Samstag, 29. Mai 2010

Haindling im Stadtsaal Vöcklabruck

Haindling heißt die Band von Hans-Jürgen Buchner aus dem gleichnamigen Ort in Niederbayern. Und Buchner ist ein Entertainer, ein Geschichtenerzähler, ein Liedermacher. Er ist aber auch Weltmusiker, Percussionist, Multiinstrumentalist, ein bisschen Jazzer und natürlich von der bayrischen Folklore beeinflusst.
Das alles fließt ein in sein Programm, das von seiner Persönlichkeit geprägt ist - sogar das Bühnenbild besteht aus seinen Kreationen. Was dabei herauskommt, kann Massen begeistern und manches ist wirklich genial, wie z. B. das Identität bekennende Lied "Bayern, des samma mia". Dass seine Lieder trotz Massentauglichkeit nie ganz platt werden, liegt an der immer mitschwingenden schrägen Note der Interpretation. Dennoch bleibt ein etwas zwiespältiger Eindruck zurück, den Buchner auch selbt durch seine Aussage vermittelt: "Ich würde ja nie zu einer Veranstaltung gehen, wo geschunkelt wird, aber wir machen das jetzt gleich einmal!"

Freitag, 14. Mai 2010

Martin Gasselsberger, Oliver Mally und Petra Linecker in der Musikwerkstatt Wels

Es war mein erster Besuch in den alten Räumlichkeiten der Musikwerkstatt Wels in der Burggasse 5. Von Wohnzimmeratmosphäre war da in der Konzertankündigung die Rede. Dass es aber so eng wird und ich darauf achten muss, dass sich meine Beine und die der Sängerin nicht in die Quere kommen, damit habe ich dann doch nicht gerechnet.
Ja, das hat schon was: dem einfühlsamsten aller Pianisten, Martin Gasselsberger, dem sanftesten aller Bluesgitarristen, "Sir" Oliver Mally, und der energischen Sängerin Petra Linecker in Reichweite gegenüber zu sitzen und zuzuhören, wie sie ihre eigenen Lieder von Liebe, Liebesleid und Selbstoffenbarung vortragen mit so viel Können und Gefühl.

Sonntag, 9. Mai 2010

Karin Bachner Group im Bräu am Berg, Frankenmarkt

Wer Ella Fitzgerald und Mel Torme mag, der wird auch Freude an Karin Bachner und ihrer vorzüglichen Band haben (Robert Schönherr am Piano, Karl Sayer am Bass und Peter Kronreif am Schlagzeug). Jazz-Standards, Bearbeitungen aus dem Pop-Genre sowie Eigenes bietet Karin Bachner in der angenehmen Atmosphäre des alten Wirtshaussaales dar. Dabei hört sich Madonna's "Frozen" so an, als hätte es immer schon zum American Songbook gehört. Wenn Karin Bachner dann "Dat dere" zum Besten gibt - Mel Torme und Rickie Lee Jones haben es ebenfalls getan - dann entsteht fast ein Mini-Drama daraus, in dem die Interpretin zur Schauspielerin wird.

Sonntag, 2. Mai 2010

Hans Kumpfmüller und das Ruperti-Quartett im Spielraum Gaspoltshofen

Da Kumpfmüller Hans is a îfiatla Dialekt-Schriftschdöla aus Sankt Geoang bai Owanbeag am In. Und das Ruperti-Quartett kommt aus Oberbayern und Salzburg und sieht aus wie ein traditionelles Volksmusik-Quartett mit Harfe, Hackbrett, Gitarre und Ziehharmonika und klingt auch so. Aber beide sind nicht ganz das, was sie scheinen.
"Ich habe keine Heimat mehr, ich wohne nur mehr dort", konstatiert der Heimatdichter und geht in seinen Aphorismen mit viel Wortwitz auf kritische Distanz zu den Vorkommnissen in seiner bäuerlichen Umgebung. Das Ruperti-Quartett spielt Volksmusik unter dem Motto: "Darf's a bisserl mehr sein", erweitert sie mit Einflüssen aus der klassischen Musik und scheut auch vor dem Deutschmeister Regimentsmarsch nicht zurück. Dichter und Musiker haben Gefallen aneinander gefunden und ebenso erging es dem Publikum mit dem Dargebotenen.

Hammerling trifft Michaela Dietl in der Landesmusikschule Vöcklabruck

Wer sind Hammerling? Das ist ein Männerduo, der Schlagzeuger Erwin Rehling und der Hornist Fritz Moßhammer. Und Michaela Dietl spielt am Akkordeon und singt auch dazu. Insgesamt ergibt das ein ziemlich schräges und zugleich erfrischendes Trio, das einfach nur vertrackte Musik macht mit Einflüssen aus aller Welt. Da treffen sich alpenländische Volksmusik mit Balkanklängen, Walzer, Tango und Jazz sowie die Freiheit der Improvisation mit einer gehörigen Portion Humor. Und wer sowohl Thomas Bernhard als auch Billie Holiday die Ehre erweist, der hat Geschmack, auch wenn er bisweilen mit Kuhglocken spielt.

Sonntag, 18. April 2010

Max Nagl Trio im Kino Ebensee

Max Nagl bürgt für Qualität. Das wurde auch gestern wieder bestätigt im Kino Ebensee, wo der Saxofonist mit seinem Trio (Clemens Wenger an den Keyboards und Herbert Pirker am Schlagzeug) einen Auftritt hatte. Robert Wyatt hat es Max Nagl dieses Mal angetan.
Was Max Nagl interpretiert, ist aber nicht so wichtig. Wie er das macht, ist das Faszinierende an ihm. Meditative Ruhe ("Don-Cherry-Style") wechselt mit ekstatischer Aufgeregtheit eines Albert Ayler, Spannungsbögen von abenteuerlicher Weite und Intensität entstehen und vergehen wieder.
In seinen Stück-Ansagen tritt Nagl dem Publikum als ruhiger, bescheidener Mensch entgegen, wenn es nicht gerade darum geht, die Entstehung des Namens seiner Komposition "Glanda-jumper" (Die-sich-über-das-Geländer-in-den-Traunsee-stürzen) zu erklären. Da kann es auch schon einmal recht aufregend werden.

Samstag, 27. März 2010

Kreisky im Kino Ebensee

Jetzt habe ich sie also auch gehört: die hochgelobte oberösterreichische Rockband Kreisky. Den Sänger der Band Franz Adrian Wenzl kenne ich ja schon länger als Austrofred. Aber bei Kreisky sind andere Töne angesagt. Hier regieren der Ernst und metallische Schwere. Das klassische Rocktrio wird dabei erweitert durch ein Keyboard, mit dem der Frontman immer wieder seine musikalischen Akzente draufsetzt auf das pulsierende Getriebe seiner Begleiter. Was das Sänger zu sagen hat, bringt er mit Bestimmtheit zum Ausdruck. Bald schreit er sie auch hinaus, seine Botschaft, wie das desillusionierende "Wir kommen nie heim!"
Die Band hat Potenzial und man darf gespannt sein, was sie uns noch alles bieten wird. Sie hat mich neugierig gemacht.