Freitag, 15. Oktober 2010

"Nebensonnen" mit dem Ensemble Zeit_Sequenzen in der LMS Vöcklabruck

Schuberts Lieder aus der "Winterreise" gehören zu den "Standards" klassischer Musik. Man kennt sie, meist vorgetragen mit Klavierbegleitung. Dass es auch anders geht, zeigt das Ensemble ZEIT_SEQUENZEN. Zum Gesang von Manfred Mitterbauer gesellen sich der Komponist und Trompeter Manfred Paul Weinberger, die Gitarristen Thomas Mauerhofer und Christian Wendt sowie Markus Lindner an der Marimba. Den Musikern gelingt es, den Liederzyklus ins 21. Jahrhundert zu transformieren, zu elektrifizieren und vor dem Hintergrund von zwei Jahrhunderten Musikgeschichte neu zu inszenieren. Dass mittlerweile Blues, Jazz, Rock und Neue Musik übers Land gezogen sind, bleibt dem Publikum nicht verborgen. Und tatsächlich gibt es Momente, in denen die Texte von Wilhelm Müller zu den Gitarrenriffs von Thomas Mauerhofer reinstes Blues-Feeling vermitteln. Manfred Paul Weinberger ist es mit seinem Ensemble gelungen, Tradition und Moderne, die Musiksprachen von Jahrhunderten auf reizvollste Weise miteinander in Beziehung zu setzen.

Sonntag, 26. September 2010

"Fußmarsch der Maroden" zur Hatschek-Stiftung Vöcklabruck

In Vöcklabruck ist es stickig, was kulturelle Frischluft anbelangt. Damit das in Zukunft anders wird, soll ein offenes Kunst- und Kulturhaus in Betrieb genommen werden. Das Gebäude ist schon vorhanden, aber für die notwendige Adaptierung gibt es kein Geld. Und so marschierte eine bunte Gruppe kulturell Unterversorgter zum Ziel ihrer Hoffnungen, dem Rest des alten Vöcklabrucker Krankenhauses, um dort ihrem Protest gegen die Verschleppung des Kulturprojekts Ausdruck zu verleihen: MAROD ABER NICHT MUNDTOT!

Mittwoch, 15. September 2010

Musee Mecanique im Kino Ebensee

Die Sommerpause im Kino Ebensee ist vorbei. Die Konzertsaison hat am 11. September begonnen, und es regieren Schönheit und Wohlklang. Fünf junge Männer von der Westküste der USA (Portland, Oregon) haben sich einem sanften Wohlfühlsound verschrieben, ohne in den Kitsch abzugleiten. Mit Keyboards, Akkordeon und Gitarren legen Musee Mecanique einen Klangteppich, über dem einschmeichelnde Stimmen ihre Botschaften zum Ausdruck bringen. Und manchmal ist es so still, dass sogar der Schlagzeuger statt auf die Felle nur leicht auf seine Schenkel klopfen darf oder überhaupt verschwinden muss. Hauptsächlich hört man Eigenes, doch auch Bekanntes mischt sich ein, wenn zur Überraschung des Publikums "Sloop John B" im Beach-Boys-Style erklingt: Musik, die das Gemüt anrührt und ein Gefühl wohliger Wärme auslöst - gemischt mit einer Brise Euphorie.

Sonntag, 5. September 2010

Foundation für Recht und Verfassung im Stadtcafe Vöcklabruck

Diesen Sommer fand im Stadtcafe Vöcklabruck eine Reihe von Konzerten lokaler Jazzbands statt. Am 2.9. trat der Gitarrist Andi Haidecker im Trio mit Lukas Kranzelbinder (b) und Lukas König (dr) auf. Hörte ich ihn vor einem Jahr noch bekannte Jazz-Standards interpretieren, so zeigte er sich mit seiner Band dieses Mal von einer ganz anderen Seite. Eigenständiges entwickelte sich vor den ZuhörerInnen, Spannungsbögen bauten sich auf und verklangen wieder, zarte Soundgebilde wechselten sich mit attackierenden Rockgitarrenklängen ab, anregende Rhythmen trafen auf lyrische Passagen. Und diese Musiker hören aufeinander, wenn sie alleine oder im Kollektiv improvisieren. Nicht Vorgefertigtes wird hier angeboten, sondern das Publikum wird zum Beobachter eines musikalischen Schöpfungsprozesses. Fast entschuldigend hatte Andi Haidecker zu Beginn gesagt, dieser Abend würde etwas experimenteller. Und so klingt Musik eben, wenn sie sich frei von Vorlagen entfalten kann.

Mittwoch, 18. August 2010

Manu und die starken Männer im Schlosskeller Tollet

Jazz-Sängerinnen gibt es viele und Jazz-Trios auch. Die Eigenheiten der Wahl-Wienerin Manu und ihrer Männerbegleitung bestehen darin, dass der Jazz-Begriff nicht zu eng gesehen wird. Hier dürfen sich auch Pop oder Raggae zu den eigenwillig interpretierten Jazz-Standards gesellen, Deutsch, Englisch und Vorarlberger Dialekt existieren gleichberechtig nebeneinander. Die musikalische Qualität wird unterstrichen durch die Ausstrahlung der Sängerin. Sie setzt nicht nur ihre Stimme als Ausdrucksmittel ein, ihre Körpersprache ist mindestens so reizvoll. So entsteht eine wunderbare Darbietung, deren Bann sich das Publikum nicht entziehen konnte.

Samstag, 17. Juli 2010

Die Ililta Band und The Ex im Alten Schlachthof Wels

Mit ihren Herzen sind sie tief im brachial-anarchischen Post-Punk verwurzelt - die Vier von The Ex aus Amsterdam, und es geht wahrlich die Post ab, wenn sie in Aktion treten. Allerdings muss man sich als Zuhörer entscheiden zwischen massivem Gehörschutz und akuter Tinnitus-Gefahr.
Was sich vor dem Auftritt von The Ex abgespielt hat, war etwas leiser, aber nicht minder inspirierend. Die äthiopische Ililta Band aus Addis Abeba spielt Lieder in der Azmari-Tradition auf den dafür typischen Instrumenten, einem einsaitigen Streichinstrument (Masinqo), einer Art Leier (Krar) und speziellen Trommeln (Kebero). Ein Rhythmusgewitter und die durchdringende Soul-Stimme von Chalachew Ashenafi, die hin und wieder eine Anwort vom Publikum einfordert, üben einen Bann aus, dem man sich gern und freudig hingibt.

Montag, 5. Juli 2010

The Brewed im Stadtpark Vöcklabruck

Streetwork Vöcklabruck tut etwas für die Jugend. Neben einem Streetsoccer-Turnier gab es am 2. Juli Auftrittsmöglichkeiten für junge Bands im Stadtpark Vöcklabruck.
Eine davon nennt sich "The Brewed", ein klassisches Rock-Trio. Was die jungen Leute machen, ist nicht nur zorniger Punkrock, sondern viel nuancierter. Tempi, Rhythmen, Klangfarben variieren, und bisweilen hat das Ganze sogar eine experimentellen Touch. Die Gesangsstimmen haben ihren eigenen Charakter und es entsteht der Eindruck: Hier entwickelt sich etwas ganz Eigenständiges.