Mittwoch, 21. Februar 2018

Cisco Pema und Coni Molina im Schlachthof Wels

Wenn sich zwei Argentinier zum Musizieren in Österreich treffen, muss es nicht Tango sein, was erklingt. Bei Cisco Pema aus Buenos Aires handelt es sich um einen Gitarristen, Bassisten und Sänger, der sich seine Lieder selbst schreibt. Diese bringt er im Schlachthof Wels, nur mit seiner Akustikgitarre und den Percussionsinstrumenten von Coni Molina begleitet, dem Publikum zu Gehör. Es ist seine dunkle, angenehme Stimme und der treibende Rhythmus beider Musiker, das die ZuhörerInnen betört und sie innerlich wie äußerlich in Bewegung bringt. Gegen Ende werfen die Beiden noch musikalisch einen Blick über die Grenze nach Braslien und zeigen, dass sie auch den dort herrschenden Samba-Groove drauf haben. So endet der Abend voller guter Gefühle.

Samstag, 10. Februar 2018

Das Andi Haidecker Trio spielt Monk und Metheny im B1 + C1 Mayr

Ja, es gibt sie noch - die dritte Luft - auch wenn hier schon über Jahre nichts zu sehen ist. Besonders in letzter Zeit haben sich die Konzertbesuche wieder gemehrt, und vielleicht sollte auch wieder mehr darüber berichtet werden.
Es gibt ein Café in Vöcklabruck - Café Mayr - in dem immer wieder regionale, aber auch internationale JazzmusikerInnen Auftritte haben. Vor Kurzem war es der Vöcklabrucker Gitarrist Andi Haidecker mit seinen Begleitern Peter Traunmüller (dr) und James Hornsby (b), der hier ein "Heimspiel" hatte. Die Kompositionen, die hier gespielt wurden, stammten zum Großteil von Thelonious Monk und Pat Metheny. Andi Haidecker und seine Band zeigten, wie man diese schon so oft interpretierten Stücke dennoch neu und mit der eigenen Handschrift versehen spielen kann - funky und rockig oder sogar mit unserem traditionellen Marschrythmus gespickt. Die "Hütte" war voll und allen hat es gefallen.

Sonntag, 16. November 2014

Martin Spengler & die foischn Wiener in der LMS Ottnang

Das neu Wienerlied hat Saison. Man merkt es daran, dass laufend junge Bands aus dem Boden schießen, die dieses musikalische Genre auf ihre Weise weiter entwickeln und neu für sich (und das Publikum) erfinden wollen.
Martin Spengler ist so einer, der Themen des Wienerlieds wie Liebe, Tod und Alkoholkonsum aufnimmt und mit dem typischen melancholischen Grundton in Musik fasst. Dabei entstehen bisweilen ansprechende und berührende Lieder. Allerdings versucht er auch vorgefundenes Text- und Liedgut zu verwienern, was recht eigenartige Blüten hervorbringt. So wird unter anderem ein Rilke-Sonett adaptiert oder ein bekannter Manning-Sherwin-Song vom Londoner Berkeley Square zum Wiener Praterstern transferiert, was ihm gar nicht gut bekommt. Das müsste nicht sein - hat doch Martin Spengler durchaus die Fähigkeit, eigene Lieder zu komponieren, die - begleitet von einer tollen Band - wirklich unter die Haut gehen.

Samstag, 19. April 2014

Eleni Mandell im Schlachthof Wels

Mit ihrer Band war sie vor einigen Jahren schon einmal in Wels. Aber auch alleine macht sie eine gute Figur. Die Singer-Songwriterin hat genug Charisma, um nur mit Wandergitarre ausgestattet den Konzertabend zu bestreiten.
Es sind nicht nur die aussagekräftigen Texte, sondern es ist auch die expressive Art, die Songs in Szene zu setzen, die Begeisterung hervorrufen. Dabei reicht die Bandbreite von verhaltenen Tönen bis zu dramatisch aufgeladenen Momenten. So glaubhaft und authentisch wie diese Musikerin aus Kalifornien klingt jedenfalls selten wer.

Samstag, 14. September 2013

Shonen Knife im Kino Ebensee

Zwischen Osaka (Japan) und Ebensee liegen Welten - sollte man meinen. Da aber Musik bekanntlich Welten verbindet, könnten die drei Japanerinnen und das Kino Ebensee gar nicht besser zusammenpassen. Ganz in der Tradition der Ramones, zu der sich das Trio aus der "Rock City" Osaka bekennt, geht da die Post ab mit vollem Einsatz und einer selten gesehenen Spielfreude. Und obwohl die Songs dem Vorbild entsprechend eher "heavy" daherkommen, hat das Ganze auch eine Seite, die man in Japan "Kawaii" nennt: niedlich, süß und liebenswert.

Sonntag, 7. April 2013

Der Nino aus Wien mit Stefan Sterzinger und Raphael Sas im Kino Ebensee

Es muss ja nicht immer englischsprachig sein, was im Kino Ebensee erklingt. Österreich hat auch einiges Bodenständiges zu bieten. Am 6. April waren gleich drei dem Wienerischen verbundene Musiker zu Gast, und ein jeder präsentierte zuerst einmal seine eigene Kunst, bevor die drei dann gemeinsam zu musizieren begannen. Und siehe da, alte Austropop-Hadern wurden ausgegraben und wiederbelebt, angefangen von der Worried Men Skiffle Group über Georg Danzer und Wolfgang Ambros bis zu Falco. Und das hat richtig Spaß gemacht - den Musikern genauso wie dem Publikum.

Montag, 1. April 2013

Hong Faux im Kino Ebensee

Ebensee ist für alle da, die musikalische Erlebnisse suchen. So gibt es am 30. März ein Programm, das dem Geschmack jüngeren Publikums entgegenkommt. Headbanging ist angesagt, wenn die schwedischen Rocker "Hong Faux" (was immer das heißen mag) so richtig loslegen. Aber auch die älteren Semester erinnern sich bei solchen Klängen vielleicht an die Black-Sabbath-Zeiten ihrer Jugend zurück. Was aber für alle gilt ist Bewegung und kaum einen hält es bei solchen rhythmischen Stimulanzien auf den verwaisten Stühlen des Kinosaals.