Donnerstag, 10. Juli 2025

X!XU im OKH Vöcklabruck

Die monatliche Donnerstag-Jazzreihe im OKH läuft auch im Sommer weiter. Dieses Mal war das Trio X!XU (übrigens schon zum zweiten Mal) zu Gast. Die ersten Töne machen es schon klar. Diese drei jungen Leute stehen in der Tradition des Jazz Rock der 1970er Jahre. Es geht elektrisch zu mit allerlei Effektgeräten, die den Sound variantenreich und füllig machen. Meist sind es Eigenkompositionen des Gitarristen Valentin Goidinger, die die Band präsentiert, und die sind durchaus ausgefeilt und interessant. Dabei lassen sie viel Freiraum für Improvisationen aller Beteiligten zu, Alexander Matheis am E-Bass und Patrick Pillichshammer am Schlagzeug. Lyrische Passagen wechseln ab mit Momenten hoher Intensität und ausladenden, bombastischen Soundgemälden. Die Band nuzt die Vielfalt an Möglichkeiten, sowohl was die Struktur der Musik als auch die klangliche Seite betrifft.  Man merkt die Spielfreude der Musiker und die springt über auf das Publikum, das sich von den Jazzrock-Klängen hinreißen und begeistern lässt.
 

Montag, 7. Juli 2025

Spring String Quartet im Musikpavillon Linz

28 Jahre gibt es das Spring String Quartet nun schon, und es war auch in den späten 1990ern, als ich es im Vöcklabrucker "Cafe Mayr" zum ersten Mal live erleben durfte. Jetzt hatte ich im Rahmen der Sommer-Konzertreihe im Musikpavillon Linz wieder einmal die Gelegenheit, dieses Streichquartett zu hören und zu sehen. Christian Wirth und Florian Sighartner (den ich neulich mit Echoboomer gehört habe) sowie Stephan Punderlitschek und Julian Gillesberger bildeten die aktuelle Besetzung. Marcus Wall war verhindert. Crossover könnte man den Stil dieser Band bezeichnen, die sich an Kompositionen aus der Klassik, der gehobenen Unterhaltungsmusik, aus dem Jazz und auch Rock- und Popmusik bedient und diese auch noch in diversen Stücken miteinander in Verbindung bringt. Die Arrangements werden dem Geist der Originale durchaus gerecht und bieten gleichermaßen die Möglichkeit, die eigene Note des Quartetts zu betonen. Auch das für den Jazz charakteristische Element der Improvisation bekommt hier Platz. Was dabei herauskommt, ist Musik zum Genießen, Musik, in die man sich hineinfallen lassen kann und sich darin gut aufgehoben fühlt. Die Band kennt ihre Wurzeln und ihr musikalisches Erbe und weiß es zu pflegen und zu vermitteln. Für mich war der Abend ein Genuss.
 

Donnerstag, 3. Juli 2025

Bernhard Eder mit Band im Musikpavillon Linz

Lange ist es schon her, dass ich Bernhard Eder zum ersten Mal live gehört habe (ich glaube, es war im Spielraum Gaspoltshofen), und seitdem haben mich seine Konzertauftritte im näheren geographischen Umfeld immer wieder angezogen. Nun ist er im Rahmen von "qlash" im Linzer Musikpavillon im wunderbaren Donaupark mit seiner aktuellen Band aufgetreten. Bernhard Eder hat etwas Magisches in seiner sanften Stimme und viel Melancholie in seiner Musik und in den Texten. Zusätzlich zu seinen eigenen Songs hat er die Gabe, auch Coverversionen "fremder" Lieder so vorzutragen, als wären es seine eigenen. Bernhard Eder hat eigentlich von Anfang an einen sehr eigenständigen Stil entwickelt, Kritiker stellen sogar Vergleiche mit Nick Drake oder sogar David Bowie an. Bernhard Eder ist für mich einer der Künstler, die ich immer wieder live erleben möchte, auch wenn ich sie schon mehrmals gehört und gesehen habe. Auf ein nächstes Mal also.
 

Mittwoch, 2. Juli 2025

Jazzation im Livestream aus dem Porgy

Als Reakiton auf die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hat der Wiener Jazzclub "Porgy and Bess" damit begonnen, die dort stattfindenden Konzerte auch als Livestream auf seiner Website anzubieten. Corona ist vorbei, die Möglichkeit, Konzerte aus dem Porgy über Livestream mitzuerleben, ist geblieben. Bisweilen mache auch ich von dieser Möglichkeit Gebrauch, wie z. B. am 2. Juli, als das ungarische Acapella-Quintett "Jazzation" dort einen Auftritt hatte. Vom ersten Ton an hat mich die Darbietung dieser Gruppe in ihren Bann gezogen. So viel Vertrautes kam da auf mich zu in Form von bekannten Jazz-Standards, zum Teil im Vocalese-Stil, die mich natürlich an die Singers Unlimited, an Manhattan Transfer oder an Eddie Jefferson erinnert haben. Die Arrangements sind großartig, die Stimmen der Sänger:innen ebenso. Es ist eine Freude, diesen hochmusikalischen Künstler:innen aus Budapest zuzuhören, die in einem Lied auch ihre Stadt besingen. Und natürlich erweckt dieses Livestream-Erlebnis den Wunsch in mir, die Band auch einmal in echt live zu erleben. Vielleicht ergibt sich ja einmal die Möglichkeit.
 

Montag, 30. Juni 2025

Debasish Gangopadhyay und Paul Zauner im Rossstall Lambach

Indische Musik auf der Sitar hat mich schon fasziniert, als ich sie zum ersten Mal zu Gehör bekommen habe. Schon in den frühen 1980er Jahren durfte ich indische Musiker im Kammerhofsaal Gmunden live erleben. Seitdem ergreife ich gerne die raren Gelegenheiten, in den Genuss indischer Musik zu kommen. Im Rossstall Lambach hat sich nun eine solche ergeben, da der Posaunist Paul Zauner mit Debasish Gangopadhyay aus Kolkata zu Gast war. Dieser trug mehrere Stücke solo auf der Sitar vor, zwei Stücke bestritten die Beiden auch im Duett. Der Klang der Sitar ist erstaunlich: Feinste Nuancen und Tonhöhenschwankungen kann man mit diesem Instrument wiedergeben, ganz leise Töne sind möglich, sie kann allerdings auch zu einem ziemlich lauten Rhytmusgerät werden. Typisch für die Sitar sind die mitschwingenden Saiten, die einen Reichtum an Obertönen und Akkorden erzeugen, der den Reiz dieses Instrument ausmacht. Dass Posaune und Sitar auch recht gut miteinander können, haben die Duo-Stücke gezeigt. Das Hören des Anderen und das Eingehen darauf erzeugen ein wunderbares Miteinander. Debasish Gangopadhyay versteht seine Musik auch als Therapie ganz im Sinne des Albumtitels des unvergessenen Saxophonisten Albert Ayler von 1970: "Music Is The Healing Force Of The Universe". Somit konnte das zahlreich erschienene Publikum im Garten des Rossstalls Lambach einen recht heilsamen Sommerabend genießen.
 

Samstag, 28. Juni 2025

Karl Ratzer Trio im Jazzit Salzburg

Der Gitarrist Karl Ratzer ist mir schon lange bekannt, schon seit er 1980 nach seinem USA-Aufenthalt wieder nach Österreich zurückgekommen ist. Ein schönes Duo-Album mit Christine Jones ist mir in Erinnerung. Mehrmals habe ich ihn schon live erlebt, anlässlich eines seiner jährlichen Silvesterkonzerte im Porgy und mit Streichquartett-Unterstützung im KiK in Ried. Nun ist er im Trio aufgetreten mit seinem treuen Begleiter und Arrangeur am Bass, Peter Herbert. Das Schlagzeug spielt Howard Curtis. Alle drei sind große Könner auf ihren Instrumenten und so klingt auch die Musik, die dabei herauskommt. Das Trio interpretiert dabei Jazz-Standardrepertoire auf seine Art, wobei traditioneller Weise jeder ein Solo pro Stück beisteuern darf. Karl Ratzer beschränkt sich dabei nicht nur auf das virtuose Gitarrenspiel, sondern lässt bei Balladen auch seine Gesangsstimme erklingen, die durchaus ihren Reiz hat. Somit präsentiert die Band einen Abend in guter alter Jazz-Tradition mit überragender Instrumentenbeherrschung und großer Freude an der Musik. Das Publikum im vollen Saal des Jazzit kann sich ebenfalls freuen, dass es derart Stimmiges miterleben darf. 
 

Donnerstag, 26. Juni 2025

"jazz 'n' blues time" im Musikpavillon Nußdorf am Attersee

Vor dem Musikpavillon in Nußdorf am Attersee habe ich in den letzten Jahren schon so manches schöne Sommernachtskonzert erlebt. Dieses Mal hat die Musikschule St. Georgen im Attergau ihren Jazz-Jahresabschluss hier gefeiert mit zwei Formationen, dem Jazzensemble und der Swinging Saxes-Band. Bewährte Jazz-Standards bekam man beim siebenköpfigen Jazzensemble zu Gehör mit engagierten Solo-Einlagen. Die Swinging Saxes bilden schon fast so etwas wie eine Bigband mit ihren fünf Saxophonstimmen und der Rhythmusgruppe aus Gitarre, Bass und Schlagzeug. Daher versuchten sie sich auch am Repertoire der Glenn Miller Bigband und gaben u. a. Stücke wie Moonlight Serenade und In The Mood zum Besten. Unter der Leitung ihres Musikschullehrers James Hornsby bot diese Formation tatsächlich einen Klangfarbenreichtum, den man sonst nur von noch größeren Bands zu Gehör bekommt. Schön, wie auch Amateurmusiker:innen einen unterhaltsamen Jazzabend gestalten können.