Immer wieder reizt es mich, Nachschau zu halten bei Künstler:innen, die ich schon einmal vor längerer Zeit gesehen und gehört habe, um zu erfahren, wie sich mit den Jahren ihre Kunst verändert hat. Nach gut zehn Jahren tue ich das nun auch bei der österreichischen Singer-Songwriterin und Gitarristin Clara Luzia. Was gleich auffällt, ist, dass sich die Band vergrößert hat und durch ein Keyboard (Claudia Kottal) und ein Saxophon (Barbara Paierl) erweitert worden ist. Statt Helene Glüxam am E-Bass sehe ich nun Judith Ferstl am Kontrabass. (Beide schätze ich als hervorragende Jazz-Bassistinnen.) Wie schon immer sitzt Catharina Priemer am Schlagzeug. Trotz der Erweiterung spielt Clara Luzia's klare, helle und etwas harte Stimme die Hauptrolle, im ersten Teil mit englischen, im zweiten jetzt auch mit deutschen Texten, was die Aussagen authentischer erscheinen lässt. Kompositorisch sind die Songs wie gewohnt ziemlich linear aufgebaut, ohne sich in Refrain-Wiederholungen zu ergehen. Atmosphärisch aufgeladen werden sie dann oft durch den Einsatz von Keyboard und Saxophon oder durch kurze Soli auf der E-Gitarre. Auch die Improvisationskünste der Bassistin und der Schlagzeugerin werden jeweils einmal zur Schau gestellt. Obwohl die Songstexte eher die dunklen Seiten unserer Welt und des Lebens beleuchten, werde ich davon emotional kaum berührt, vielleicht weil für mich das alles recht leichtfüßig, ja fast beiläufig daherkommt. So erreicht auch die Interpretation von Lex Baxter's "Sinnerman" bei weitem nicht jene emotionale Tiefe der legendären Aufnahme von Nina Simone. Auch wenn mich das neue Bandprojekt von Clara Luzia "The Quiet Version" nicht wirklich mitreißen konnte, so hat sich die Nachschau jedenfalls gelohnt und zumindest meine Neugier befriedigt.
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