Sonntag, 9. März 2025

Lisa Hofmaninger und Helene Glüxam im Kulturpool Gallneukirchen

Wenn ich die Saxophonistin und Bassklarinettistin Lisa Hofmaninger live erleben will, nehme ich auch etwas längere Anfahrtsstrecken in Kauf. Im stillgelegten und zu neuem kulturellem Leben erweckten Hallenbad von Gallneukirchen trat sie mit der Bassistin Helene Glüxam am diesjährigen Frauentag auf. Zuerst spielten die beiden Frauen jeweils solo, dann boten sie Eigenkompositionen gemeinsam dar. Freiheit sowohl Klangerzeugung als auch Improvisation betreffend, steht im Vordergrund. Eigenheiten im besten positiven Wortsinn dominieren die Vorstellung. Jeder Moment bleibt ein spannender, weil nichts wirklich vorgefertigt erscheint, sondern hochgradig gegenwärtig. Schön, dass ich ein Stück dieser Gegenwart am Grund des Sportbeckens sitzend und völlig im Trockenen erleben durfte.
 

Samstag, 8. März 2025

"Fall" und "Orbo Novo" im Musiktheater Linz

Tanz ist eine wunderbare künstlerische Ausdrucksform, die in Verbindung mit Musik ein starkes ästhetisches Erlebnis bietet. Ein solches wollte ich mir wieder einmal gönnen. Das Tanzensemble des Linzer Landestheater, das Bruckner Orchester und der belgische Starchoreograph Sidi Larbi Cherkaoui schafften dieses Kunstwerk, das aus zwei unterschiedlichen Teilen besteht. Ist der erste Teil rein auf Tanz, begleitet von Musik von Arvo Pärt, beschränkt, so spielt im zweiten Stück auch Text eine Rolle. Es geht dabei um die Folgen eines Schlaganfalls, der hier mit Bildern und Figuren dargestellt wird. Die Musik dazu stammt von Symon Brzóska. Was mich an diesem Bewegungstheater fasziniert ist die ungeheure Leichtigkeit, mit der die Körper der Darstellenden Bewegungen und Figuren vollziehen. Das Bild, das sich mir bietet. entführt mich in eine Welt der reinen Ästhetik, was ich als sehr wohltuend empfinde. Dem übrigen Publikum dürfte es ähnlich ergangen sein. Die Begeisterung beim Schlussapplaus war allgegenwärtig.
 

Freitag, 7. März 2025

Sigrid Horn mit "Nest" in der AK Linz

In der Linzer Arbeiterkammer finden regelmäßig Kulturveranstaltungen statt. Dieses Mal war Sigrid Horn begleitet von einem Streichquartett zu Gast, mit dem sie auch ihr Album "Nest" aufgenommen hat. Ähnlich wie SarahBernhardt präsentiert die Niederösterreicherin Lieder im Mostviertler Dialekt, die von den alltäglichen und oft recht persönlichen Dingen des Lebens handeln. Manchmal reicht die Streicher-Begleitung, manchmal begleitet sich die Sängerin auch mit einem E-Piano oder einer Ukulele. Die Stimmung, die diese Musik vermittelt, ist eher unaufgeregt, beschaulich und ruhig. Die Texte stehen eindeutig im Vordergrund. Das Publikum goutiert die Darbietung mit viel Applaus.
 

Mittwoch, 5. März 2025

Georg Vogel und Andreas Lettner mit "Ohhnett" im Schl8hof Wels

Unter der jungen österreichischen Pianisten ist Georg Vogel eine ganz besondere Erscheinung. Keiner sonst spielt auf einem Keyboard, das die Oktave in 31 Tonhöhen unterteilt. Ausgerüstet mit zwei sogenannten Clavitonen im Eigenbau und weiterer Elektronik tritt er begleitet von Schlagzeuger Andreas Lettner im Rahmen der Musikwerkstatt Wels im Schl8hof Wels auf. Vorgestellt wird das neue Album "Ohhnett" in gleicher Besetzung. Die Musik hat etwas Hypnotisierendes an sich, zugleich schwebend und gut geerdet durch eindringliche Bassläufe, die Klänge erinnern an Orgel, E-Piano und Synthesizer. Das Schlagzeug folgt der Rhythmik und ergänzt sie und verstärkt die Dynamik. Fast nie dringt hierbei Swingendes in Erscheinung, manchmal allerdings taucht eine Jazz typische Improvisationsfolge auf. Dominierendes Element sind die Klänge der Tasteninstrumente und deren elektronische Zusatzstoffe. Ich habe mir den vorgestellten Tonträger gekauft und bemerke, dass ich ihn immer wieder hören will. Es ist Musik, die nach mehrmaligem Hören verlangt, oder anders ausgedrückt einen spürbaren Suchtcharakter aufweist. Und das ist für mich ein gutes Zeichen.

Montag, 3. März 2025

SarahBernhardt in der Kunstbox Seekirchen am Wallersee

 

Zu Sarah (Metzler) und Bernhard (Scheiblauer) kommt noch Sigrid Horn als dritte Stimme hinzu. Damit werden, unterstützt von Harfe und Ukulele, Banjolele und Gitarre sehr persönliche Lebenserfahrungen in Form von Mostviertler Dialektliedern vorgetragen, die alle aus der Feder von Bernhard Scheiblauer stammen. Die Kunst liegt in der Einfachheit sowohl musikalisch als auch sprachlich, von der jedoch eine Magie ausgeht, die einen gefangen nimmt. So kann man diesen kleinen Geschichten aus dem Leben lange und belustigt zuhören. 

Freitag, 28. Februar 2025

"Like A Complete Unknown" im Starmovie Regau

Wer sich ernsthaft mit Musikkultur beschäftigt, kommt an Bob Dylan nicht vorbei. Seine Musik und seine Texte begleiten mich seit Teenager-Tagen und daher bin ich gerne dabei, wenn ich Bob Dylans Anfangsjahre cineastisch präsentiert bekomme. Wie sie wirklich verlaufen sind, wird auch dieser Film nicht zeigen, er erzählt jedoch eine mich berührende Geschichte. Die Integration seiner Songs und speziell seiner Songtexte in die Handlung finde ich sehr gelungen. Sie kommentieren immer wieder das Geschehen in NYC der 1960er Jahre und Dylans Frauenbeziehungen, die der Film anspricht. Vielleicht ist es auch die zeitliche Distanz zum realen Geschehen von vor gut 60 Jahren, die einiges in mir bewegt hat, wirkt sie doch auch wie ein Rückblick auf meine eigene Jugend.
 

Dienstag, 25. Februar 2025

Connolly Hayes im Rockhouse Salzburg

Es ist ewig her, dass ich mir zuletzt eine Band im Rockhouse Salzburg angehört habe. Das liegt einerseits daran, dass ich doch eher dem Jazz zugeneigt bin, und andererseits daran, dass ich es mit den Öffis nicht schaffe, nach einem Konzert wieder nach Hause zu kommen. Dennoch habe ich jetzt wieder einmal einen Rockhouse-Versuch gestartet, weil ich mir von dem Briten Connolly Hayes und seiner Band einiges versprochen habe. So wie ich die Rockhouse-Bar in Erinnerung hatte, sieht sie jetzt allerdings nicht mehr aus. In einem schlauchartigen Gewölbe mit einer Bar im hinteren Bereich lauscht man stehend dem Geschehen. Die Band hat mich nicht enttäuscht. Souliger Gesang von Jess Hayes und Connolly Hayes dominieren das musikalische Geschehen, Bass (Beau Barnard) und Schlagzeug (Andy Wilder) sorgen für den Drive, Connolly Hayes steuert gelegentlich ein sparsames Gitarrensolo bei. Mein Herz höher schlagen lassen hat allerdings Keyboarder Joe Mac, dessen improvisatorische Fähigkeiten auch in jeder Jazz-Formation für Furore sorgen könnten. Besser zu genießen als im Rockhouse sind Rock, Blues und Soul nach meinem Geschmack in anderen Venues, wie z. B. im Kino Ebensee oder im OKH Vöcklabruck.