Mittwoch, 18. August 2010

Manu und die starken Männer im Schlosskeller Tollet

Jazz-Sängerinnen gibt es viele und Jazz-Trios auch. Die Eigenheiten der Wahl-Wienerin Manu und ihrer Männerbegleitung bestehen darin, dass der Jazz-Begriff nicht zu eng gesehen wird. Hier dürfen sich auch Pop oder Raggae zu den eigenwillig interpretierten Jazz-Standards gesellen, Deutsch, Englisch und Vorarlberger Dialekt existieren gleichberechtig nebeneinander. Die musikalische Qualität wird unterstrichen durch die Ausstrahlung der Sängerin. Sie setzt nicht nur ihre Stimme als Ausdrucksmittel ein, ihre Körpersprache ist mindestens so reizvoll. So entsteht eine wunderbare Darbietung, deren Bann sich das Publikum nicht entziehen konnte.

Samstag, 17. Juli 2010

Die Ililta Band und The Ex im Alten Schlachthof Wels

Mit ihren Herzen sind sie tief im brachial-anarchischen Post-Punk verwurzelt - die Vier von The Ex aus Amsterdam, und es geht wahrlich die Post ab, wenn sie in Aktion treten. Allerdings muss man sich als Zuhörer entscheiden zwischen massivem Gehörschutz und akuter Tinnitus-Gefahr.
Was sich vor dem Auftritt von The Ex abgespielt hat, war etwas leiser, aber nicht minder inspirierend. Die äthiopische Ililta Band aus Addis Abeba spielt Lieder in der Azmari-Tradition auf den dafür typischen Instrumenten, einem einsaitigen Streichinstrument (Masinqo), einer Art Leier (Krar) und speziellen Trommeln (Kebero). Ein Rhythmusgewitter und die durchdringende Soul-Stimme von Chalachew Ashenafi, die hin und wieder eine Anwort vom Publikum einfordert, üben einen Bann aus, dem man sich gern und freudig hingibt.

Montag, 5. Juli 2010

The Brewed im Stadtpark Vöcklabruck

Streetwork Vöcklabruck tut etwas für die Jugend. Neben einem Streetsoccer-Turnier gab es am 2. Juli Auftrittsmöglichkeiten für junge Bands im Stadtpark Vöcklabruck.
Eine davon nennt sich "The Brewed", ein klassisches Rock-Trio. Was die jungen Leute machen, ist nicht nur zorniger Punkrock, sondern viel nuancierter. Tempi, Rhythmen, Klangfarben variieren, und bisweilen hat das Ganze sogar eine experimentellen Touch. Die Gesangsstimmen haben ihren eigenen Charakter und es entsteht der Eindruck: Hier entwickelt sich etwas ganz Eigenständiges.

Sonntag, 27. Juni 2010

Chili Chicks beim Sunnseit'n City-Fest Timelkam

"Timelkam-City" veranstaltet ein Fest in Kombination mit dem Vöckla-Ufer-Lauf. Am Marktplatz zwischen neuem Gemeindeamt und der Kirche gibt es einiges zu sehen und zu hören. Hauptact des milden Sommerabends ist die Band Chili Chicks mit der überragenden Frontfrau Daniela Stallinger. Sie hat noch jede Band zu ihrer Band gemacht, so auch diese. Ihre kindlich-natürliche Ausstrahlung, die Leichtigkeit, ihre Sanges- und Bewegungsfreude üben eine Faszination aus, die allen anderen vorzüglichen Bandmitgliedern die Show stiehlt. Da ist es nahezu egal, welche Art von Musik die Band im Repertoire hat. Und auch das sei ihr verziehen: in amateurhafter Manier immer wieder ihren Text-Spickzettel zu verwenden.

Montag, 21. Juni 2010

Willy & Poor Boys beim Woidl in Vöcklabruck

Die Pfadfindergruppe Vöcklabruck veranstaltet auch heuer wieder ein Waldfest am 12. Juni, das sogenannte "Woidl". Dieses Mal spielte das Wetter so halbwegs mit und es regnete zumindest nicht. Das Ambiente ist bezaubernd. Im engen Tal des Dießenbachs neben dem Pfadfinderheim tut sich so einiges. Zelte und Sitzgelegenheiten sind aufgebaut, Getränke und Essen werden ausgegeben und eine kleine Bühne bietet Platz für den Hauptact des Abends: "Willy (Horner) and the Poor Boys". Mit so viel Liebe für die kleinsten Details ist der Platz dekoriert, eine Atmosphäre herrscht, die angenehmer nicht sein könnte, das Lagerfeuer wärmt, der Bach gurgelt und die vielen Kinder und Erwachsenen haben ihren Spaß. Und die Band ist konsequent: Das Repertoire besteht ausschließlich aus Hits der 70er Jahre und hat sich seit mindestens 20 Jahren nicht verändert. Da weiß man wirklich, was einen erwartet.

Sonntag, 13. Juni 2010

Willy Bell und Charlie Leitner im Brecher Buchleiten Ampflwang

Im Zuge der oö. Landesaustellung "Kohle und Dampf" 2006 wurde ein alter Kohlebrecher im Ortsteil Buchleiten von Ampflwang restauriert und als Räumlichkeit für Veranstaltungen adaptiert. Seither findet in der wärmeren Jahreszeit "Kultur im Brecher" statt, so auch am Freitag, den 11. Juni. Willy Bell hat die amerikanische Folk- und Blues-Musik im Blut. Mit seinem ausdrucksstarken Gesang und der erdigen, einfühlsamen Gitarrenbegleitung lässt er ein Stück Amerika in der Phantasie der KonzertbesucherInnen entstehen.

Sonntag, 6. Juni 2010

Die Wiener Tschuschenkapelle beim Lohninger in Fornach

20 Jahre gibt es sie nun schon, die Wiener Tschuschenkapelle. Wer noch keine Gelegenheit hatte, sie zu hören, der konnte das nun nachholen am Freitag, den 4. Juni im Dorfwirtshaus Lohninger in Fornach. Die Musikbegeisterten haben das Angebot angenommen. Im vollen Wirtshaussaal kam von Anfang an Stimmung auf. Nicht zuletzt lag das auch an den Entertainer-Qualitäten des Bandleaders Slavko Ninic, der mit seinem subtilen Humor glänzte. Die Musik war hinreißend. Aberwitzige Geschwindigkeit und vertrackte Rhythmen brachten den Saal nach kurzer Zeit zum Kochen. Da mischten sich alle Stile des Balkan- und öslichen Mittelmeerraums mit Wienerlied und Walzerseligkeit. Volksmusik ursprünglich und unverfälscht, so könnte das Motto lauten, das für die Konzertreihe "Musik beim Wirt" gilt. Und man darf gespannt sein, was da noch alles geboten wird.