Samstag, 25. Februar 2012
Christy & Emily im Kino Ebensee
Diese New Yorker Band ist es wert, dass man sie sich nicht nur einmal anhört. Nach der ersten Begegnung in Hannover vor einem halben Jahr ist sie nun auch im Kino Ebensee zu Gast, zur Präsentation ihrer neuen CD. Es ist ein eigenartiger Reiz, der von der Musik dieser beiden Frauen und ihren Begleitern ausgeht. Es ist eine schwebend-melancholische Grundstimmung, die durchbrochen ist von kraftvoll zupackenden Statements und bisweilen eindringlichen tanzbaren Rhythmen. Powerplay ist aber nicht die Sache dieser Band, es sind vielmehr die zarteren Gesten, die vorherrschen und eine unaufgeregt wirkende Ehrlichkeit ausstrahlen. Nichts wirkt gespielt, so auch nicht der Wunsch nach der einen oder anderen Runde Ebenseer Zirbenschnaps nach getaner Arbeit.
Samstag, 11. Februar 2012
Rebekka Bakken im Kulturzentrum ALFA, Steyrermühl
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| Quelle: Veranstaltungsplakat |
Sonntag, 15. Januar 2012
"The Walkabouts" im Kino Ebensee
Wenn es so etwas gibt wie einen musikalischen Nostalgietrip, dann war die Reise heute nach Ebensee so einer. Die Walkabouts aus den USA haben in den 80ern und 90ern Akzente gesetzt mit ihrem melancholischen Folkrock und tun es auch heute noch. Vor allem Bühnenpräsenz und Ausdruckskraft von Frontfrau Carla Torgerson faszinieren wie immer. Und wer glaubt, die Gruppe wäre nach längerer Bühnenabstinenz in Vergessenheit geraten, der irrt. Selten hat man den Kinosaal in Ebensee so voll gesehen wie an diesem Abend mit alten, treuen Fans und neugierigem jungem Publikum.
Freitag, 6. Januar 2012
Ebenseer Glöcklerlauf
Wer sich am Vorabend des Dreikönigstags den Glöcklerlauf in Ebensee anschauen möchte, sollte sich eine größere Portion Kleingeld mitnehmen. Das Glöckeln ist nämlich eine Form des Bettelns, die ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert hat. Als 900 Holzarbeiter der Saline wegen Umstellung auf Braunkohle arbeitslos wurden, zogen sie mit verzierten und beleuchteten Kartonschachteln am Kopf durch den Ort, um Unterstützung zu erbetteln. Das tun sie auch heute noch. Aus den einfachen Schachteln sind jedoch kunstvolle Riesengebilde geworden, die die weiß gekleideten Männer (und neuerdings auch Frauen) auf ihren Köpfen tragen. Umgeschnallte Glocken verschiedenster Stimmlagen erzeugen einen rhythmisch pulsierenden Klangteppich. So wird dem Publikum trotz des herrschenden Regenwetters ein visuell und akustisch beeindruckendes Spektakel geboten.
Freitag, 23. Dezember 2011
"Melancholia" im Kino Lenzing
"Was tun, wenn die Welt untergeht?" - Diese Frage stellt sich in Lars von Triers jüngstem Film. Aber wenn schon Endzeitstimmung herrscht, dann in traumhaft schönen Bildern und untermalt mit schwermütig-pompöser Wagner-Musik. Das Handeln der Menschen in der Erwartung des Endes durch den Zusammenprall der Erde mit dem Planeten Melancholia macht diesen Film besonders reizvoll. Verdrängung, Panik, aber auch hingebungsvolle Gelassenheit kommen zum Vorschein. Und wer die Melancholie als Grundstimmung schon in sich trägt, der versteht die Welt auch dann noch, wenn Melancholia auf sie einstürzt.
Montag, 12. Dezember 2011
INSINGIZI & Roland Guggenbichler im Spielraum Gaspoltshofen
Am 8. Dezember darf schon Weihnachten gefeiert werden - und zwar auf Afrikanisch mit drei Männerstimmen aus Zimbabwe und Roland Guggenbichler am Flügel, das nennt sich dann MoZuluArt und verbindet europäische (Mozart) und traditionelle südafrikanische Musik auf wundersame Weise. Was die vier auf der Bühne bieten, ist beeindruckend: Man glaubt es kaum, dass der voll tönende A-capella-Chor aus nur drei Männern besteht. Man staunt darüber, welche Klangdichte die Stimmen mit Klavier und Trommel erzeugen können. Man erfreut sich an den Bewegungen und Tänzen der drei Afrikaner und fasst es kaum, dass man schließlich selbst Teil dieser Inszenierung ist - mitklatschend, mitsingend und am Ende mittanzend in wildesten afrikanischen Rhythmen.
Sonntag, 4. Dezember 2011
Scott Matthew im Kino Ebensee
Das Kino Ebensee ist immer eine Konzert-Reise wert, auch dann, wenn man so wie dieses Mal den angekündigten Künstler nicht kennt. Wenn dann das Kinofoyer schon eine halbe Stunde vor Konzertbeginn gerammelt voll ist mit durchmischtem und auch recht jungem Publikum, dann weiß man: Der Mann ist angesagt - und zwar zurecht. Was Scott Matthew hier auf die Bühne zaubert an Atmosphäre voller Wehmut, Sehnsucht und Leidenschaft mit seiner fast himmlisch zu nennenden Stimme, ist schon erstaunlich. Dennoch kommt in ihm auch der abgebrühte Entertainer zur Geltung, wenn er, von einem jungen Mann aus dem Publikum der Lüge überführt, lakonisch antwortet: "That's showbusiness!" Hier im Kino Ebensee bekommt der "Country Boy" aus Australien aber auch so viel an herzlicher Zuwendung von Seiten des Publikums, dass es scheint, als würde er die Bühne gar nicht mehr verlassen wollen. So ist der feierliche Akt seines Auftritts erst nach einer halben Stunde voller Zugaben beendet, und wer wolle, könne ja mit ihm noch an der Bar abhängen.
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