Freitag, 7. März 2025

Sigrid Horn mit "Nest" in der AK Linz

In der Linzer Arbeiterkammer finden regelmäßig Kulturveranstaltungen statt. Dieses Mal war Sigrid Horn begleitet von einem Streichquartett zu Gast, mit dem sie auch ihr Album "Nest" aufgenommen hat. Ähnlich wie SarahBernhardt präsentiert die Niederösterreicherin Lieder im Mostviertler Dialekt, die von den alltäglichen und oft recht persönlichen Dingen des Lebens handeln. Manchmal reicht die Streicher-Begleitung, manchmal begleitet sich die Sängerin auch mit einem E-Piano oder einer Ukulele. Die Stimmung, die diese Musik vermittelt, ist eher unaufgeregt, beschaulich und ruhig. Die Texte stehen eindeutig im Vordergrund. Das Publikum goutiert die Darbietung mit viel Applaus.
 

Mittwoch, 5. März 2025

Georg Vogel und Andreas Lettner mit "Ohhnett" im Schl8hof Wels

Unter der jungen österreichischen Pianisten ist Georg Vogel eine ganz besondere Erscheinung. Keiner sonst spielt auf einem Keyboard, das die Oktave in 31 Tonhöhen unterteilt. Ausgerüstet mit zwei sogenannten Clavitonen im Eigenbau und weiterer Elektronik tritt er begleitet von Schlagzeuger Andreas Lettner im Rahmen der Musikwerkstatt Wels im Schl8hof Wels auf. Vorgestellt wird das neue Album "Ohhnett" in gleicher Besetzung. Die Musik hat etwas Hypnotisierendes an sich, zugleich schwebend und gut geerdet durch eindringliche Bassläufe, die Klänge erinnern an Orgel, E-Piano und Synthesizer. Das Schlagzeug folgt der Rhythmik und ergänzt sie und verstärkt die Dynamik. Fast nie dringt hierbei Swingendes in Erscheinung, manchmal allerdings taucht eine Jazz typische Improvisationsfolge auf. Dominierendes Element sind die Klänge der Tasteninstrumente und deren elektronische Zusatzstoffe. Ich habe mir den vorgestellten Tonträger gekauft und bemerke, dass ich ihn immer wieder hören will. Es ist Musik, die nach mehrmaligem Hören verlangt, oder anders ausgedrückt einen spürbaren Suchtcharakter aufweist. Und das ist für mich ein gutes Zeichen.

Montag, 3. März 2025

SarahBernhardt in der Kunstbox Seekirchen am Wallersee

 

Zu Sarah (Metzler) und Bernhard (Scheiblauer) kommt noch Sigrid Horn als dritte Stimme hinzu. Damit werden, unterstützt von Harfe und Ukulele, Banjolele und Gitarre sehr persönliche Lebenserfahrungen in Form von Mostviertler Dialektliedern vorgetragen, die alle aus der Feder von Bernhard Scheiblauer stammen. Die Kunst liegt in der Einfachheit sowohl musikalisch als auch sprachlich, von der jedoch eine Magie ausgeht, die einen gefangen nimmt. So kann man diesen kleinen Geschichten aus dem Leben lange und belustigt zuhören. 

Freitag, 28. Februar 2025

"Like A Complete Unknown" im Starmovie Regau

Wer sich ernsthaft mit Musikkultur beschäftigt, kommt an Bob Dylan nicht vorbei. Seine Musik und seine Texte begleiten mich seit Teenager-Tagen und daher bin ich gerne dabei, wenn ich Bob Dylans Anfangsjahre cineastisch präsentiert bekomme. Wie sie wirklich verlaufen sind, wird auch dieser Film nicht zeigen, er erzählt jedoch eine mich berührende Geschichte. Die Integration seiner Songs und speziell seiner Songtexte in die Handlung finde ich sehr gelungen. Sie kommentieren immer wieder das Geschehen in NYC der 1960er Jahre und Dylans Frauenbeziehungen, die der Film anspricht. Vielleicht ist es auch die zeitliche Distanz zum realen Geschehen von vor gut 60 Jahren, die einiges in mir bewegt hat, wirkt sie doch auch wie ein Rückblick auf meine eigene Jugend.
 

Dienstag, 25. Februar 2025

Connolly Hayes im Rockhouse Salzburg

Es ist ewig her, dass ich mir zuletzt eine Band im Rockhouse Salzburg angehört habe. Das liegt einerseits daran, dass ich doch eher dem Jazz zugeneigt bin, und andererseits daran, dass ich es mit den Öffis nicht schaffe, nach einem Konzert wieder nach Hause zu kommen. Dennoch habe ich jetzt wieder einmal einen Rockhouse-Versuch gestartet, weil ich mir von dem Briten Connolly Hayes und seiner Band einiges versprochen habe. So wie ich die Rockhouse-Bar in Erinnerung hatte, sieht sie jetzt allerdings nicht mehr aus. In einem schlauchartigen Gewölbe mit einer Bar im hinteren Bereich lauscht man stehend dem Geschehen. Die Band hat mich nicht enttäuscht. Souliger Gesang von Jess Hayes und Connolly Hayes dominieren das musikalische Geschehen, Bass (Beau Barnard) und Schlagzeug (Andy Wilder) sorgen für den Drive, Connolly Hayes steuert gelegentlich ein sparsames Gitarrensolo bei. Mein Herz höher schlagen lassen hat allerdings Keyboarder Joe Mac, dessen improvisatorische Fähigkeiten auch in jeder Jazz-Formation für Furore sorgen könnten. Besser zu genießen als im Rockhouse sind Rock, Blues und Soul nach meinem Geschmack in anderen Venues, wie z. B. im Kino Ebensee oder im OKH Vöcklabruck.
 

Sonntag, 23. Februar 2025

Sullivan Fortner Trio im Wiener Konzerthaus

Obwohl mir kleinere, intime Clubs zum Genießen von Jazzkonzerten viel lieber sind, höre ich mir auch manchmal ein Konzert in einem großen Haus, wie z. B. dem Wiener Konzerthaus an. Dieses Mal war es ein klassisches Jazz-Trio aus den USA mit dem hoch gepriesenen Pianisten Sullivan Fortner. Der Mann ist stark beeinflusst von der Tradition eines Art Tatum und Erroll Garner, aber auch anderer großer Namen wie Thelonious Monk oder Bud Powell. Was er mit seinem Trio bietet, sind allerdings auch sehr modern klingende Kompositionen mit rhythmischer Finesse und hoher Expressivität, in denen Gleichberechtigung bezüglich improvisatorischer Freiheit zwischen den Bandmitgliedern besteht. (Tyrone Allen am Kontrabass und Kayvon Gordon am Schlagzeug) Sowohl komplexe Kompositionen als auch einfache, ins Ohr gehende Balladen stehen am Programm. Gegen Ende zeigen sich immer deutlicher die traditionellen Elemente allerdings in einem eigenständigen, modernern Gewand. Das Publikum im ausverkauften Mozartsaal war begeistert.
 

Donnerstag, 20. Februar 2025

"Die Schuld der Liebe" in den Lichtspielen Lenzing


Der österreichische Filmregisseur Andreas Gruber ist 70 geworden - ein Anlass für die Lichtspiele Lenzing ein paar seiner Filme (wieder) zu zeigen, so auch den 1997 produzieten Film "Die Schuld der Liebe" mit Sandrine Bonnaire in der Hauptrolle. Sie spielt die Tochter eines unerwartet verstorbenen österreichischen Politikers, dessen Tod und die Beschäftigung mit der Verlassenschaft eine Lebenskrise in ihr auslöst. Sowohl der Vater als auch die Tochter werden dabei auf subtile Weise psychologisch gezeichnet. Im Anschluss an den Film findet noch ein Gespräch mit dem anwesenden Filmemacher Andreas Gruber statt, das die Intention dieses Films dem interessierten Publikum noch näher bringt.