Montag, 23. März 2026

Klezmatics im Schl8hof Wels

Vor 40 Jahren ist diese New Yorker Band gegründet worden, und ich erinnere mich noch gut an das erste Album "Jews with Horns". Jüdische Musik ist seither mit dem Jazz immer wieder in Berührung gekommen und teils verschmolzen. John Zorn hat durch sein damals gegründetes Label "Tzadik" einen wichtigen Beitrag dazu geleistet. Mich hat Klezmer-Musik oft beeindruckt, sei es bei einem Live-Konzert von "Kletka Red" im Schl8hof oder Alben von "Kroke" zu Hause. Umso schöner ist es, die "Klezmatics" nun live zu erleben. Schon mit dem ersten Lied bin ich wieder drin in der sentimentalen Gefühlswelt jüdischer Lieder. Lorin Sklamberg's Gesang (auch am Akkordeon und am Klavier) übt eine magische Anziehungskraft aus. Bald verlässt die sechsköpfige Band, mit Frank London (Trompete und Keyboard), Lisa Gutkin (Geige), Matt Darriau (Saxophon und Klarinette), Paul Morrissett (E-Bass) und David Licht (Schlagzeug) die Grenzen des traditionellen jüdischen Liedes und reichert die Musik an mit diversen weltmusikalischen Elementen bis hin zum Jazz, der auch das freie Improvisierten erlaubt. Vor allem rhythmisch hat die Band eine Vielfalt und Komplexität zu bieten, die mich bald nicht mehr ruhig am Sessel sitzen lässt, sondern zum Tanzen reizt. Auf welcher Seite die Band gesellschaftlich steht, wird schon allein durch die Aufschrift auf Frank London's Sakko deutlich: "No pasaran", dem Slogan gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Faschismus aus Spanischen Bürgerkrieg in Kombination mir der geballten Faust. Dazu passend haben "Klezmatics" in dem Song "Un Du Ackerst" die bekannten Verse des revolutionären Dichters Georg Herwegh vertont: "Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will." Klezmatics nehmen mich mit, üben eine Faszination auf mich aus und setzen mich körperlich wie emotional in Bewegung. Mit ihnen ist es leicht, ein Fest zu feiern. Der 40er ist dazu ein willkommene Anlass.
 

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