Sonntag, 2. Mai 2010

Hans Kumpfmüller und das Ruperti-Quartett im Spielraum Gaspoltshofen

Da Kumpfmüller Hans is a îfiatla Dialekt-Schriftschdöla aus Sankt Geoang bai Owanbeag am In. Und das Ruperti-Quartett kommt aus Oberbayern und Salzburg und sieht aus wie ein traditionelles Volksmusik-Quartett mit Harfe, Hackbrett, Gitarre und Ziehharmonika und klingt auch so. Aber beide sind nicht ganz das, was sie scheinen.
"Ich habe keine Heimat mehr, ich wohne nur mehr dort", konstatiert der Heimatdichter und geht in seinen Aphorismen mit viel Wortwitz auf kritische Distanz zu den Vorkommnissen in seiner bäuerlichen Umgebung. Das Ruperti-Quartett spielt Volksmusik unter dem Motto: "Darf's a bisserl mehr sein", erweitert sie mit Einflüssen aus der klassischen Musik und scheut auch vor dem Deutschmeister Regimentsmarsch nicht zurück. Dichter und Musiker haben Gefallen aneinander gefunden und ebenso erging es dem Publikum mit dem Dargebotenen.

Hammerling trifft Michaela Dietl in der Landesmusikschule Vöcklabruck

Wer sind Hammerling? Das ist ein Männerduo, der Schlagzeuger Erwin Rehling und der Hornist Fritz Moßhammer. Und Michaela Dietl spielt am Akkordeon und singt auch dazu. Insgesamt ergibt das ein ziemlich schräges und zugleich erfrischendes Trio, das einfach nur vertrackte Musik macht mit Einflüssen aus aller Welt. Da treffen sich alpenländische Volksmusik mit Balkanklängen, Walzer, Tango und Jazz sowie die Freiheit der Improvisation mit einer gehörigen Portion Humor. Und wer sowohl Thomas Bernhard als auch Billie Holiday die Ehre erweist, der hat Geschmack, auch wenn er bisweilen mit Kuhglocken spielt.

Sonntag, 18. April 2010

Max Nagl Trio im Kino Ebensee

Max Nagl bürgt für Qualität. Das wurde auch gestern wieder bestätigt im Kino Ebensee, wo der Saxofonist mit seinem Trio (Clemens Wenger an den Keyboards und Herbert Pirker am Schlagzeug) einen Auftritt hatte. Robert Wyatt hat es Max Nagl dieses Mal angetan.
Was Max Nagl interpretiert, ist aber nicht so wichtig. Wie er das macht, ist das Faszinierende an ihm. Meditative Ruhe ("Don-Cherry-Style") wechselt mit ekstatischer Aufgeregtheit eines Albert Ayler, Spannungsbögen von abenteuerlicher Weite und Intensität entstehen und vergehen wieder.
In seinen Stück-Ansagen tritt Nagl dem Publikum als ruhiger, bescheidener Mensch entgegen, wenn es nicht gerade darum geht, die Entstehung des Namens seiner Komposition "Glanda-jumper" (Die-sich-über-das-Geländer-in-den-Traunsee-stürzen) zu erklären. Da kann es auch schon einmal recht aufregend werden.

Samstag, 27. März 2010

Kreisky im Kino Ebensee

Jetzt habe ich sie also auch gehört: die hochgelobte oberösterreichische Rockband Kreisky. Den Sänger der Band Franz Adrian Wenzl kenne ich ja schon länger als Austrofred. Aber bei Kreisky sind andere Töne angesagt. Hier regieren der Ernst und metallische Schwere. Das klassische Rocktrio wird dabei erweitert durch ein Keyboard, mit dem der Frontman immer wieder seine musikalischen Akzente draufsetzt auf das pulsierende Getriebe seiner Begleiter. Was das Sänger zu sagen hat, bringt er mit Bestimmtheit zum Ausdruck. Bald schreit er sie auch hinaus, seine Botschaft, wie das desillusionierende "Wir kommen nie heim!"
Die Band hat Potenzial und man darf gespannt sein, was sie uns noch alles bieten wird. Sie hat mich neugierig gemacht.

Sonntag, 21. Februar 2010

Harry Ahamer & Band im C'est la vie Vöcklabruck

Wahrscheinlich Vöcklabrucks größter Funk- und Bluesmusiker trat zu einem Heimspiel an. Mit seinem Mundart-Programm hat Harry Ahamer wirklich musikalisch zu sich gefunden. Es sind seine Lieder, seine Texte, aus denen seine Erfahrungen sprechen. So ehrliche Musik hört man selten. Harry Ahamers Hang zu den großen Gefühlen bringt er nicht nur durch seine Stimme zum Ausdruck, sondern auch durch seine expressiven Gitarrensoli. Zugespitzt wird die Dramatik durch die Sängerin der Band, Diana Jirkuff. Ihre und Harry Ahamers Gitarren-Stimme treiben sich bisweilen gegenseitig in einen Gefühlsrausch, der an Intensität kaum zu überbieten ist.

Freitag, 19. Februar 2010

Christoph Winder im Rossstall Lambach

Wer die Tageszeitung "Der Standard" kennt, kennt auch ihn: Christoph Winder. Er betreut die Wochenendbeilage "Album", schreibt dort eine Kolumne und ist Autor der Serie "Winders Wörterbuch zur Gegenwart". Ausgewählte Beiträge dieser Reihe sind 2009 in Buchform erschienen unter dem Titel: "Da muss man durch".
Winder ist nicht nur einer, der sein Augenmerk auf unsere Sprache und ihre Blüten legt, er kann auch erzählen und somit unterhalten. Kostproben aus seinem Buch und aus seinen Kolumnen brachten das Publikum in der Wohnzimmer-Atmosphäre des Rossstalls immer wieder zum Schmunzeln und zum Lachen.

Sonntag, 3. Januar 2010

[rema'su:ri] beim Grünbergwirt in Gmunden

Wer von der Wiener Band Remasuri Wiener Lieder erwartet, wird enttäuscht. Vielmehr erwartet einen Funk, Blues, Folk und Rock - und deutsche Texte, die allesamt "aus dem Leben gegriffen" sind. Den Gesangspart übernehmen Christoph Michalke als Wirt und Maria Pammesberger, zwischen denen es auf der Bühne bisweilen zu inniger Interaktion in Form von Duetten kommt. Für gute Stimmung und beste Unterhaltung ist gesorgt, nicht zuletzt weil der "Wirt" den Schmäh drauf hat und Alltagsgeschichten aus dem Wiener Kleine-Leute-Milieu zu erzählen und gesanglich zu interpretieren weiß.