In der Bar des OKH Vöcklabruck finden seit einiger Zeit zweimal im Jahr Jam-Sessions der Landesmusikschule Vöcklabruck statt. Hier können sich alte und junge musikalische Talente auf einer Konzertbühne vor Publikum erproben. Beteiligt ist Lehrpersonal der LMS, das die notwendige musikalische Unterstützung bietet. Besonders berührend finde ich dabei immer junge Mädchen, die die Hits ihrer Musik-Idole und manchmal sogar Eigenes mit vollem Einsatz zur Aufführung bringen. Auch andere mutige Sängerinnen, Schlagzeuger und Bläser haben sich dieses Mal dazugesellt. Und das Ganze hat wie immer auch den Zuhörer:innen großen Spaß gemacht.
Dienstag, 25. März 2025
Samstag, 22. März 2025
SALTBORN im Rossstall Lambach
Die Gruppe O2, die den Rossstall in Lambach bespielt, hat erfreulicher Weise wieder einen monatlichen Jam-Abend eingeplant, eröffnet meist von jungen, aufstrebenden Jazzformationen bei freiem Eintritt. Was ich dabei zuletzt zu hören bekommen habe, ist allerdings mehr als nur eine Einstiegsband, sie bringt eine erstaunliche musikalische Qualität auf die Bühne. Leader ist der junge, aus dem Salzkammergut stammende Schlagzeuger Simon Kirchner, der sein "Werkzeug" souverän beherrscht und einen unterhaltsamen Conferencier abgibt. Ebenso überzeugend arbeitet Tjan Sostaric am Kontrabass, der auch als Schlagzeuger und Pianist tätig ist. Das Highlight für mich war allerdings die in Kiew geborene junge Pianistin Katarina Kochetova, eine überzeugende Persönlichkeit am Klavier und für mich die wahre Leaderin in diesem Trio. Egal ob Eigenkompositionen der Bandmitglieder oder Kompositionen von Thelonious Monk, Sam Rivers und Joe Henderson, alles kommt eigenständig daher und lässt viel Freiraum für spontanes Improvisieren. Katarina Kochetova hat auch bereits ein zurecht hoch gelobtes eigenes Album veröffentlicht und wurde erst kürzlich mit dem Joe Zawinul Preis der MUK Wien ausgezeichnet. Dermaßen beeindruckt habe ich auf die anschließende Jam-Session verzichtet und lieber das Gebotene in mir nachwirken lassen.
"Queen Goes Jazz" im OKH Vöcklabruck
Walter Fischbacher und Elisabeth Lohninger sind Local Heroes im Jazzgeschäft und immer wieder einmal zu Gast in der näheren Umgebung. Nach mehreren Jahrzehnten Aufenthalt in NYC hat das Paar nun seine Zelte in Deutschland aufgeschlagen. Aneignung von Popmusik ist auch nicht ganz neu bei Keyboarder Walter Fischbacher, so wurden zuletzt Beatles-Kompositionen ins Jazz-Reich transponiert. Jetzt ist "Queen" dran, gesanglich interpretiert von Sängerin Elisabeth Lohninger. Dass Popmusik und Jazz zusammenkommen können, wird auch hier deutlich. Es entsteht etwas Neues und Eigenständiges. Die Grenzen in Richtung Popmusik hat Elisabeth Lohninger auch auf ihren eigenen Alben immer wieder überschritten. Neben Lohningers gesanglichen Qualitäten ist vor allem Fischbachers Improvisationskunst auf den Keyboards beeindruckend. Wie es sich für Local Heroes gehört, ist es ihnen gelungen, den Saal des OKH dicht zu füllen und das Publikum zu begeistern.
Mittwoch, 19. März 2025
Marc Ribot Quartet im Kulturpool Gusental
Marc Ribot begleitet mich auch schon länger auf meinem Weg durch die zeitgenössische Musikgeschichte. Bekannt wurde ich mit ihm bei seinem Solo-Auftritt vor gefühlt zwanzig Jahren im Schl8hof Wels. Er hat mir auf Anhieb gefallen und ich habe mir gleich sein Solo-Album "don't blame me" gekauft, das eine wahre Perle ist. Es ist, wie wenn Thelonious Monk Gitarre statt Klavier spielen würde. Ein anderes Mal habe ich Marc Ribot mit "Ceramic Dog" gehört, einer metallisch harten Angelegenheit. Sein jetziges Projekt "hurry red telephone" ist ein melodiös und rhythmisch filigranes Werk, besetzt mit zwei E-Gitarren, Kontrabass und Schlagzeug. Wiederholungen sind ein Stilmerkmal, das beschwörend wirkt. Der Kontrabass bildet mit seiner wuchtigen Tiefe den Kontrast zu den in hohen Lagen spielenden Gitarren. Auch Worte sind wichtig für das Ganze. So stammt auch der Name des Projekts aus einem Gedicht des amerikanischen Schriftstellers Richard Siken, das Marc Ribot in einer Zugabe am Ende des Konzerts zitiert. Ribots Musik ist spannend vom ersten Ton weg bis zum Schluss des durchgehenden Sets, in dem die einzelnen Kompositionen ineinanderfließen. Ein packendes Hörerlebnis.
Freitag, 14. März 2025
No Mouth Bigband in der Bruckneruni Linz
Anlässlich des Festivals "Leicht über Linz" gab es noch ein interessantes Konzert zu hören. Christoph Cech, der diesen Sommer seinen Ruhestand als Professor an der Bruckneruni antreten wird, hat eine reine E-Gitarren-Bigband zusammengestellt, unterstützt von drei Drumsets und Keyboard. Die dargebotenen Kompositionen kommen in modernem Gewand daher, rockige und jazzige Anklänge sind dabei auch zu vernehmen. Die Wucht dieser großen Besetzung ist stellenweise recht beeindruckend. Am besten gefällt mir das Ensemble, wenn es sich in Rockgefielden bewegt, was bei dieser Besetzung auch kein Wunder ist. Auch der Nachfolger von Christoph Cech als Professor, Clemens Wenger, hat sich die Performance angehört, die am Ende lautstark beklatscht worden ist.
Donnerstag, 13. März 2025
Janus Ensemble Wien in der Bruckneruni Linz
Schon seit mehreren Jahren findet das Festival für aktuelle Musik "Leicht über Linz" an verschiedenen Veranstaltungsorten in Linz statt, so auch an der Bruckneruni. Teil der heurigen Konzertreihe war u. a. ein Konzert des Janus Ensemble Wien im großen Saal der Bruckneruni, in dem vor allem Kompositionen von Studierenden an der Uni uraufgeführt wurden. Sie alle standen unter dem bekannten Motto "Wehret den Anfängen". Die musikalische Leitung des Orchesters lag bei Christoph Cech. Stilistisch waren die Stücke im Bereich neuer Musik, aber auch im Jazz angesiedelt. Die Qualität der Kompositionen und ihre musikalische Realisierung waren für mich erstaunlich. Neben den Instrumenten (Streicher, Bläser, Schlagzeuge, Gitarre, Keyboard, Electronics) kamen auch Stimmen zum Einsatz, die dem Ganzen auch verbale Inhalte hinzufügten. Schön, dass es das Janus Ensemble ermöglicht, dass vor allem junge Komponist:innen ihre Werke zur Aufführung bringen können. Ich schätze diese Möglichkeit und habe die Darbietung genossen.
Dienstag, 11. März 2025
Orgel zu Mittag in der Stiftung Mozarteum Salzburg
Immer wieder gerne nutze ich Möglichkeiten, die "Königin der Instrumente", die Orgel, zu hören. Auch heute bot sich wieder eine solche Gelegenheit in der Stiftung Mozarteum. Um die Mittagszeit präsentierte der junge, aus China stammende Mozarteum-Student Fu Qiao Werke von Alexandre Guilmant, Johann Sebastian Bach und Franz Liszt auf der Orgel des wunderbaren Großen Saals mit seiner hervorragenden Akustik. Beeindruckend war für mich vor allem die extreme Dynamik des Instruments. Leiseste Tonfolgen einerseits und donnernde Soundgewitter andererseits hat der Organist aus diesem beeindruckenden Instrument herausgeholt. Begeisterter Applaus beendete die Veranstaltung und eine dankende Hinwendung des Musikers an sein königliches Instrument.
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