Was hat mich dazu verleitet, gerade dieses Konzert im Wiener MuTh zu besuchen? Es war die Ankündigung, dass hier zwei musikalische Welten in Verbindung treten: klassische Klaviermusik und Songwriting aus der Pop-Welt. Die stimmgewaltige Singer-Songwriterin Lylit kenne ich ja schon und auch ihr letztes Album "her". Nun aber verbinden sich ihre Lieder mit ausgewählten klassischen Kompositionen für Klavier so, dass daraus ein neues, größeres Ganzes entsteht. In sieben Sequenzen vereinen die klassische Pianistin Maria Radutu und Lylit, beide an Bösendorfer-Flügeln, atmosphärisch zusammenpassende Stücke aus Pop- und Klassik-Welt. Franz Liszt, Dmitri Schostakowitsch und György Ligeti beispielsweise erzeugen mit ihren Stücken ähnliche Stimmungen wie Lylit mit ihren Liedern. Dazu gesellt sich passender Weise auch noch zweimal die Singer-Songwriterin Phoebe Violet. Maria Radutu's Virtuosität am Klavier beeindruckt, und ebenso überzeugend greift Lylit in die Tasten, sodass eine wahre Klavierklangfülle entsteht. Der Abend lebt von einer Vielfalt, die zugleich eine Einheit bildet. Berührungspunkte und Schnittmengen zwischen den Genren werden offenbar, und es wird deutlich, dass die unterschiedlichen Musikstile ebensoviel verbindet, wie sie trennt. Die tolle Idee, das hier vorzuführen, begeistert sowohl mich als auch das Publikum im wunderbaren Saal des MuTh am Augartenspitz in Wien.
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