Mit Spanien haben die "Tres Caballeros", die diesen "Thursday for Jazz" in der OKH-Bar zu Gast waren, wenig zu tun, abgesehen von unvermeidlichen Einflüssen lateinamerikanischer Musik. Es sind drei junge Österreicher, die zusammen ein Gitarrentrio bilden. Jakob Kammerer (Schlagzeug) und Gregor Aufmesser (Kontrabass) habe ich schon mit anderen Formationen kennengelernt, den Gitarristen Tobias Faulhammer höre ich jetzt zum ersten Mal. Er drückt der Band seinen Stempel auf mit seinen Eigenkompositionen und seinen Improvisationen auf der E-Gitarre. Obwohl weitgehend Gleichberechtigung zwischen den Musikern herscht, sind es natürlich die "Erzählungen" auf der Gitarre, die im Vordergrund stehen. Meist sind es stark am Bebop orientierte Themen, die die Grundlage für die Stücke liefern. Auch Blues und sogar Calypso kommen vor. Wenn ich Tobias Faulhammer zuhöre, erinnert mich das klarer Weise an die großen Drei des zeitgenössischen Gitarrespiels, John Scofield, Bill Frisell und Pat Metheny. Allerdings ist Tobias Faulhammer keine Epigone, sondern ist in der Lage, einen eigenen Stil zu entwickeln und vorgegebene Muster zu transzendieren. Auch seine kongenialen Partner bekommen Freiräume zur Entfaltung ihrer eigenen Kreativität. Das Beste, das ich über eine Improvisation sagen kann, ist, dass sie eine Geschichte erzählt, die ich noch nicht kenne und der ich mit Spannung zuhöre. Tobias Faulhammer ist so ein Geschichtenerzähler.
Donnerstag, 12. März 2026
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