonist Richard Galliano ist. Dieser bringt eine ganz besondere Note in das Spiel der Band, indem Tango und Musette Schwerpunkte des Programms bilden. Das Orchester klingt auch in diesen Disziplinen überzeugend. Perfekte Arrangements und wunderbare solistische Darbietungen der Bläser wie auch von Richard Galliano begeistern das volle Haus des Mezzo in Ohlsdorf. Die Qualität der Bigband macht mich auch neugierig auf ihr neues Programm "Saltchambermusic", das ich mir demnächst auch live anhören will.
 

Donnerstag, 17. Juli 2025

Harry Ahamer & Markus Marageter im Schl8hof Wels

Harry Ahamer ist für mich als Musiker ein alter Bekannter. Schon bevor er sein erstes Mundart-Album 2009 veröffentlicht hat, habe ich ihn in verschiedenen Band-Projekten kennen und schätzen gelernt. Seine Lieder in oberösterreichischer Mundart sind das Ureigenste, das Harry Ahamer zu bieten hat, auch wenn er mit vielen Coverversionen von Rock-, Funk- und Blues-Klassikern mit seinen Projekten "No Rain" und "Upsaits" oft in Erscheinung tritt. Sein Mundart-Programm gibt es sowohl mit größerer Band inklusive Bläsern als auch in der Duo-Formation, die ich nun im Schl8hof hören konnte. Die meisten seiner Songs sind für mich auch alte Bekannte, die ich schätze. Was ich an Harry Ahamer so besonders mag, ist seine Ehrlichkeit und Offenheit, die gerade in seinen Songtexten deutlich herüberkommt. Was Harry Ahamer singt, das glaube ich ihm und nehme ich ihm ab. Gerade in der sparsamen Duo-Variante kommen sowohl die instrumentale Begleitung als auch der charakteristische Gesang besonders gut zur Geltung. Und so ist es ein ziemlich intimer Abend geworden, bei dem das Publikum sich voll auf die musikalische Darbietung konzentriert hat und es laut Markus Marageter während der Lieder "still wie im Brucknerhaus" war. Ideale Bedingungen also fürs Genießen musikalischer Botschaften.

Mittwoch, 16. Juli 2025

HAUK in der Soundgruam Timelkam

Bereits seit 2008 tut sich im Sommer was in einer aufgelassenen Schottergrube in Timelkam, in der sogenannten Soundgruam. Es finden Konzerte österreichischer Musikgruppen statt in einer Hütte, die früher einmal Unterstellplatz für Schotterabbaugeräte geboten hat. Die Band HAUK aus Niederösterreich hat den ersten Abend dieses Sommers bespielt. Das sind vier Leute, die im Stil des Austropop Lieder mit deutschen Texten zum Besten geben. Der Kopf der Gruppe, Christoph Hauk, ist dabei der Sänger und Gitarrist unterstützt von Tino Klissenbauer am Akkordeon, Martin Schmid am Bass und Axel Manfredini am Schlagzeug. Die Texte sind aus dem Leben gegriffen, Rhytmen und Melodien ähneln sehr den diversen Vorbildern aus der Geschichte des Austropop, wobei für Abwechslung gesorgt ist. Christoph Hauk hat eine angenehme Stimme und zeigt sich zwischen den Musikstücken als talentierter Entertainer, der die passenden Geschichten dazu erzählt. Somit ist ein unterhaltsamer Abend garantiert, der sogar manche aus dem zahlreich erschienenen Publikum zum Tanzen anregt. Musik ist allerdings nicht unbedingt die Hauptsache in der Soudgruam. Sie sorgt jedenfalls dafür, dass die Leute aus der Umgebung zusammenkommen, sich austauschen und bei guter Laune die Bewirtung genießen.
 

Dienstag, 15. Juli 2025

Sinfonia de Carnaval im Musikpavillon Linz

Alois Eberl und Anna Lang habe ich vor ein paar Jahren bei einem Konzert in Altmünster kennengelernt und seither immer wieder einmal in diversen Formationen gehört und gesehen. Im Duo als "Sinfonia de Carnaval" sind sie mir nun zum ersten Mal begegnet. Der Name sagt es schon: Die Musik klingt teils lateinamerikanisch und hat auch einen afrikanischen Touch und ist kommt natürlich jazzig daher. Schöne Melodien und vor allem bewegende Rhytmen zeichnen das Zusammenspiel von Cello einerseits und Akkordeon bzw. Posaune aus. Alois Eberl beherrscht beide Instrumente virtuos und präsentiert sich überraschender Weise auch als Sänger mit brasilianischem Flair. Die Beiden spielen ausgeklügelte Kompositionen ohne Zuhilfenahme von Noten völlig frei. Als Zugabe gibt es einen Tango, der an kompositorischer Komplexität den Tango Nuevo eines Astor Piazolla noch bei weitem übertrifft. Angenehmer als mit Sinfonia de Carnaval lässt sich ein milder Sommerabend im Freien vor dem Musikpavillon im Linzer Donaupark nicht verbringen.
 

Sonntag, 13. Juli 2025

Der Nino aus Wien im Spielraum Gaspoltshofen

Lange ist es her, dass ich Nino Mandl zum ersten Mal - im Kino Ebensee war es - gehört habe. Er hatte damals gerade das Schwunder-Album veröffentlicht, das ich ihm gleich abgekauft habe, also muss es 2011 gewesen sein. Mittlerweile habe ich ihn viele Male live genießen können, ich habe nicht mitgezählt, wie oft. Ja, ich bin ein Fan, und so hat es mich auch zuletzt wieder hingezogen in den dieses Mal ausverkauften Spielraum Gaspoltshofen, wo der Nino mit seiner langjährigen Band nicht zum ersten Mal aufgetreten ist. Ich kenne ja die meisten seiner Songs und auf manche warte ich ganz gespannt in der Hoffnung, dass er sie auch diesmal wieder singen wird: Taxi-Driver zum Beispiel. Und es freut mich, wenn er wieder Plurabelle anstimmt oder sein Bob-Dylan-Cover von A Simple Twist Of Fate. Als den Bob Dylan vom Praterstern hat ihn Gerhard Stöger schon 2017 im Wochenmagazin "Falter" bezeichnet und als besten österreichischen Liedermacher seiner Generation. Deswegen höre ich mir immer und immer wieder seine Konzerte an, sobald er irgendwo in meiner näheren Umgebung einen Auftritt hat. Viel Beifall vom Publikum hat es gegeben und mehrere Zugaben. Schön, dass ich ihn wieder einmal live erleben durfte.