Sonntag, 22. März 2026

Steven Bernstein mit Sexmob im Jazzit Salzburg

Steven Bernstein ist schon seit den späten 1980ern eine bedeutende Figur in der US-Jazzszene. Auch Sexmob, das Quartett, mit dem er seit langem wieder einmal im Jazzit zu Gast ist, besteht schon seit gut 30 Jahren. Für mich ist es allerdings der erste Kontakt mit dieser Band, bestehend aus Steven Bernstein an der Zugtrompete, Briggan Krauss am Altsaxophon, Tony Scherr am E-Bass und Kenny Wollesen am Schlagzeug. Was mich gleich beeindruckt hat, ist die Rhythmik der Musik, vorangetrieben vor allem vom warmen Sound des Bassisten. Das variantenreiche Schlagzeugspiel (mit elektronischen Einsprengseln) bereichert diese noch. Die Bläser erzeugen unisono oder auch individuell atmosphärische Sounds dazu und sorgen auch immer wieder für Soli, die aus den Instrumenten ekstatische Klänge hervorbringen. Nicht allzu oft sieht man wie hier eine Zugtrompete im Einsatz, quasi eine kleine Sopranposaune, die runder klingt als eine Trompete mit Ventilen. Besonders prägend für den musikalischen Ausdruck dieser Quartetts sind die Kompositionen und die Arragements. Spannung auf- und abbauen, Dynamik steigern und zum Erliegen kommen lassen, sind charakteristische Stilelemente dieser Musik. Sexmob bietet eine unterhaltsame, auch oft tanzbare Art von Jazz, die die Grenzen zu anderen Formen populärer Musik bisweilen überschreitet. Kein Wunder, dass der Bandleader auch immer wieder im Kontext mit Größen der Popmusik wie Marianne Faithful, Linda Ronstadt oder Sting zum Einsatz gekommen ist. Steven Bernstein ist jedenfalls einer, dem es gelingt, das elitäre Image des Jazz gehörig zu relativieren.
 

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