10 Jahre gibt es nun schon die Formation rund um den Bassisten Lukas Kranzelbinder (dem ich übrigens zum ersten Mal 2010 im Stadtcafe Vöcklabruck zuhören durfte), und ich erinnere mich gerne an einen furiosen Auftritt dieser Band im "Porgy" vor einigen Jahren. Nun sind "Shake Stew" im Jazzit zu Gast, um ihr Jubiläum zu feiern und ihr neues Doppelalbum zu präsentieren. Charakteristisches Merkmal der Gruppe ist die Doppelbesetzung von Schlagzeug (Herbert Pirker, Niki Dolp) und Bass (Lukas Kranzelbinder, Oliver Potratz), die der Musik einen besonderen rhythmischen Drive verleiht. Dazu kommen an der Trompete Mario Rom, am Tenorsax Johannes Schleiermacher und am Altsax Yvonne Moriel. Sie erzeugen atmosphärische Klanggebilde (auch mir elektronischer Verfremdung) und tragen wunderbare Soli auf ihren Instrumenten bei. Was den Reiz dieses auch international beachteten Septetts ausmacht ist ihre ausgeprägte Rhytmik mit Einflüssen aus aller Welt und ein besonderer melodischer Bläser:innensound, unterstützt auch durch Oliver Potratz auf seinem 6-saitigen Bass aus den 1960ern, der sich auch für beeindruckende Gitarrensoli eignet. Was "Shake Stew" abliefern, ist Tanzmusik auf allerhöchstem rhytmischen Niveau, und damit wird auch klar, warum das Jazzit dieses Mal auf die Bestuhlung gerne verzichtet hat. Die Band ist in der Lage, nicht nur sich selbst, aber auch das Publikum in einen tranceartigen Zustand zu versetzen, in dem Zeit und Raum für die Dauer der Performance ihre Bedeutung verlieren. Die Begeisterung, die dieses Aushängeschild des österreichischen Jazz beim Publikum auslöst, ist somit nur allzu begreiflich.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen