Samstag, 5. Februar 2011

Simon Oberleitner & Band in der LMS Vöcklabruck

Manchmal ist es schön, in klassischen Jazz einzutauchen. Das Trio mit Klavier (Simon Oberleitner), Kontrabass (Andreas Reisinger) und Schlagzeug (Reinhard Mair-Zeininger) bietet dafür die besten Voraussetzungen. Und der Name des Projekts "Swinging the Classics" weist auch in diese Richtung. So bildete, wie nicht anders zu erwarten, eine Auswahl ausgesuchter Jazz-Standards den Großteil des Repertoirs. Vollendet wurde das Ganze noch mit den Kompositionen von Klassikern anderer Herkunft, wie z. B. Bach oder Chopin. Dass das durchaus zusammenpassen kann wie aus einem Guss, haben schon ganz andere Jazz-Größen gezeigt. Und was hier vor allem von Simon Oberleitner geboten wird, ist Ruhe und Gelassenheit, Lockerheit, Treffsicherheit, Bestimmtheit und die Botschaft, dass harmonischer Wohlklang eine Qualität ist, die es zu zelebrieren gilt. Die herrliche Akustik des Saals der Landesmusikschule steigert den Genuss noch: ein berührendes Konzert eines Interpreten, dessen Reife angesichts seiner Jugend erstaunlich ist.

Samstag, 8. Januar 2011

Ellen D. Group im Rossstall Lambach

Die Veranstaltungsreihe O2 Jazz-Club ermöglicht sowohl weniger bekannten KünsterInnen einen Auftritt als auch für alle die Möglichkeit, im Anschluss an einer Jam-Session teilzunehmen. Der Vorteil für das Publikum ist freier Eintritt und die Chance auf ein begeisterndes Konzerterlebnis.
Die Sängerin Doris Ellen Bauer trat mit einigen hochkarätigen BegleiterInnen aus der österreichischen Jazzszene auf: der erstaunlichen Bassistin Gina Schwarz, der jungen Pianistin Julia Siedl, dem Schlagzeuger Klemens Marktl und dem Saxofonisten Christian Bachner.
Neben einigen jungen Talenten stießen bei der Jam-Session auch noch arrivierte Jazzer wie Hermann Linecker (Klavier) und Christian Maurer (Saxofon) dazu. Ein Improvisationsfeuerwerk von Bachner und Maurer über Billy Strayhorns "Take the A Train" bildete den Höhepunkt dieser mitreißenden, langen Jam-Nacht.

Samstag, 1. Januar 2011

Karl Ratzer’s Night Club Band im Porgy&Bess Wien

Wenn schon Sylvester in Wien, dann mit Pummerin und Jazz. Da das Porgy und der Stephansplatz nur ein paar Gehminuten auseinander liegen, lässt sich dieser Wunsch leicht verwirklichen. Österreichs Gitarristen-Urgestein Karl Ratzer gastierte dort an diesem Abend mit einer bunt zusammengewürfelten Band, unter anderen mit zwei weiteren lebenden Legenden des österreichischen Jazz: Richard Oesterreicher (Mundharmonika) und "Großinquisitor" Hans Salomon (Tenorsaxophon). Neben Bebop erklangen bluesige Melodien und unterstützt durch die Sängerin Jacqueline Patricio da Luz auch Brasilianisches. Neben dem virtuosen und gefühlvollen Gitarrenspiel von Karl Ratzer ernteten besonders die Soli des Münchner Trompeters Peter Tuscher Bewunderung. Um null Uhr gab die "Stimme Österreichs" am Stephansplatz ihre Vorstellung und danach ging es im Porgy bei enormer Spiellaune weiter ins neue Jahr hinein.

Sonntag, 26. Dezember 2010

Ines Reiger & Band im Rossstall Lambach

Was mit "Stella by Starlight" beginnt, kann nicht falsch sein. Auch wenn die Sängerin Ines Reiger zu Beginn des vorweihnachtlichen Konzerts am 18. Dez. noch ein wenig auf sich warten lässt. Hermann Linecker - Klavier, Christian Steiner - Bass, Gerald Endstrasser - Schlagzeug und Herbert Berger - Saxophon, Querflöte und Mundharmonika bilden ein perfektes Quartett, das Ines Reiger bei der Interpretation gängiger Jazz-Standards zur Seite steht. Diese überzeugt durch ihre Bühnenpräsenz und ihre kraftvolle Stimme, die sie auch zum Scat-Gesang nutzt. Dass alles sehr spielerisch und witzig wirkt, was sich auf der Bühne abspielt, macht es leicht, den Weihnachtsstress zumindest für diesen Abend zu vergessen. Und obwohl kein einziges Weihnachtslied am Programm steht, sind die Improvisationen immer wieder von weihnachtlichen Liedgut-Fetzen durchsetzt. So kann Weihnachtsvorbereitung wirklich Spaß machen.

Montag, 15. November 2010

Diana Jirkuff Band im Spielraum Gaspoltshofen

Im Spielraum Gaspoltshofen ist immer wieder etwas los. Vor allem die Jazz-Schiene hat Qualität, was vielleicht auch am Lokalmatador Martin Gasselsberger (Keyboards) liegen mag, der den Spielraum immer wieder mit verschiedenen Formationen beehrt. Dieses Mal ist es die Sängerin und Pianistin Diana Jirkuff mit ihrer Band, bei der er gemeinsam mit Alex Meik (Bass) und Willi Hackl (Schlagzeug) mitwirkt. Die Bandleaderin kann sich vor dem Hintergrund dieser Klasse-Jazzer voll entfalten und ihre Eigenkompositionen mit großer Sangesfreude und Temperament zum Besten geben. Ein Konzert voll Feuer und Verve hat das treue Jazzpublikum in Gaspoltshofen begeistert.

Sonntag, 7. November 2010

Zimmer 3 im Mythos Gmunden

In Gmunden gibt es seit einiger Zeit ein Geschäft namens Mythos, das ausgesuchte Tonträger, Filme und Bücher anbietet. Untergebracht ist es in einem reizvollen Kellergewölbe, das sich auch als Aufführungsort für Lesungen oder Konzerte in Wohnzimmeratmosphäre eignet.
"Zimmer 3" waren am 6. 11. zu Gast: Das sind Michaela Schausberger - Gesang, Christian Kapun - Klarinetten, Elektronik, sowie Markus Gumpinger - Percussion. Zu bieten haben diese MusikerInnen eigenständig und feinfühlig interpretierte "Standards" aus Pop und Jazz. Die sparsame Instrumentierung lässt viel Raum für Michaela Schausbergers überzeugende Stimme. Eine gute Stunde ist bald um, das Publikum ist begeistert und hätte gerne noch mehr von dieser feinen Kost genossen. Das Repertoir von "Zimmer 3" sollte sich noch erweitern lassen. Das kreative künstlerische Potenzial ist jedenfalls vorhanden.

Mittwoch, 3. November 2010

Phishbacher New York Electric Trio im Wimberghof Vöcklabruck

Immer wieder zieht es den Wahl-New-Yorker Walter Fischbacher in seinen alten Heimatort Vöcklabruck zurück. In verschiedenen Formationen war er hier schon zu hören. Dieses Mal musiziert er im Trio mit den beiden Deutschen Goran Vujic am E-Bass und Ulf Stricker am Schlagzeug. Keyboarder "Phishbacher" selbst ist mit reichlich Elektronik als Soundpalette ausgestattet. Erinnert der Beginn der Darbietung vor allem an den Jazzrock der 80er Jahre, so erweitert sich die Stil-Vielfalt später in Richtung Jazz-Funk, Ambient-Jazz sowie Drum ’n’ Bass. Die Spielfreude wird umso größer, je länger das Konzert dauert, und das Trio kann den Wimberghof immer mehr in seinen Bann ziehen. Vor allem der Spielwitz des hervorragenden Drummers löst Freude und Begeisterung aus. Fischbachers Electric-Konzept ist aufgegangen.