Donnerstag, 12. März 2026

"Father Mother Sister Brother" im Kino Lenzing

Obwohl ich wie schon gesagt kein Cineast bin, zieht es mich doch immer wieder einmal ins Kino. "Schuld" war dieses Mal Jim Jarmusch, dem schon lange meine Sympathie gilt und dessen Filme ich immer sehenswert fand. Die Auszeichnung mit dem "Goldenen Löwen" letztes Jahr bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig ist eine zusätzliche Werbung für seinen neuesten Film. Er beleuchtet in drei Episoden ("Father", "Mother", "Sister Brother") Beziehungen zwischen Familienmitgliedern an verschiedenen Schauplätzen: in New Jersey, in Dublin und in Paris. Es passiert nicht viel: Zwei Geschwister besuchen ihren Vater, der nach dem Tod deren Mutter in einem abgelegenen Haus in einem Waldgebiet lebt, zwei Schwestern besuchen ihre Mutter in Dublin, und ein Geschwisterpaar trifft sich, um die leer geräumte Wohnung ihrer tödlich verunglückten Eltern in Paris ein letztes Mal zu besuchen. Der Film lebt davon, was sich im Moment zwischen den Personen ereignet oder nicht ereignet. Bei den Treffen spielen immer Tische eine Rolle, auf denen (alkoholfreie) Getränke, Wasser, Tee und Kaffee bereitstehen. Man stößt mit Wasser an und mit Kaffee und fragt sich, ob man das darf. Es sind die Leerstellen, die die Begegnungen interessant machen, es ist die Unergründlichkeit der Beziehungen, die unbeholfene Liebe, die zum Vorschein kommt. Und der Film ist berührend, spätestens wenn im dritten Teil die Geschwister die Familienfotos (die in allen Episoden eine Rolle spielen) betrachten und sich ihre gegenseitige Liebe bekunden. Nicht zuletzt ist es die Musik von Annika Henderson (die ich ja schon zweimal live erlebt habe), die das bezaubernde Bild dieses beeindruckenden Films für mich abrundet.
 

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