Donnerstag, 20. Februar 2025
"Die Schuld der Liebe" in den Lichtspielen Lenzing
Sonntag, 16. Februar 2025
Attwenger im OKH Vöcklabruck
Attwenger haben mich seit ihrer Gründung 1990 angesprochen und ich war schnell im Besitz von zwei ihrer ersten Alben "Most" und "Pflug", die ich u. a. als Einschlafmusik für meine Tochter als Baby verwendet habe. Zahlreiche besuchte Liveauftritte - einer davon sogar in Zürichs Roter Fabrik - und über 30 Jahre später treffe ich nun im OKH Vöcklabruck auf das Künstler-Duo Markus Binder und Hans-Peter Falkner. Die beiden haben nichts an Frische eingebüßt und machen immer noch das, was sie am besten können: ihre oberösterreichischen volksmusikalischen Wurzeln in Beziehung bringen zum Punk und Post-Punk mittels elektronisch verzerrter Knopfharmonika und aufs Wesentliche reduziertem Schlagzeug. Auch das Volksmusikinstrument Maultrommel trägt zur Atmosphäre ihres musikalischen Stils wesentlich bei. Vor allem die abwechslungsreiche Rhythmik und deren Intensität sind ihr Markenzeichen. Der Attwenger-Style hat schon zeitlosen Charakter angenommen und wird daher nicht nur vom älteren Teil des Publikums, sondern auch von zahlreichen jungen Konzertbesucher:innen freudig bejubelt.
Samstag, 15. Februar 2025
Martina Reinhart "Einschreibungen" in der Galerie Schloss Puchheim
Die Stadtgalerie von Attnang-Puchheim ist beheimatet im Eingangsturm des Puchheimer Schlosses und hat dadurch allein schon ihre architektonischen Reize. Seit über 30 Jahren gibt es hier Ausstellungen durchaus namhafter Künstler:innen. Zurzeit geht es um Bilder der österreichischen Malerin und Philosophin Martina Reinhart, die auch eine erfolgreiche sportliche Karriere hinter sich hat. Der Titel "Einschreibungen" drückt schon aus, dass in Reinharts Bildern Zeichen und Schrift ein auffälliges Merkmal darstellen. Thematisch geht es dabei um den Einfluss der digitalen sozialen Medien auf den Menschen und seinen Körper, worauf auch der Leiter der Galerie, Kunsthistoriker Peter Assmann, in seiner Eröffnungsrede hingewiesen hat. Im Rahmen der Ausstellung werden auch noch Vorträge stattfinden von Franz Froschauer und der Martina Reinhart selbst. Den kulturellen Wert des Schlosses Puchheim und der beinhalteten Galerie schätze ich sehr und wünsche gute Pflege und langen Fortbestand.
Freitag, 14. Februar 2025
Vöcklabridge Pocket Band im OKH Vöcklabruck
Im OKH Vöcklabruck werden mit der Konzertreihe "thursdays4jazz" auch monatlich Jazzabende veranstaltet, die sich immer größer werdender Beliebtheit erfreuen. Die Programmvielfalt ist beträchtlich, dabei werden auch lokalen Jazzmusikern Auftrittsmöglichkeiten geboten. Die Vöcklabridge Pocket Band spielte letzten Donnerstag Jazz mit Schwerpunkt 1960er Jahre. Jeder der Beteiligten gibt dabei sein Bestes, wobei der Name der Band laut Trompeter Chris Reisinger auch "Besser geht's nicht" lauten könnte. Unterstützt wurde die Band von den Vokalist:innen Soma Hosseini und Marc Höchtl, wobei die junge Sängerin mittels Ausdruck und Phrasierung durchaus das Potenzial hat, Gänsehaut bei der Zuhörerschaft zu erzeugen. Dass es auch ohne die letzte Perfektion möglich ist, einen unterhaltsamen Jazzabend zu gestalten, hat die Band jedenfalls bewiesen und dem Publikum hat's gefallen.
Mittwoch, 12. Februar 2025
Mátyás Bartha Trio im Schl8hof Wels
Dienstags ist im Schl8hof Wels Musikwerkstatt-Tag, was bedeutet, dass es Jazz im kleinen, intimen Rahmen schwerpunktmäßig mit österreichischen Musiker:innen zu hören und zu sehen gibt. Letzten Dienstag war ein klassisches Klaviertrio am Programm mit Mátyás Bartha am Klavier, Danny Ziemann am Kontrabass und Christian Salfellner am Schlagzeug. Schon beim Erklingen der ersten Töne war mir klar, worum es an diesem Abend gehen würde: Jazz, der swingt, mit Melodien, die Eingang gefunden haben ins Great American Songbook, interpretiert mit viel Liebe, großer Spielfreude, technischer Perfektion und individueller Ausdrucksstärke. Ich habe vor allem Wärme verspürt und die Freude, alten Bekannten (Melodien) in Wohnzimmeratmosphäre zu lauschen und mich mitnehmen zu lassen. Auch das Eigene an Kompositionen hat sich harmonisch eingefügt in diesen Kosmos zeitloser, unsterblicher Songs. Klassisches Jazz-Repertoire auf solch großartige Weise vorgetragen ist für mich eine wahre musikalische Wohltat.
Donnerstag, 6. Februar 2025
"Hasenjagd - Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen" in den Lichtspielen Lenzing
Jetzt gerade jährt sich zum 80. Mal der Beginn der Mühlviertler Hetzjagd auf über 400 aus dem KZ Mauthausen ausgebrochenen sowjetischen Kriegsgefangenen, bekannt auch als "Mühlviertler Hasenjagd". Schon vor gut 30 Jahren (1994) hat der österreichische Filmemacher Andreas Gruber einen dokumentarischen Spielfilm darüber in die Kinos gebracht. Durch das Österreichische Filmarchiv digitalisiert und restauriert läuft dieser Film mit dem Titel "Hasenjagd - Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen" gerade wieder in unseren Programmkinos an. Ich habe ihn in den Lichtspielen Lenzing wieder gesehen. Fast alle der Ausgebrochenen werden im Zuge der mehrwöchigen Hetzjagd getötet. Der Film konzentriert sich auf die Rettung von zwei Geflüchteten durch die mutige Unterstützung einer Mühlviertler Bauernfamilie. Der anwesende Regisseur Andreas Gruber stellte sich am Ende der Vorführung den Fragen des sichtlich beeindruckten Kinopublikums. In einer Zeit gefährdeter liberaler Demokratien ist die Erinnerung daran wichtig, wie schnell der dünne Mantel zivilisatorischer Menschenrechte zerreißen kann und totalitäre Regime die Macht ergreifen können.
Dienstag, 4. Februar 2025
"Aus zweiter Hand" - Ausstellung in der Stadtgalerie Vöcklabruck
"Aus zweiter Hand" ist der Titel der aktuellen Ausstellung von Renate Billensteiner und Gerhard Brandl in der Stadtgalerie Vöcklabruck im Lebzelterhaus. Der Titel der Ausstellung wurde deshalb gewählt, weil beide Künstler:innen vorhandenes Bildmaterial verändern und neu gestalten. Renate Billensteiner deckt vorhandene Portraitfotos mit unterschiedlichen Dingen ab und fotografiert sie erneut. Gerhard Brandl verfremdet Landschafts- und Portraitmalerei aus dem 19. Jhdt. mit zusätzlichen Elementen oder durch teilweises Verpixeln. Der Linzer Architektur- und Kunsthistoriker Georg Wilbertz erklärt diese Techniken in seinem Eröffnungsvortrag anschaulich. Das zahlreich erschienene Publikum schenkt sowohl dem Vortrag als auch den ausgestellten Bildern seine rege Aufmerksamkeit.
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