Freitag, 6. Februar 2026

Christof Spörk im Kleinen Theater Salzburg

Mein Interesse für Christof Spörk rührt, wie sollte es anders sein, von der Musik her. Er war und ist der Kopf der Band "Global Kryner", die 2002 aufgetaucht ist und dieses Jahr ein Neuauflage erlebt. Im Kleinen Theater Salzburg tritt er allerding als Kabarettist auf, ein Genre, das er ebenfalls schon seit den frühen 1990er mit der Formation "Die Landstreich" bedient. "Maximo Lieder" heißt sein neues Soloprogramm, das es ihm erlaubt, seine multiinstrumentalen Fähigkeiten voll auszuleben mit der Knopfharmonika, dem E-Piano und der Klarinette, mit seiner Gesangsstimme sowieso. Musikalisch vereint er zwei Welten: die der (steirischen) Volksmusik mit der Welt des Jazz, des Blues und der Popmusik. Was die Themen seiner Kabarettnummern anbelangt, macht sich sein Studium der Politikwissenschaft stark bemerkbar. Patriotismus, Populismus, Systemkritik, Materialismus und die Entwicklung der politischen Weltlage sind die Motive seiner Songs und Ansprachen, die auf recht anschauliche, witzitg-ironische Weise ihren Ausdruck finden. Dabei ist das virtuos-künstlerische Element ebenso wichtig wie die transportierten Inhalte. Mit Dauer der Vorstellung entsteht ein recht abgerundetes und plastisches Bild, was die Grundbotschaften des Abends betrifft, und auch das Persönlichkeitsbild von Christof Spörk tritt immer offener zutage. Wie Angst und Geld die Sicht auf die Welt verbauen, warum die Leute heute so unglücklich sind und dass es schließlich nicht immer nur bergauf gehen kann, sind  ans Publikum gerichtete Fragen und Einsichten. Christof Spörk kann unterhalten sowohl verbal als auch musikalisch, und er findet den zwischenmenschlichen Zugang, der es möglich macht, die Zuhörer:innen zu berühren. Bei mir ist ihm das jedenfalls bestens gelungen.
 

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